Liebe Mitstreiter/innen für ein l(i)ebenswerteres Lindenau, aus dem „Visionspapier mit 5 oder 6 Punkten “ sind nun doch mehrere Seiten geworden, die die wichtigsten Anmerkungen und Ideen unseres Treffens auflisten. Bis zum nächsten Termin (Donnerstag, 25. Oktober, 15 Uhr im URBAN-Büro am Lindenauer Markt) Verkehrsforum Lindenau Ergebnisprotokoll vom 6. September 2001 anwesend: René Amelang ASW Stephan Besier Lindenauer Stadtteilverein 9 26 05 62 stephan.besier@gmx.de Dr. Frank Dietze Stadtplanungsamt 1 23 49 11 Michael Gloßat Amt für Verkehrsplanung 1 23 34 10 Günter Kafka ASW 1 23 54 06 Ulrike Kalteich ASW/URBAN-Büro 1 23 54 51 Rainer Müller Lindenauer Stadtteilverein 4 80 72 07 - Dr. Thomas Nabert PRO LEIPZIG e.V. 9 80 18 94 Marina Reichstein Stadtplanungsamt/Alt-West 1 23 48 85 mreichstein@leipzig.de Michael Schaaf Ökolöwe Umweltbund 3 06 51 85 info@oekoloewe.de Prof. Ronald Scherzer-Heidenberger HTWK 3 07 62 07 scherzer@frbb.htwk-leipzig.de Walter Stein Amt für Verkehrsplanung 1 23 34 50 Christina Weiß Lindenauer Stadtteilverein 45 12 012 litterae@t-online.de Klaus Zimmermann IG Lindenauer Markt 4 79 20 00 Drei Stunden produktiver Austausch haben allen Beteiligten neue Sichtweisen auf Lindenau als Stadtraum ermöglicht. 1. Generelle Überlegungen - Einordnung Lindenaus in Entwicklungskonzept Gesamt-Leipzig - neue Ausgangssituation für Stadtentwicklung: früher wurden städtebauliche, wirtschaftliche Mängel durch städt. Planung/Mittel bereinigt; Prozesse jetzt erstmals nicht mehr ausreichend (Bevölkerungszahlen, Geld, Wirtschaft) für Konsolidierung eines allgemeinen Standards, Folge: Wertigkeit muß geschaffen werden, Konkurrenz der einzelnen Stadtteile - durch demograph. Entwicklung bleibt zuviel Infrastruktur ungenutzt/wird unbezahlbar - Kriterien für Attraktivität neu definieren: nicht nur (un)saniert oder (nicht) verkehrsberuhigt - Abgucken bei funktionierenden Stadträumen: was macht Attraktivität wirklich aus ? Auch „Weiche Faktoren“ ! Schlummernde Potentiale Lindenaus - positiver Leumund (historisch bedingt - faktisch teilw. größere infrastrukturelle Probleme als Stdtteile mit schlechterem Ruf) - unerkannte Lagequalität: Nähe zur Kernstadt, Nähe zu Auwald und Wasser (Hafen, Luppe) - urbaner Charakter: Wohnen/Arbeiten/Kultur/Erholung im Grünen dicht beisammen - „Lindenauer Flair“ (ehem. Vergnügungsort vor den Toren von Leipzig): sozio-kulturelle Vielfalt muß auch von Anwohner/inenn wahrgenommen werden - „Dorfplatz“ erhalten (im Gegensatz zu den Entwicklungen der meisten Leipziger Vororte entlang der großen Einfallstraßen) - Anbindung an überörtliches Radwegenetz: Bahnstrecke Leipzig-Merseburg (da kein straßenbegleitender Radweg möglich)-hafen-Radweg am Kanal-innerörtliches Radwehgenetz - Stadtteil fast vollständig umgrünt, aber: fehlende Anbindung - Hafen/Luppe/Elsterflutbecken: Wasser im Stadtteil, aber: ungenutzt und nicht zugänglich - Westbad - Freibad - Olympia: Vision, die in ein Konzept für nachhaltige Verbesserungen der Situation vor Ort eingebettet sein muß, Transparenz nd Information der Anwohner/innen Problemzonen und Lösungsansätze - Nutzungsüberschneidungen: sozialer Konflikt, bei dem ein Bevölkerungsteil unter der Bedürfnisbefriedigung eines anderen leidet (Bsp. Hundekot) -> adäquaten Raum schaffen für sämtliche Bedürfnisse = Zufriedenheit VOR ORT - Geschwindigkeit des Entwicklungsprozesses (Sanierung, Lebensstandard) verlangsamt sich, zurückbleibende Gewerbe-Entwicklung /Demographie -> familienfreundlichere Verhältnisse bei Wohnen und Arbeiten schaffen Verkehrssituation Als Thema der Vranstaltung soll dieser Aspekt hier kurz gesondert behandelt werden: - Verkehrsplanung ist ein Hilfsmittel, lebenswerten Stadtraum zu gestalten. - Verkehrsströme im Bereich Lindenau/Leutzsch haben keine adäquaten Straßenräume - Hauptstraßen kollabieren durch hohes Verkehrsaufkommen/Lärm/Gestank, leerstehende Wohnbebauung, Ladengeschäfte ohne Klientel schließen, Anwohner/innen werden zu weiteren Wegen/hohem Verkehrsaufkommen gezwungen, weil mangelndes Angebot vor Ort - Radverkehr im letzten Jahrzehnt verdoppelt,weitere Potentiale durch bessere Wege/mehr Sicherheit - Fußgänger-Leitlinien der Stadt haben keine Lobby wie Radverkehr - fehlende Anbindung an überörtliches Radwegenetz - Staßenraum: Kinderspiel - Reduktion Schleichverkehr, Erarbeitung Verkehrskonzept: Trennung Vorhaben in Planung/Bestand - Ausbau Knotenpunkt Leutzsch: L.-Hupfeld-/Rückmarsdorfer Straße (mit Brücke) als Fortsetzung Hans-Driesch-Straße/(Cottaweg/)Waldplatz - Aufwertung Zschochersche Straße: Begrünung, Parkbuchten - Ausbau Stadtbahnlinie 15 (niedrige Einstiege) - Aufwertung Lützner Straße: als Allee (ab Saalfelder Straße) - B-Plan-Änderung Kuhturmstraße - Ausbau verlängerte Erich-Köhn-Straße (zurückgestellt wg. Geldmangel) - Luisenbrücke: Neubau erforderlich (frühestens 2004): Hafenanbindung möglich - Verlagerung ÖPNV auf Karl-Heine-Straße (Entflechtung merseburger/Lützner Straße) Reduzierung unerwünschten KFZ-Verkehrs: 1. Verkehrsvermeidung ÖPNV-Ausbau Rad/Fuß 2. Verlagerung in „nicht so störende Bereiche/äußerer Ring“ stärker Berücksichtigung von Fußverkehr - zum Lindenauer Markt kommt mindestens ¾ der Kundschaft zu Fuß Visionen: Lindenau als ... ... Teil der Wasserstadt Leipzig ... Vorort der kurzen Wege ... Vorbildstadtteil für Durchmischung(„Zusammen, was zusammen gehört - damit es nicht mit viel Verkehr zusammengeführt werden muß.“) ... Tor zur Elster-Luppe-Aue ... fuß- und radfreundlicher Stadtteil Konkrete Ansatzpunkte Neben einem ersten Kennenlernen konnten auch erste Schwerpunkte für ein gemeinsam zu erarbeitendes Konzept formuliert werden: - Fahrradachse Demmering-/Apostel-/Roßmarktstraße zwischen Hafengelände und Luppe - Ortseingang Lindenau: „Schmuddelimage“ (Kleinmesse, Straßenbahnhof, Kuhturmstraße), Riegel zu Park/Wald/Wasser - Gestaltung und Erhalt Dreilindenstraße - Radweg Merseburg-Lindenau - Elsterbecken als Hochwasserschutz überflüssig, Umgestaltung zum ruhenden Gewässer (entschlammen, Bootssteg, Bad) - Kleine Luppe: befestigte Gewässersohle, Anbindung an Neue Luppe -> Bootsverbindung Merseburg/Halle; Anbindung Lindenaus an die Luppe: Brücke über Luppe/Sportboothafen/ “Kleiner Anziehungspunkt“ zum Thema Gewässer, Unterquerung Lützner Straße - Rad-/Fußweg von Hans-Driesch-Straße unter Lützner Straße als Anbindung an südl. Auwald/Seen Hauptstraßen: Lärmsanierung/Schadstoffbelastung/Klimaschutz Vorgehensweise LABEL von Lindenau entwickeln: LINDEN-AU urbanes Modell-Dorf flächendeckend verkehrsberuhigt, niveaugleicher Ausbau (bis auf Lützner/Merseburger Straße) Initialprojekte Mosaiksteinchen Optimierung Verkehr detaillierter Optimierungsplan („Überschriften für bestimmte Räume“): Qualitäten eindeutig benennen optimierung öffentlicher Raum: Widersprüche zwischen LABEL und momentanen Planungen aufdecken Schwachstellen benennen, die erwünschter Wirkung entgegenstehen und „kleine Lösungen“ formulieren (kleine Schritte zum Ziel) Verkehr = Neudefinition momentan in Leipzig: Verkehr = bestimmt den öffentlichen Raum Neudefinition: Mittel zum Zweck: städtebaulicher Aspekt im Vordergrund Nicht nur Geld-Diskussion: Stadtverwaltung unternimmt ohnehin viele bauliche Maßnhamen. Wichtig dabei: Berücksichtigung von großen Visionen/Ideen; Informationsbedarf in allen Ämtern und einzeln an sämtliche Sachbearbeiter/innen, die mit dem gebiet zu tun haben - Chancen informeller Infromationsrunden nutzen zur tatsächlichen Bedarfsanalyse vor Ort AG soll die angerissnen Themen weiterentwckeln und eine Diskussion aufmehreren Ebenen vorantreiben. Nicht Ideologien sondern pragmatische Konzepte sollen erarbeitet werden - die Diskussion darf nicht nur Ziel jeglicher Bemühungen sollte die Stabilisierung des Stadtteils sein: lebenswert, Angebote vor Ort, Betonung Lebensqualität vor Ort, Stärkung Wohnstandort, Lindenau als Wohn-/Arbeits-/Kultur-/Einzelhandelsstandort in aller Dichte aber auch Verträglichkeit großes Konzept, das allen relevanten Planungsstelln und Umsetzer/innen zugeht; Füllen dann nach und nach mit kleinen Aktionen und Projekten/Vorhaben „Maßnahmenmix“, viele Kleinigkeiten bündeln maßnahmen entwickeln mit Leuten vor Ort gucken, wo´s funktioniert: neue Maßstäbe für Qualität entwicklen (nicht: was wollen die Leute - sondern: was nehmen sie tatsächlich an -positive Beispiele nachahmen) Einfamilienhaus für Stadt wiederentdecken (bisher:mangel anFlächen, jetzt erstmals Überbedarf) Forum Lindenau/Genese 9.5.2001 Brief an Dr. Lütke Daldrup (Kopien z.K. an alle sonstigen, für das Gebiet zuständigen Abteilungen) mit Ausdruck der Besorgnis um verkehrsplanerische Entwicklungen in Lindenau, Unterzeichnende: Lindenauer Stadtteilverein, IG Lindenauer Markt, Meyer´sche Häuser 17.5.2001 Einige Wochen zuvor hatte der Stadtteilverein über das Stadtbüro eine Anfrage zum Sachstand beim Ausbau der Erich-Köhn-Straße gestellt. Zufällig (?) gibt es nun ein Antwortschreiben mit Gesprächsangebot/Herr Stein, Frau Höfer. Außerdem wird auf zwei Beschlußvorlagen verwiesen (Drucksache III/564-Verkehrserschließung Sportstadion und III/906-Ausbau verlängerte Erich-Köhn-Straße), wobei der Ausbau der Erich-Köhn-Straße in einer Dienstberatung des OBM (17.7.2000) mal eben so beschlossen wurde. 21.5.2001 Telefonat mit Frau Höfer, Diskussion über Schreiben vom 9.5. mit Verwunderung über Unterschrift von IG Lindenauer Markt; Einsichtnamhe in Protokolle der Fachausschüsse nur durch Stadträte/Fraktionen, evtl. Herrn Rinner (Stadtbezirksbeirat) - der Stadtteilverein besorgt sich unter größerem Aufwand die o.g. Drucksachen. 13.6.2001 Antwortschreiben mit Anhang (Stellungnahme des Amtes für Verkehrsplanung):„Ich möchte Sie ermuntern, darüber mit der Leitung des Amtes (...) das Gespräch zu suchen. Man wird Ihnen einen Termin zu diesen Fragen im allgemeinen, zur Kuhturmstraße im besonderen, anbieten.“ 24.6.2001 Sommerfest auf dem Lindenauer Markt: OBM Wolfgang Tiefensee interessiert sich für die Belange der Lindenauer/innen und bittet um detailliertere Informationen zur Einschätzung des Ausbaus Erich-Köhn-Straße; diese gehen ihm wenige Tage später schriftlich zu. 16.7.2001 Schreiben von Herrn Stein (als Antwort auf Brief an OBM) mit Details zum Ausbau der Erich-Köhn-Straße - vor allem Begründung als Parkplatzzufahrt und „Anliegererschließung“. ab 3.8.2001 Abstimmungstelefonate/Einladungsschreiben für einen Verkehrsworkshop, Terminwunsch Herr Stein: 6./7. oder 13./14.9., 9 Uhr