Liegenschaften der 3 Lindenauer Ortsteile finden Sie hier

Häuserliste

Erich-Köhn-Straße 55

04177 Leipzig-Lindenau

Hier, in der damaligen Wettinerstraße 55, III. Etage, lebte (ab ca. 1902-ca. 1910) der Eisendreher Oskar Grünler mit seiner Familie. (1915 und noch 1926 wohnte der Eisendreher Oskar Grünler in der Karlstraße 8 in Markranstädt.) Sein Sohn Kurt Grünler wurde 1952 Leiter der Bezirksverwaltung Frankfurt (Oder) im Ministeriums für Staatssicherheit/MfS, 1955 Leiter der Bezirksverwaltung Suhl des MfS.

Biographische Angaben zu Kurt Grünler aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR?":

Grünler, Kurt
geboren am 15.8.1906 in Leipzig-Lindenau, gestorben am 28.7.1985, Bezirksverwaltungsleiter im Ministerium für Staatssicherheit/MfS
Geb. in Leipzig-Lindenau; Vater Eisendreher; höhere Bürgerschule; 1920-23 Ausbildung zum Elektriker in Markranstädt; 1922/23 Mitglied der Sozialistischen Proletarier-Jugend, 1922-28 Kom- munistischer Jugendverband Deutschlands/KJVD; 1923 Internationale Arbeiterhilfe/IAH, Roter Frontkämpferbund/RFB; 1923-30 Arbeit als Elektriker und Hilfsarbeiter, zeitw. auf Wanderschaft; 1928 KPD; 1930-33 arbeitslos; u. a. Arbeitsgebietsleiter des illegalen RFB, deswegen als Rädelsführer gesucht und bis 1933 illegal in Markranstädt und Leipzig; April 1933 Emigration nach Dänemark, Mai 1934 Schweden, Februar 1936 ausgewiesen; 1937-39 Interbrigadist im spanischen Bürgerkrieg (»Julio Gonzales Garcia«), XI. Internationale Brigade, Panzerbrigade, Leutnant, Juli 1937 verwundet, dann in einer Partisaneneinheit; März 1939 Internierung in Frankreich in St. Cyprien und Gurs, dort in der illegalen KP-Lagerleitung; 1940 Arbeitskompanie in Nordfrankreich; Juli 1940 Auslieferung nach Deutschland, Haft in Berlin; Oktober 1940-45 Konzentrationslager/KZ Buchenwald.
1945/46 KPD/SED; 1945 Sekretär des Antifa-Blocks in Altranstädt; 1945-47 dort Amtsvorsteher; 1947 Einstellung bei der Volkspolizei/VP, Leiter der K 5 (politische Polizei [Anm.: K 5 = sogenannte "Kriminalpolizei 5", eine Vorläuferorganisation des Ministeriums für Staatssicherheit]) in Magdeburg; September 1949 Leiter der Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft Mecklenburg; 1950 stellv. Operativ des Leiters der Verwaltung zum Schutz der Volkswirtschaft Sachsen-Anhalt (= ab Febr. 1950 Länderverwaltung Sachsen-Anhalt des Ministerium für Staatssicherheit); 1952 Leiter der Bezirksverwaltung Frankfurt (Oder); 1953 Oberst-Leutnant; 1954/55 Bezirksparteischule/BPS Frankfurt (Oder); 1955 Leiter der Bezirksverwaltung Suhl; 1960 aus gesundheitlichen Gründen beurlaubt; 1961 Versetzung zur Abteilung XII (Zentrale Auskunft/Speicher), Ministerium für Staatssicherheit Berlin; 1964 Entlassung, Rentner; 1971 Vaterländischer Verdienstorden.
Recherchen/Autoren: Bernd-Rainer Barth und Dr. phil. Jens Gieseke

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Leipziger Adreß-Buch 1901, 1902, 1904, 1906, 1908, 1910, 1911
- Adressbuch Leipzig-Land, Verlag Otto Beißert, Leipzig 1915/16, 1920
- Handbuch für die Amtshauptmannschaft Leipzig 1926. Leipzig, Kunstverlag Bild und Karte 1926
- Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien". Herausgegeben von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix. 5. Auflage, März 2010. Berlin: Ch. Links Verlag 2010, 1604 Seiten.
S. 450: Grünler, Kurt
- Jens Gieseke: Grünler, Kurt in MfS-Lexikon

Bildinhalt:

 

Erich-Köhn-Straße 55, Ansicht bei Street View


Zurück zur Übersicht