Lindenauer Stadtteilverein e.V. (i.G.) Protokoll der Gründungsversammlung vom 17.1.2001 1. Begrüßung der Anwesenden Zur Gründungsversammlung für den Lindenauer Stadtteilverein haben sich eingefunden Stephan Besier, Ina Dietrich, Oliver Derkorn, Katharina Kunzmann, Rainer Müller, Grit Schwarz und Christina Weiß. Die Versammlungsleiterin begrüßt die Anwesenden und gibt einen kurzen Sachstandsbericht zu den Vorarbeiten für die Vereinsgründung sowie zum Stand der Dinge bei URBAN, einem europaweit anlaufenden Programm zur nachhaltigen Stadtentwicklung, an dem auch der Leipziger Westen beteiligt sein wird (Kleinzschocher bis Leutzsch). Es besteht hier noch die Möglichkeit, sich mit Projektvorschlägen bei der Stadt einzubringen. 2. Aussprache Bei der Erörterung der momentanen Wohn- und Lebensumstände betonen die Anwesenden nochmals die Notwendigkeit zur Gründung einer Bürgerinitiative/eines Bürgervereins sowie ihre Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit. 3. Ideensammlung Projektgruppen Überlegungen zu Projektgruppen ergeben folgende Ideensammlung: Stadtteil attraktiver darstellen und Potentiale aufzeigen - Leistungskatalog/Branchenbuch Gewerbe, Freizeit und kommunale Angebote (in Zusammenarbeit mit Adreßbuchverlag, evtl. Kartographiestudiengang, erstellen) - Lindenau-Studien (TU Berlin, Heike Faul etc.) veröffentlichen - Publikation “Leben in Lindenau “ IV in Zusammenarbeit mit PRO LEIPZIG sowie ein Heft für Grundschulkinder (Sachkunde) - Flurbegehung und Stadtteilführungen ausarbeiten - Ausstellungen organisieren und offen halten - “Zentrenpaß” (Lindenauer Markt) der Stadt korrigieren ! (nächste Überarbeitung im März) historische Bausubstanz ins Bewußtsein bringen - Straßennamen-Erläuterungen (Textdatei Stadtarchiv verwenden) anbringen - Häuser-Steckbriefe erstellen Verkehr - Ausbau Erich-Köhn-Straße: Rückbau anmahnen - Lindenauer Markt: Fußgängersituation Soziale/integrative/Hilfsangebote - Beratungsstelle und Café wie den Gohliser “Blickwechsel” der Diakonie nach Lindenau Verslumung entgegenwirken - Hundekot - Brachen - Plakatierungen - Vandalismus - Abriß von Ruinen (etwa Folimat-Bau Roßmarkt/Zipperer-Straße) Erhalt/Wiedereinrichtung kommunaler Einrichtungen - Kino - Wannenbad, Schwimmbad - Post Begrünung - Überall fehlen Bäume, hundekotfreie Grünflächen sowie Spielwiesen. - Brachflächengestaltung mit Einverständnis der Eigentümer/Nutzungsvertrag Freizeitangebote für Kinder/Jugendliche - Das Jugendamt hat einen Antrag des Horts in der NaSch abgelehnt, das Nachmittagsprogramm (13 bis 17.30 Uhr) auch für Kinder aus dem Stadtteil anzubieten. Begründung: bereits überdimensional viele Angebote. Diese vorhandenen Freizeitanbieter strahlen nicht in den Stadtteil aus, es gibt keine kostenlosen Angebote: Gespräche mit den Anbietern führen (kostenlose Angebote an gut erreichbarer Stelle, auch Wochenenden und Ferien). - Idee: zumindest an einem Markttag (Mittwoch) soll wie in Leos Rappelkiste in der Innenstadt eine Kinderbetreuungsmöglichkeit geschaffen werden (kostenlos/sehr preiswert). Gewerbe/Handel - Die beiden Existenzgründer-Börsen der Stadt sind bereits angeschrieben. Es fehlen vor allem am Lindenauer Markt: Buchladen, Café, rauchfreier Treffpunkt, Post, Papierwarenladen, Supermarkt mit Frischwaren (LIDL, KONDI o.ä.). Aktionen abstimmen mit der Interessengemeinschaft der Händler am Markt ! bedarfsgerechte Angebote für Familien schaffen - Hier könnte vor allem das geringe Mieten-Niveau in Lindenau attraktiv sein. Allerdings fehlen größere Wohnungen bzw. die Bereitschaft der Vermieter, diese bedarfsgerecht anzubieten (Renovierungszustand/Eigenleistungen, Mietvertrag-Gestaltung). Angestrebt wird eine Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen (Beraterarchitekten, AK “Integriertes Wohnen”) der Stadt sowie eine Aufstellung von Finanzierungsmöglichkeiten für alternative Wohnprojekte: Großraumwohnungen Eigennutzer-Initiativen attraktives Wohnumfeld: Hinterhofgestaltung statt Parkplätzen, HH-Abriß etc. In der Diskussion sind sich alle Beteiligten einig, daß eine positive Ausstrahlung des Stadtteils vom Lindenauer Markt ausgehen muß. Sämtliche städtischen Vorhaben haben stets die, auch städtebaulich einmalige, zentrale Funktion des Lindenauer Marktes für die umliegenden Stadtteile ignoriert (Bsp. Entwicklungsvorhaben Gemeindeamtsstraße, Kuhturmstraße, Henricistraße; jetzt: Einfallstraßenprogramm Lützner/Merseburger Straße) und sind kläglich gescheitert. Auch mit dem Umbau des Lindenauer Marktes ist für Normalbürgerinnen und -bürger kein großartiger Besserungszustand eingetreten. Hier muß die Stadt verstärkt in die Pflicht genommen werden, die tatsächliche Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger, für Kinder und für Ältere nachhaltig zu verbessern - Lindenau und der Lindenauer Markt sind Fußgängerareale ! 4. Arbeitsgruppen Folgende Interessens-/Arbeitsschwerpunkte werden festgelegt: Stephan Besier Verkehr/Fußgängersituation Ina Dietrich Initiative für psychosoziale Beratungsstelle/Sozialcafé Rainer Müller “denk mal !”-Aktion (Straßen-/Häuser-Doku) und Kontakte Grit Schwarz Kinder: Spielplätze, Freizeitangebote, Anti-Hundekot-Aktion Christina Weiß Kinder/Jugendliche, “denk mal !”, Wohnprojekte 5. Vereinsleben Vereinssitz sollte nach Möglichkeit das URBAN-Büro am Markt werden. Bis zu dessen Einrichtung wird der vorläufige Sitz am Lindenauer Markt 12 (Christina Weiß) liegen. Wichtig ist jetzt die Kontaktaufnahme mit städtischen Stellen: wir wollen schnellstmöglich Träger öffentlicher Belange werden und so über Planungen in unserem Stadtteil früher informiert sein. Der entsprechende Antrag wird bei Stadtplanungsamt und Stadtbüro eingereicht (Christina). Weitere Kontaktaufnahmen s. Termine. Das Plagwitzer Lindenblatt (einmal monatliches Erscheinen mit 10.000 Auflage) bietet sich als kostenloses Kommunikationsmedium mit großflächig organisiertem Verteiler im Leipziger Westen an. s. Termine Kontakte zu anderen Vereinen und kreativen Kräften im Stadtteil müssen möglichst bald geknüpft werden. Bitte melden, wer noch Zeit und Interesse für dieses “Besuchsprogramm” aufbringen kann ! 6. Vereinsgründung Ein Satzungsentwurf wird diskutiert und nach den Vorstellungen der Anwesenden umformuliert. Alle Anwesenden verabschieden anschließend einstimmig die vorliegende Satzung und gründen damit den “Lindenauer Stadtteilverein”. Der Verein soll nach notarieller Beglaubigung beim Amtsgericht eingetragen werden und den Zusatz “e.V.” führen. Außerdem wird beim Finanzamt Leipzig III die Gemeinnützigkeit beantragt. 7. Vorstandswahl Auf Antrag findet die Vorstandswahl in geheimer Abstimmung statt. Zur Wahl stellen sich Ina Dietrich (als Kassenwärtin), Rainer Müller (als Stellvertreter) sowie Christina Weiß (als Vorsitzende). Mit der Auszählung der Stimmen wird Grit Schwarz beauftragt und gibt folgendes bekannt: gewählt werden bei sieben gültigen Stimmzetteln Ina Dietrich (7 Ja-Stimmen), Rainer Müller (6 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung) und Christina Weiß (6 Ja-Stimmen, 1 Enthaltung). Alle Gewählten nehmen die Wahl an. 8. Beschluß einer Beitragsordnung Die Anwesenden beschließen einstimmig die beigefügte Beitragsordnung. 9. Termine Sämtliche Detailangaben sind bei Christina Weiß zu erfragen; alle Vereinsmitglieder sind herzlich zu den Gesprächen eingeladen. Januar 17. 20.30 Uhr: Vereinsgründung 18. 15 Uhr: Gespräch mit Adreßbuchverlag wg. Branchenbuch für Lindenau 19. 9 Uhr: Gespräch mit Anke Haase, PR Dezernat 3 (Bauen/Wohnen/Umelt): Wir sind Ansprechpartner für Lindenau ! 22. 9 Uhr: notarieller Eintrag, danach Antrag beim Amtsgericht sowie Finanzamt 24. 8.30 Uhr: Gespräch mit Herrn Raschke, URBAN-Beauftragter der Stadt 28. 20.30 Uhr: nächste Vereinssitzung bei Ina Dietrich 29. Gespräch mit Dr. Nabert/Pro Leipzig wg. Publikationen über Lindenau Außerdem muß demnächst noch ein Gespräch mit Herrn Trapp/Verlagsleiter “Plagwitzer Lindenblatt” stattfinden. Die weitere Terminplanung erfolgt am 28.1.; in jedem Falle muß die erste öffentliche Sitzung sowie eine vorangehende Pressekampagne abgestimmt werden. Überlegungen zu einem monatlichen “Offenen Stammtisch”, möglichst in rauchfreier Umgebung, müssen präzisiert werden. 10. Sonstiges In den nächsten Wochen werden sich alle Gründungsmitglieder um weiter Mitglieder bemühen. Außerdem muß der Verein auf eine gesunde finanzielle Basis gestellt werden. Ideen und tatkräftige Unterstützung sind gefragt. Leipzig, den 18. Januar 2001