Lindenau wächst
Lindenaus Bevölkerung wächst insgesamt wieder, während viele Leipziger Stadtteile schrumpfen. Zuzug aus dem gesamten Stadtgebiet, vor allem aber aus Leutzsch und Umgebung, sowie mehr Geburten beleben Stadtteilbild und alte Bausubstanz.
Noch vor 170 Jahren lebten auf Lindenauer Flur knapp 1.000 Menschen, die als Bauern und Handwerker, aber auch durch die vergnügungsliebenden Leipziger Sommerfrischler ihren Lebensunterhalt bestritten.
Abbildung: Entwicklung der Einwohnerzahl im Stadtteil Lindenau (1)
Durch die systematische Land-Erschließung für Industrieansiedlungen auf der felsigen Anhöhe rund um die heutige Karl-Heine-Straße explodierte das ehemalige deutsche Bauerndorf zusammen mit dem benachbarten, ehemals sorbischen Plagwitz von etwa 1880 bis 1910 in nur 30 Jahren zu seiner städtebaulichen Dichte. Acht Personen in einem Raum und Schlafen in Schichten waren keine Seltenheit im Stadtteil der Industriearbeit.
Über 70 Jahren lang jedoch schrumpfte Lindenau dann bis zur Jahrtausendwende auf ein Drittel seiner einstigen Fülle – oder wuchs zurück auf ein Zweiundzwanzigfaches der vorgründerzeitlichen Bevölkerung?
(1) Grundlage: Amt für Statistik und Wahlen, Erfassungsbereiche: Flur Lindenau (bis 1891), Stadtteil Lindenau (Eingemeindung bis Wende), Ortsteile 70, 71, 72 (Lindenau/ Altlindenau/ Neulindenau, seit 1992)