Leipzig, den 4. Juli 2002 5. Verkehrsforum Neulindenau Liebe Mitdenkerinnen und Mitdenker in und für Lindenau, anbei finden Sie das Protokoll der Veranstaltung vom 13. Juni 2002 zur Verkehrssituation in Neulindenau. Der gefundene Konsen sollte wie verabredet baldmöglichst umgesetzt und im September dem Stadtbezirksbeirat vorgestellt werden. Da keine aufwendigen Baumaßnahmen erforderlich sind, steht dem wohl auch nichts im Wege - zumal die anliegenden Vereine ihre Bereitschaft zu Eigenleistungen bei der Herstellung von Parkflächen im hinteren Bereich der Saalfelder Straße signalisiert haben. Hier könnte sogar beispielhaft, unkompliziert und unter fachlicher Anleitung aus den Ämtern eine Zusammenarbeit von Verwaltung und Betroffenen vor Ort erfolgen. Als Stadtteilverein bieten wir dabei gerne unsere unterstützende Koordinierung an. Also angepackt für ein noch l(i)ebenswerteres Lindenau ! Ein herzlicher Gruß Vorankündigung Am 26. August, 17.00 bis 19.00 Uhr, wird Stadtbaurat Dr. Engelbert Lütke Daldrup unserem schönen Lindenau einen Besuch abstatten. Geplant ist derzeit eine Fahrradtour von der Plaut- über die Demmering-/ Apostel-/Erich-Köhn-Straße zur Diskussionsveranstaltung im URBAN- Büro. Über Ihre Teilnahme und Diskussionsbeiträge freuen wir uns ! 5. Verkehrsforum Lindenau 13. Juni 2002 15.00 - 17.00 Uhr Volkssolidarität Neulindenau (Lützner/Saalfelder Straße) Tagesordnung 1. Begrüßung 2. Vorstellungsrunde 3. Impulsreferate zur Verkehrssituation in Neulindenau a. Verlängerte Saalfelder Straße b. Verkehrssituation in Neulindenau allgemein 4. Konkrete Probleme a. Verortung von Verkehrsproblemen b. Diskussion - befürchteter Ausbau Saalfelder Straße - überregionale Verbindungen - Hauptverkehrsnetz: Verkehrsabwicklung ausschließlich über Hauptstraßen a. „Tempo 30“ im Dunckerviertel b. Durchgangsverkehr Saalfelder Straße 5. Konsens 6. Arbeitsaufträge 7. Anwesenheitsliste 1. Begrüßung Moderator Fritjof Mothes begrüßt die Anwesenden und betont den Umstand, daß die ersten vier Verkehrsforen ein anderes Gebiet, nämlich Altlindenau, behandelt hätten. Dementsprechend seien bei dem neu zu behandelnden Gebiet Neulindenau auch neue Akteure zu begrüßen. Ziel der Veranstaltung sei jedoch wie immer, eine Gesamtsicht auf das zu behandelnde Gebiet zu skizzieren und für konkrete Probleme Lösungsansätze aufzuzeigen. 2. Vorstellungsrunde Fritjof Mothes bittet alle Anwesenden um eine kurze Vorstellung ihrer Person und des Anliegens für die Veranstaltung. Günter Swinka/Schreberverein „Fortschritt“ möchte vor allem das Verkehrsproblem in der Saalfelder Straße behandelt wissen. Hier müsse mehr an Kinder und ältere Menschen gedacht werden. Manfred Böttcher/Amt für Verkehrsplanung möchte für Verständnis für das Verwaltungs-handeln werben; man befinde sich tatsächlich nicht in einem Dorf, wie dies scherzhaft auf der Einladung stehe, sondern vielmehr in einem Stadtteil einer Großstadt. Bernd Seidel/Amt für Verkehrsplanung wünscht sich eine tragfähige Lösung für die verlängerte Saalfelder Straße. Günter Reißig und Henry Eisert/ Naturheilverein Leipzig III fordern eine Lösung des Problems Saalfelder Straße für den Naturheilverein. Dem schließen sich Peter Stenzel/Wohngebiet Mansfelder Weg + Garagengemeinschaft Bienerstraße und Annelore Dietzel/Wohngebiet verl. Saalfelder Straße als Vertreter/in der anliegenden Wohngebiete und Vereine an. Matthias Rackwitz/Siedler Margeritenweg sehnt Zustände wie vor 3 oder 4 Jahren herbei. Heike Storzer/Betreutes Wohnen pflichtet ihm bei und macht außerdem auf die nicht abgesenkten Bordsteinkanten aufmerksam. Diese würden die Bewegungsfreiheit der oftmals gehbehinderten oder auf Rollstühle angewiesenen Bewohner/innen des neugebauten Altersheims stark einschränken (Lützner/Demmeringstraße, zugang zur Straßen und S-Bahn) 3. Impulsreferate zur Verkehrssituation in Neulindenau a. Verlängerte Saalfelder Straße Annelore Dietzel/Wohngebiet verl. Saalfelder Straße stellt die Überlegungen der Initiativgruppe Saalfelder Straße vor: In den 50er-Jahren hätte als Verlängerung der Saalfelder Straße lediglich ein schmaler Pfad als Zuwegung zu den Kleingärten gedient. Dieser sei vor einigen Jahren befestigt worden, aber nicht als Straße, sondern vielmehr als großzügigerer Fußweg mit einer Breite von stellenweise nur 3 Metern einzustufen. Auch der Radweg entlang der Saalfelder Straße führe nur bis zur Höhe Dunckerstraße. Später seien dann noch die Ernst-Keil-Straße und vor kurzem die Bienerstraße befestigt worden. Das Problem, das alle beschäftige, sei nun der Schleichverkehr, der sich durch die verlängerte Saalfelder Straße über das neugeteerte Stück Bienerstraße dränge und vor allem im Bereich der eigentlich nur einspurig zu befahrenden, verlängerten Saalfelder Straße als Schnellstraßenpiste entwickle: Je schneller man durch den engen Bereich fahre, desto eher sei Gegenverkehr aneinander vorbei und könne wieder Gas geben. Gerade im Begegnungsbereich sei der ehemals bepflanzte Randstreifen unglaublich heruntergefahren. b. Verkehrssituation in Neulindenau allgemein Stephan Besier/Lindenauer Stadtteilverein e.V. führt zur Verkehrssituation in Neulindenau aus, daß die Siedlung ruhig, grün, sehr versteckt und „ab vom Schuß“ liege. Die Durchgrünung und ruhige Lage wären mit der großen Nähe zur Stadt als großer Standortvorteil des Viertels zu sehen. Durchgangsverkehr dürfe bei der isolierten, reinen Wohnlage eigentlich kein Thema sein. Konkrete Probleme mit dem Durchgangsverkehr würden dort bestehen, wo Nicht-Anlieger Ampeln umgehen wollten: etwa über den KONSUM-Parkplatz und die Demmeringstraße in die Plautstraße oder wie dargestellt über die Saalfelder Straße. Als Ursachen für Schleichverkehr seien anzuführen: - Nicht alleine durch Aufstellen von Schildern könne Verkehrsverhalten geregelt werden. Vielmehr müßten bauliche Maßnahmen und abgestimmte Ampelphasen zu einem gewünschten Verkehrsverhalten führen. - Die Verkehrsbelastung der Leipziger Hauptstraßen liege generell an der Grenze der Leistungsfähigkeit. Umgehungsstraßen würden Verkehrsprobleme allerdings lediglich örtlich verlagern, so daß eher eine Verlagerung auf den öffenlichen Personen-Nah-Verkehr (ÖPNV) sowie Fuß- und Radverkehr anzustreben sei. Gerade im Bereich Radverkehr habe es in den letzten Jahren in Leipzig bereits eine Verdoppelung gegeben. - Ziel aller Maßnahmen in Neulindenau solle sein, das Viertel zu erhalten und bekannter zu machen - trotz derzeit drohender Überalterung, kaum vorhandener Infrastruktur und fehlender ÖPNV-Anbindung. - Ein wichtiger Punkt zur Anbindung des Dunckerviertels an die Nachbarstadtteile sei die im STEP festgeschriebene Achse Roßmarktstraße-Apostelstraße-Demmeringstraße als Rad-/ Fußverbindung, die auch über das Hafengelände hinaus weitergefürt werden müsse. 4. Konkrete Probleme a. Verortung von Verkehrsproblemen Moderator Fritjof Mothes bittet die Anwesenden, konkrete Probleme des Stadtteils in einer Karte zu verorten. Matthias Rackwitz befürchtet, daß mit dem Ausbau der Rückmarsdorfer Straße zum „Mittleren Ring“ auch wieder ein vierspuriger Ausbau der Saalfelder Straße drohe, wie dies in den 40er-Jahren bereits angedacht worden war. Außerdem mekt er an, daß die derzeitige Vorfahrtsregelung „Rechts vor Links“ in der Saalfelder Straße überhaupt nicht umsetzbar, vielmehr äußerst gefährlich sei, da im Einmündungsbereich der Seitenstraßen die Sicht durch Büsche vollständig verdeckt sei und die Seitenstraßen noch dazu geneigte Ebenen darstellen würden. Eine automatische Verkehrsberuhigung würde auch durch Anlage dringend benötigter Parkplätze vor den Kleingartenanlagen erreicht sowie durch den ohnehin schlechten Straßenbelag. Annelore Dietzel hebt hervor, daß sie bei „Dunckerviertel“ immer an das Grün des Viertels denke: Gartenvereine und Sportpark würden dem Ruhebedürfnis gerecht und hätten einen sehr hohen Erholungswert. Dieser sei derzeit durch den Durchgangsverkehr stark beeinträchtigt und man befürchte Schlimmeres, wenn sich der Schleichverkehr erst einmal herumgesprochen habe. Auch Peter Stenzel wünscht sich, daß niemand mehr mit den derzeit üblichen 80 km/h über die Bienerstraße fährt. Denkbar sei hier eine Sackgassenregelung: Für PKW bestünde durchaus eine Wendemöglichkeit. Henry Eisert unterstreicht, daß LKW über 2,8 t bereits derzeit keine Einfahrt in die verlängerte Saalfelder Straße hätten. Günter Reißig macht darauf aufmerksam, daß zur Vermeidung von Durchgangsverkehr in den Wohnvierteln die hauptverkehrsstraßen im Umfeld attraktiver gemacht werden müßten. Dann seine die Nebenstraßen automatisch unattraktiver. Dieser Effekt sei außerdem noch dadurch zu verstärken, daß die Parkbuchten in der Saalfelder Straße nicht nur bloße „Striche auf der Straße“ darstellten, sondern an sinnvollere Stellen verlegt würden. Heike Storzer berichtet von massiven Mieterbeschwerden aus dem Betreuten Wohnen über den Straßenlärm; es sei nicht möglich, bei offenem Fenster zu telefonieren oder gar zu schlafen. Vor 3 Jahren sei dies anders gewesen. Hierdurch enstehe auch wirtschaftlicher Schaden, denn der barrierefreie Neubau sei in einigen Teilen schwer vermietbar. Ein weiteres Problem sei die Lützner Straße: Diese sei weder querbar für Rollstühle (zu holprig, keine Bordsteinabsenkungen) noch könne die Straßenbahn barrierefrei bestiegen werden. Bernd Seidel/AfV berichtet von eher gegenteiligen Beobachtungen beim Autoverkehr in der Saalfelder Straße. Gerade weil die Fahrbahnbreite nicht für den KFZ-Verkehr geeignet sei, würde sehr vorsichtig gefahren. Manfred Böttcher/AfV erläutert, daß aus Verwatungsssicht die Lützner Straße das wesentliche Problem Neulindenaus darstelle. Durch den stark einflutenden Verkehr sei die Überquerbarkeit derzeit nicht gegeben. Auch für die Zukunft existiere noch kein richtiges Lösungskonzept, da die Pläne zur Verlagerung der Straßenbahn in die Demmeringstraße ad acta gelegt wären - so hätte die Aufnahmefähigkeit der Lützner Straßegesteigert werden können. Eine Erleichterung sei aber durch den Bau des Mittleren Rings zu erwarten, in dem die Lützner Straße nicht mehr in ihrer gesamten Länge als überörtliche Bundesstraße (B87) ausgewiesen werde. Die B87 verlaufe vielmehr über die Kiewer Straße. Christina Weiß/Stadtteilverein betont die Bedeutung der im STEP vorgesehenen Achse Demmeringstraße zur Anbindung Neulindenaus an Altlindenau und die Verlängerung in das Hafengelände, wo sich auch das Gelände der Museumsfeldbahn befinde. Daneben sei eine Erschließung des Dunckerviertels und des Hafengeländes durch den ÖPNV von Bedeutung. Stephan Besier/Stadtteilverein hebt die Durchgrünung des Viertels als positive Besonderheit hervor. Allerdings halle durch diese offene Struktur auch jeder Laut sehr weit. Darüber hinaus seien von besonderer Bedeutung - der Stadtbahnausbau, der derart ausgestaltet werden müsse, daß der Hauptverkehr tatsächlich auch auf den Hauptstraßen abgewickelt werde und in die Wohnviertel nur der unmittelbare Anliegerverkehr gelangen könne. Hierbei müßten unbedingt sämtliche Abbiegebeziehungen berücksichtigt werden, um keinen Durchgangsverkehr in die Wohnquartiere zu drücken. - der Ausbau des Mittleren Rings, wo diese Absichten ebenfalls baulich verdeutlich werden müßten. - eine genaue Bedarfsanalyse für den öffentlichen Raum: Hier müsse sich etwa für den Busbahnhof Neulindenau auch die Umsteigefunktion in der baulichen Ausführung widerspiegeln. Es ginge nicht an, daß eine volle Busladung Fahrgäste aus der Buslinie 60 in die Straßenbahnlinie 15 umsteigen wolle und dafür orientierungslos über Bushof und Fahrbahn irre, weil die Lützner Straße lediglich für die Bedürfnisse des Autoverkehrs ausgebaut werde. Fritjof Mothes möchte der Gesamtschau der Probleme auch den Durchgangsverkehr durch die Groitzscher Straße hinzufügen. Günter Reißig ergänzt, daß Zick-Zack-Kurse durch die Viertel überall dort zu bemerken seien, wo Ampeln umgehbar sind, etwa über die Credéstraße, Radiusstraße, Groitzscher Straße. Hier müsse der Verbleib auf der Hauptstraße attraktiver gestaltet werden, etwa durch einen Grünen rechtsabbiegerpfeil von der Lützner in die Plautstraße. Fritjof Mothes faßt als Hauptprobleme folgende Punkte zusammen: - Durchgangsverkehr Saalfelder Straße und befürchteter Ausbau - überregionale Verbindungen - Hauptverkehrsnetz: Verkehrsabwicklung ausschließlich über Hauptstraßen oder bewußte Duldung von Ausbreiten in Nebenstraßen, um Problemzonen zu entschärfen - Fuß-/Rad-Achse Demmeringstraße - ÖPNV-Erschließung - Lützner Straße b. Diskussion Fritjof Mothes schlägt eine Abarbeitung der Punkte in den genannten Reihenfolge vor. Alle Anwesenden sind siche inig, daß die Lützner Straße eines gesonderten Termins bedarf. - befürchteter Ausbau Saalfelder Straße Manfred Böttcher/AfV führt aus, daß ein Ausbau der Saalfelder Straße in keiner städtischen Planung mehr enthalten sei und somit auch keine Rolle beim geplanten Tangentensystem Mittlerer Ring spiele. Fritjof Mothes verweist ergänzend auf die verkehrspolitischen Leitlinien der Stadt Leipzig; der Ausbau sei kein politischer Wille. Stepahn Besier verweist auf den Status der Plautstraße, die die Funktion der Hauptverkehrsstraße übernommen habe. - überregionale Verbindungen Manfred Böttcher verweist auf den gepklanten Mittleren Ring: Hier sei sehr großzügig geplant worden, eine abgespeckte Umsetzung erfolge aus Gründen des Landschaftsschutzes und mangels Geld. Straßen des Bundesfernstraßennetzes/überörtlichen Verkehrs seien die Kiewer, Lyon-, Schomburgk- und Ludwig-Hupfeld-Straße. - Hauptverkehrsnetz: Verkehrsabwicklung ausschließlich über Hauptstraßen „Tempo 30“ im Dunckerviertel Bernd Seidel/AfV berichtet von der geplanten Errichtung einer Tempo-30-Zone für das Dunckerviertel. Ausgenommen davon seien allerdings der Ostabschnitt der Demmeringstraße sowie der Eingangsbereich Saalfelder Straße - weil dort niemand wohne bzw. Überschreitungen nicht kontrollierbar seien. Annelore Dietzel äußert ihr Entsetzen über diese Denkweise. Wer als Anlieger in ein Wohngebiet fahre, nehme gerne Tempo 30 in Kauf. Und Durchgangsverkehr sei ausdrücklich unerwünscht - dem müsse auch eine entsprechende Umsetzung und Kontrolle folgen, um sich nicht unglaubwürdig zu machen. Heike Storzer betont, daß auch in den Bereichen, wo keine Tempo-30-Zone geplant sei, die Häuser bewohnt wären. Fritjof Mothes schlägt zusätzliche Parkbuchten im Eingangsbereich der Saalfelder Straße vor, die benötigt würden und daneben ebenfalls eine Verkehrsberuhigung bewirken würden. Bernd Seidel hält eine solche Lösung für denkbar und übernimmt die Klärung städtebaulicher Möglichkeiten für ein Querparken im Bereich Saalfelder Straße zwischen Lützner/Demmeringstraße. Heike Storzer begrüßt diese Möglichkeit, da so für das Betreute Wohnen eine erhebliche Lärmminderung zu erwarten sei. Stephan Besier möchte wissen, was mit dem Zebrastreifen passiere, der laut Verwaltungsvorschrift in einer Tempo-30-Zone nichts zu suchen habe. Manfred Böttcher führt aus, daß dieser Bestandsschutz habe und vor allem auch wegen der naheliegenden Grundschule verbleiben solle. Fritjof Mothes greift den anschließenden Bereich der Saalfelder Straße auf, in dem der begrünte Mittelstreifen geradezu zum Gasgeben verleite. Manfred Böttcher betont, daß die Straßenraumgestaltung ebenso wichtig sei wie das Aufstellen von verkehrsregelnden Schildern. Denn wo der öffenliche Raum schnelles Fahren ermögliche, dort werde eben auch schnell gefahren. Querparken, was aus stadtplanerischer Sicht grundsätzlich aus ästhetischen Gründen abgelehnt werde, sei vielleicht auch hier möglich. Günter Reißig begrüßt zusätzliche Parkplätze. Diese seinen dringend notwendig für die anliegenden Schrebergärten. Annelore Dietzel wünscht sich einen Radweg für den zweispurigen Bereich der Saalfelder Straße. Manfred Böttcher betont, daß dieser in einer Tempo-30-Zone nicht notwendig sei. Fritjof Mothes faßt den gefundenen Konsens zusammen: - Eingangsbereich Saalfelder Straße (zw. Lützner und Demmeringstraße) Ausweitung der Tempo-30-Zone und entsprechende Umgestaltung, um Nebenstraßencharakter zu verdeutlichen und Durchgangsverkehr auf der Lützner Straße zu behalten - zweispurige Saalfelder Straße (zw. Demmering- und Gröppelerstraße) verkehrsberuhigende Gestaltung (Parkflächen), jedoch kein Radweg Durchgangsverkehr Saalfelder Straße Manfred Böttcher/AfV führt aus, daß man bei der Wiederherstellung des Fahrbahnbelags in der Bienerstraße nicht mit einer derartigen Entwicklung des Durchgangsverkehrs in der verlängerten Saalfelder Straße gerechnet habe. Hier habe der Bualastträger ohne Rücksprache mit der Verkehrsplanung gehandelt. Man sei ebenso wie die Anwohner überrollt worden. Das Problem sei bereits Thema im Stadtbezirksbeirat gewesen, wo auch eine Einbahnstraßenregelung angedacht worden sei. Henry Eisert warnt vor einer solchen Lösung, da durch das Wegfallen des Begegnungsverkehrs eine noch schnellere Durchfahrt als derzeit schon ermöglicht würde. Er betont, daß auch bei den Garagenbesitzern Konsens für eine komplette Schließung der Straße herrsche Annelore Dietzel betont, daß die verlängerte Saalfelder Straße für größere Fahrzeuge (> 2,8 t) ohnehin gesperrt sei. Im übrigen zeige die Abwesenheit der aufgesuchten und eingeladenen Gewerbebetriebe deren Desinteresse. Deren Anfahrt sei auch über eine eigene Straße gesichert und würde von einer Schließung nicht tangiert. Peter Stenzel schlägt eine einfache Abpollerung auf Höhe des neugeteerten Abschnitts in der Bienerstraße vor. Ergänzend könne ein Sackgassenschild auf die fehlende Wendemöglichkeit für LKW verweisen, die allerdings ohnehin keine Einfahrt hätten. Wünschenswert wären für ihn außerdem Parkplätze für die Kleingartenanlagen im abgepollerten Bereich der Sackgasse. Manfred Böttcher verweist auf hohe Erneuerungskosten für umgefahrene Poller. Eine Umsetzung müsse mit dem Bau eines Hochbords einhergehen. Die Straße sei aber in jedem Falle zu schließen, wenn dies einhellig so gewünscht werde. Da der Straße keine verkehrliche Bedeutung zukommt, stehe dem aus der Sicht des Amtes für Verkehrsplanung auch nichts im Wege. Eine Rücksprache mit dem Tiefbauamt als Baulastträger sei allerdings erforderlich. Fritjof Mothes fordert die Gruppe auf, diesen Konsens auch im Stadtbezirksbeirat im September vorzutragen. Annelore Dietzel fragt nach möglcihen Zeiträumen für eine Umsetzung der Maßnahme. Bernd Seidel verweist auf den zeitintensiven Verwaltungsweg. Manfred Böttcher schlägt eine baldige Zwischenlösung mit Einbahnstraßenregelung und Tempo-20-Schildern vor und stellt ansonsten die Jahresmitte 2003 in Aussicht. Fritjof Mothes verweist auf den gefunden Konsens: niemand sei für eine Einbahnstraße. Annelore Dietzel erinnert an den Spruch „Nichts hält länger als ein Provisorium.“ Manfred Böttcher erinnert an den geplanten Besuch Lindenaus durch den Beigordneten für Planung und Bau, Dr. Engelbert Lütke Daldrup, am 26. August (17.00 Uhr). Vielleicht sei hier eine zeitnahe Lösung zu verabreden. Günter Reißig mahnt eine schnelle Lösung an, um auch den Kindergärten wieder einen Besuch der Spielplätze in den Gartenanlagen zu ermöglichen. Derzeit lasse der Verkehr in der Saalfelder Straße keine gefahrlose Überquerung für Kindergruppen zu. Matthias Rackwitz verweist ergänzend auf die Speilfläche am Rodelberg und fragt nach den Ergebnissen der Verkehrszählung der vergangenen Woche. Bernd Seidel liegen die Ergebnisse leider noch nicht vor. Annelore Dietzel ist empört über die ständigen Verzögerungen. Manfred Böttcher mahnt nochmals an, Neulindenau als Stadtteil zu begreifen, der alle Vor-, aber eben auch Nachteile einer städtischen Siedlung mit sich bringe. Fritjof Mothes schließt die Runde und bedankt sich bei den Beteiligten. Eine Wiederaufnahme der benannten, aber nicht diskutierten Punkte - Hauptverkehrsnetz: Verkehrsabwicklung ausschließlich über Hauptstraßen oder bewußte Duldung von Ausbreiten in Nebenstraßen, um Problemzonen zu entschärfen - Fuß-/Rad-Achse Demmeringstraße - ÖPNV-Erschließung Dunckerviertel - Viertel an der Groitzscher Straße muß aus Zeitmangel auf weitere Termine verschoben werden. Vorraussichtlich im Herbst wird das 6. Verkehrsforum zum Thema Stadtbahnausbau Lützner Straße stattfinden. Einladungen ergehen rechtzeitig durch den Stadtteilverein. 5. Konsens Der gefundene Konsens zur Saalfelder Straße wird auf der Sitzung des Stadtbezirksbeirats im September 2002 vorgestellt: - Im Eingangsbereich der Saalfelder Straße soll eine Ausweitung der Tempo-30-Zone und entsprechende Umgestaltung (Querparken) erfolgen, um den Nebenstraßencharakter zu verdeutlichen und Durchgangsverkehr auf der Lützner Straße zu halten - Die zweispurige Saalfelder Straße (zw. Demmering- und Gröppelerstraße) soll eine verkehrsberuhigende Gestaltung (Parkflächen), jedoch keinen Radweg erhalten. - Die Bienerstraße wird im neu geteerten Bereich kurzfristig geschlossen (Poller/Bord). 6. Arbeitsaufträge Bernd Seidel übernimmt die Klärung städtebaulicher Möglichkeiten für ein Querparken im Bereich Saalfelder Straße zwischen Lützner/Demmeringstraße. Manfred Böttcher nimmt kurzfristig mit dem Baulastträger Kontakt auf, um eine zeitnahe Umsetzung des gefundenen Konsens´ abzuklären. 6. Teilnehmerliste Stephan Besier Lindenauer Stadtteilverein Rietschelstr.2 04177 Leipzig 45 12 012 (T/F) Manfred Böttcher Amt für Verkehrsplanung Prager Straße 17 04103 Leipzig 1 23 34 71 Henry Eisert KGV Naturheilverein L. III Saalfelder Straße 04179 Leipzig 0172/3 40 53 44 Annelore Dietzel verl. Saalfelder Straße Saalfelder Str. 73 04179 Leipzig 4 80 46 41 Siegfried Jack KGV „Freie Scholle“ Margeritenweg 04179 Leipzig Ralf Maguhn KGV „Freie Scholle“ Margeritenweg 04179 Leipzig Fritjof Mothes Stadtlabor, Moderation Hinrichsenstraße 3 04105 Leipzig 2 11 18 -00, F: -81 Melanie Pfletscher Leipziger Kinderbüro Rietschelstraße 2 04177 Leipzig 8 70 59 45 Matthias Rackwitz Siedler Margeritenweg Margeritenweg 29 04179 Leipzig Günter Reißig KGV Naturheilverein L. III Saalfelder Straße 04179 Leipzig 4 12 39 79 Seidel Amt für Verkehrsplanung Prager Straße 17 04103 Leipzig 1 23 34 70 Peter Stenzel Mansf. Weg + Garagengem. 04179 Leipzig Heike Storzer Betreutes Wohnen Saalfelder Str. 12 04179 Leipzig 4 95 41 00 Günter Swinka KGV„Fortschritt“ Saalfelder Straße 04179 Leipzig Christina Weiß Lindenauer Stadtteilverein Rietschelstraße 2 04177 Leipzig 45 12 012 (T/F) Samira Winkler Leipziger Kinderbüro Rietschelstraße 2 04177 Leipzig 8 70 59 45