Leipzig, den 4. Mai 2004 8. Verkehrsforum Lindenau Liebe Mitdenkerinnen und Mitdenker für ein immer schöneres Lindenau, nach langem Hin und Her ist´s nun vollbracht: wir haben mit dem Amt für Verkehrsplanung einen Termin gefunden für unser Forum zur Lützner Straße und den anliegenden Blöcken! In altbewährter Weise treffen wir uns zu gut zwei Stunden, die wie immer von Fritjof Mothes/Stadtlabor moderiert werden, und tauschen Ideen, Anmerkungen und Neues rund um den ersten Bauabschnitt (Odermann-/ Zschochersche Straße) aus. Heftig diskutiert wird dann hoffentlich über den Abschnitt rund um die Kreuzung Merseburger Straße. Außerdem wollen wir einige Punkte aufgreifen, die immer mal wieder auf die Tagesordnung kamen, bei denen eine Umsetzung aber in weite Ferne gerückt war (Nebenstraßennetz, Ausbau Erich-Köhn-Straße, Umbau Straßenbahnhof Angerbrücke …). Wir sehen uns also in alter Frische und zu vielen neuen Gedanken am Montag, den 17. Mai 14.00 bis 16.00 Uhr Theater der Jungen/Welt Etage 1 Um eine kurze Rückmeldung bitten wir wie immer unter Tel.: 8 70 59 30 oder als E-Mail unter lindenauerstadtteilverein@gmx.de Auf Ihre geballte Kompetenz und Diskutierlust freuen wir uns! Ein herzlicher Gruß aus dem schönen Lindenau Anwesenheitsliste Institution Name Telefon Fax E-Mail SPA Ruth Rabenberg 1 23 49 35 1 23 49 30 r.rabenberg@leipzig.de SPA Jens-Uwe Boldt 1 23 48 84 1 23 49 18 jboldt@leipzig.de ASW Christa Juche 1 23 54 27 1 23 55 16 cjuche@leipzig.de Goetz-Haus e.V. Christoph Jabs 4 80 81 25 4 92 57 49 mail@goetz-haus.de TBA Paech Lindenauer Stadtteilverein Christina Weiß 45 12 012 45 12 012 litterae@t-online.de Lindenauer Stadtteilverein Stephan Besier 9 26 05 62 9 26 05 62 stephan.besier@gmx.de Stadtlabor Fritjof Mothes 2 11 18 00 2 11 18 81 stadtlabor@gmx.de Quartiersmanagement Tobias Habermann 8 70 59 38 8 70 59 31 qm@leipziger-westen.de A. f. Verkehrsplanung Edeltraut Höfer 1 23 34 50 afv@leipzig.de VCL (Tochter LVB) Karsten Schulze 4 92 20 14 4 92 11 60 karsten.schulze@lvb.de Tiefbauamt R. Göhner 1 23 76 27 1 23 76 17 rgoehner@leipzig.de AfV Bernd Seidel 1 23 34 70 1 23 34 65 Die Protokollausschnitte über den Bau Lützner Straße werden wir außerdem den Anwohnerinnen und Anwohnern des betroffenen Straßenabschnitts kopieren. 8. Verkehrsforum Lindenau Nach einer kurzen Vorstellungsrunde begrüßen Christina Weiß/Lindenauer Stadtteilverein e.V. und Fritjof Mothes/Büro Stadtlabor als Moderator die Anwesenden und stellen die Tagesordnung vor: Neben der aktuellen Baumaßnahme Lützner Straße soll vor allem die Maßnahmenliste Verkehr und Städtebau in Altlindenau durchgesehen werden, die beim letzten Verkehrsforum erstellt wurde. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung führt zum ersten Punkt aus,dass der Druck der Olympia-Bewerbung hier unerwartet Vieles voran getrieben habe: das Sanierungsprogramm umfasse weit mehr als die bloße Sanierung der Asphaltdecke. Vielmehr solle der als „Einflugschneise“ geplanten Bundesstraße zum Olympiapark ein Gesicht gegeben werden. Dazu hätte eine Planwerkstatt stattgefunden, die auch die Leipziger Entwicklungsprognosen bis 2015 berücksichtigt habe. Ein Knackpunkt im Konzept sein der Mittlere Ring, dessen Bau nur nach und anch erfolge. So sei der Stadtteil bis dahin durch ewige Baustellen stark gebeutelt. R. Göhner/Tiefbauamt stellt den Stand der Ausführungsplanung vor: Durch die Mitsprache des Fördermittelgebers (RP) seien manche Planungen gestrichen worden. Etwa ein multifunktionaler Mittelstreifen konnte nicht durchgesetzt werden. Mit der Bestätigung des Verwaltungsrates wird nun der 1. Bauabschnitt Lützner Straße zwischen Odermann- und Zschocherscher Straße als Teil der B87 und damit des Hauptverkehrsetzes der Satdt Leipzig gebaut. Der Knoten Zschochersche Straße werde mit gebaut, der in der Odermannstraße jedoch noch nicht. Dabfür werden bauliche Mängel beseitigt und ein Radfahrstreifen, neue Beleuchtung und 12 Bäume geplant. Der Bau wird ab September 2004 etwa 10 Monate in Anspruch nehmen und für die Zeit des Confederations Cup im nächsten Jahr eine beidseitig befahrbare Trasse herrichten. Ansonsten wird der Bau halbseitig erfolgen,. So dass der stadtwärtige Verkehr immer fließen wird. Für die Gegenrichtung wird eine Umleitung (über Cottaweg bzw. Zschochersche/Antonienstraé) ausgeschildert. Die verwendeten materialien entsprechen denen in der neu gebauten Eisenbahnstraße im Leipziger osten (Betonpflaster, Granitborde). Christoph Jabs/Goetz.-Haus e.V. fragt nach dem neuen Standort des Vorwegweisers, der momentan das Goetz-Haus verdecke. Herr Paech Merkt an, dass der neue Standort vor dem Haus Nr. 9 vorgesehen ist. Die Größe der Tafel bleibe allerdings erhalten, da es sich bereits um das zulässige Minimum handele. Stephan Besier/Stadt und Verkehr bewertet die Planungen als Kompromiss und Ausbau zu einer vernünftigen Stadtstraße, die mit zukünftig halbwegs gesicherter Querung im Vergleich zum aktuellen Zustand in jedem Falle eine Verbesserung darstelle. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung macht auf die Einarbeitung von speziellen Wünschen wie die Linksabbiegerspur in die Zschochersche Straße und den Radfahrstreifen aufmerksam Stephan Besier/Stadt und Verkehr moniert, dass am Knotenpunkt Odermannstraße der Radstreifen fehlt und mit der Signalisierung als Dreisecksinsel an der Zschocherschen Straße keine Fußgängerquerungbin einem Zug möglich sei. Außerdem sein ein Baumtor für den Eingangsbereich Marktstraße angebracht. R. Göhner/Tiefbauamt erläutert dass aufgrund von Leitungsführung und zu hohen Folgekosten auf Baumpflanzungen in diesem Bereihch verzichtet wurde. Der Radstreifen werde verlängert, die Karte dokumeniere lediglich einen Zwischenzustand. Herr Paech merkt für den Bereich Odermannstraße an, dass auch hier ein Zwischenzustand nach dem ersten Bauabschnitt eintreten werde: Geradeausspur, Rechtsabbieger und Radstreifen.. Als Endzustand sei aber eine Signalanlage geplant, die die nunmehr 14 Jahre andauernde Sondergenehmigung für die Vorfahrtsregelung der Straßenbahn in spätestens 2 Jahren ersetze. Stephan Besier/Stadt und Verkehr fordert, die Fahrspur auf ein Mindestmaß zu reduzieren und moderate Zwischenlösugen zu finden. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung erklärt, dass der minimal zulässige Straßenrauim an dieser Stelle nicht ausreichend sei. Außerdem bleibe die Querungsinsel erhalten, falls die Ampel einmal ausfalle. Fritjof Mothes/Stadtlabor erinnert an die Eutritzscher Straße, wo eine gemischte Rechtsabbieger-/Fahrradspur bereits existiert. R. Göhner/Tiefbauamt erläutert, dass für die Dreiecksinsel an der Zschocherschen Straße der Weg des kleinstmöglichen Eingriffs und damit eine genehmigungsfreie Neuregelung gewählt wurde. Herr Paech merkt dazu an, dass selbst bei Wegfall der Dreiecksinsel die Schleppkurve nötig wäre und in diesem Falle dann ausschießlich Auto-Verkehrsraum entstehen würde. Fritjof Mothes/Stadtlabor fragt nach, warum der Plan am Durchstich Lützner Straße keine Anbindung an das bestehende Radnetz ausweist. Christoph Jabs/Goetz-Haus e.V. wünscht sich für die Standorte der Querungshilfen eine Orientierung an den Straßeneinmündungen und nicht die geplanten Standorte. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung erklärt, dass solche Angebote feiwillig und nicht verpflichtend seien. Fritjof Mothes/Stadtlabor erinnert, dass ein durchgängiger Mittelstreifen als nicht förderfähig eingestuft wurde. Herr Paech sieht in der Planung einen Kompromiss, bei dem die Belange aller Verkehrsteilnehmer berücksichtigt wurden. Auch für die Fußgänger sein die Laufentfernung zumutbar. Fritjof Mothes/Stadtlabor mahnt das Ziel an: der Stadtteil solle verknüpft werden. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung hält das Maximum für erreicht in einem sehr engen Straßenraum. Fritjof Mothes/Stadtlabor könnte sich auch eine Kombination mit Geschwindigkeitsreduzierungen vorstellen. R. Göhner/Tiefbauamt verweist auf den Fördermittelgeber, der in diesem Fall ausschließlich Geld für eine Bundesstraße ausreicht. Tobias Habermann/Quartiersmanagement fragt, warum kein Linksabbiegen in Birken-/ Joseph-/Siemeringstraße möglich sei. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung erläutert, dass dafür kein Platz im Straßenraum sein, weil man jede erdenkliche Verkehrssituation bis 2015 berechnen müsse. Denkbar wären höchsten „Gehwegbeulen“ für Linksabbieger. Sie empfehle, das Gebiet zwischen Karl-Heine- und Lützner Straße „von hinten“, also über die Zschochersche Straße anzufahren. Herr Paech mahnt einen geradlinigen Verkehrsflus an. Ruth Rabenberg/Stadtplanungsamt will sicherstellen, dass der Radstreifen frei bleibt und nicht in zweiter Reihe beparkt wird wie an Südplatz und Kalr-Liebknecht-Straße. Edeltraut Höfer/Leiterin Amt für Verkehrsplanung fordert hier Kontrollen von Anfang an, um derartige Gewohnheiten nicht einreißen zu lassen. Protokoll Christina Weiß Anbei noche einige verkehrsplanerische Notizen von Stephan Besier: PLANUNGSFORUM LINDENAU Verkehrsführung und Nutzung des Stadtraums in Altlindenau 17. Mai 2002 13h00-14h30 Vision Lindenau 2030: Für ein attraktives und preisgünstiges Wohnquartier (aufgreifen der Visionen von LD in seinem Buch Leipzig 2030) Den Quartieren der gründerzeitlichen Stadt muß eine Qualität gegeben werden, damit sie mit den Standorten auf der grünen Wiese konkurrenzieren können ... Geschäfte UND Wohnen! Ziel ist Eigentumsbildung und Investition in Stadthäuser, Selbstnutzerprojekte, Familienfreundliche Wohnhäuser etc. Dies funktioniert nur bei aufgewerteten Wohnumfeldern (Bsp. Mayersche Häuser, Modell Roßmarktstraße, Karl-Heine-Kanal, Henriettenpark) Straßenräume müssen dabei aber auch als Teil des Wohnumfeldes gesehen werden, da nicht überall Parks etc. angelegt werden können. --> Weniger (Durchgangs-) Verkehr – Mehr Lindenau Übersicht Aktionsliste 2003: Aktueller Stand von Projekten und Maßnahmen Abfrage des Standes der einzelnen Maßnahmen Anschließend: 1. Sofortmaßnahmen – zeitlich-prioritäre Maßnahmen/Projekte diskutieren (bspw. Detailänderungen Lützner Straße 1. BA, Abstufunung Endersstraße). 2. Perspektiven als weniger drängende Forderungen erneut anbringen (Cranachstraße, Erich-Köhn-Straße) 1. Lützner Straße (1. BA) Zschochersche bis Odermannstr. Knoten Odermannstraße: Radweg durchziehen an Knoten Odermannstraße Verzicht auf zwei Fahrspuren da keine Ampel, später Fahrspuren 2,75m EAHV Sperrmarkierung aus ästhetischen Gründern aufpflastern Einmündung Marktstraße: Anlage Baumtor Knoten Zschochersche Straße – Fußgängerfreundlichkeit erhöhen. Keine Dreiecksinseln! (vgl. EFA) 2. Endersstraße Aufhebung der Hauptstraßenfunktion – Integration in Tempo-30-Zone --> Karl-Heine-Kanal und Henriettenpark haben hinterer Endersstraße Aufwertung und Einwohner gebracht. Impuls für vorderen Abschnitt dringend nötig, der von genannten Qualitäten bisher kaum profitiert – deswegen Verkehrsberuhigung. 3. Lindenauer Anger / Untere William-Zipperer-Straße Eine Aufwertung ist auch im Bereich der unteren William-Zipperer Straße notwendig. Vision: Grüner Anger! Ist städtebaulich zu entwickeln. Dazu Sofort: - Gegenläufige Einbahnstraße in der Erich-Köhn-Straße zwischen Zipperer und Merseburger Straße zur wirksamen Unterbindung des Schleichverkehrs. - Aufhebung der Verbindung Odermannstraße – William-Zipperer-Straße. Dazu ab 2005/06: - Verlagerung der Verbindungsfunktion Lützner Straße – Hans-Driesch-Straße auf Ring-Tangenten-System (Marschner-Straße und Rückmarsdorfer Straße) ab etwa 2005/06 Dann: - Für Erich-Köhn-Straße verbleibend quartiersverbindende Funktion Angerbrücke – William-Zipperer-Straße --> OK! - Aufhebung Hauptstraßenfunktion William-Zipperer-Straße zwischen Demmeringstraße und Erich-Köhn-Straße --> OK! - Entwicklung und Anlage Lindenauer Anger in der unteren Zipperer-Straße 4. Aktivband und Anbindung Palmengarten Nicht nur Straßen und Stadtbahnen sondern auch eigene und erholungsorientierte Mobilität, sowie bessere Anbindung an Grünbereiche Wichtig ist Aktivband Ost-West: Endlich Entwicklung Human-Powered-Mobility-Achse Hafen – Neulindenau – Altlindenau – Sportforum – Waldstraßenviertel – Innenstadt / Hbf. Knackpunkte: Querung nördlich LVB-Depot, Querung S-Bahn, Querung Kleinmesse, Querung Elster Wichtig ist auch Aktivband Nord-Süd: Schließung der Lücke zwischen nördlichem und südlichem Auebereich durch Querungshilfe am Cottaweg Durchgänge zum Palmengarten: 1. Knotenarm Jahnallee 2. Querung am Wehr 5. Lützner Straße (2. BA) Odermannstr. bis S-Bahn Ausbau analog Prinzip Eisenbahnstraße Vernünftiger Knoten Lützner-/Merseburgerstraße - Querung am Knoten bleibt erhalten! - Linksabbiegen von Lützner in Merseburger Straße zur Entlastung Cranachstraße („Wiener Lösung“: Überfahrbare Kap-Haltestelle mit Linksabbieger vor Anhebung) 6. Lützner Straße (3. BA) S-Bahn bis Plautstraße Keinen Verkehrsraum entstehen lassen – Verkehrliche Belastung nimmt eher ab – Potenziale nutzen um zentrale Achse Neulindenaus aufzuwerten. Städtebauliche Aufwertung durch stadtverträglichen Ausbau a) unter Anlage von Vorgärten, Kaphaltestellen b) andernfalls Rasengleis in Seitenlage Aktuelle Planungsstände Von der Stadtverwaltung wird erwartet folgende Planstände kurz darzustellen (i.S.d. Bürgerinformation --> Artikel im Ortsblatt): - Lützner Straße alle BAs - Knoten Jahnallee/Angerbrücke - Erich-Köhn-Straße - Planungen Angerbrücke - Planungen Aktivbänder Noch einzuladen: SPA, Frau Faul ASW, Frau Gall Urban, Frau Heck Straßenverkehrsbehörde, Herr Seidel Notizen von Stephan Besier