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Siemeringstraße 7-9

04177 Leipzig-Lindenau

Hier in der ersten Etage der Siemeringstraße 7-9 wohnte nach dem Krieg der Student Günter Kröber. Er wehrte sich gegen die Gleichschaltung der Studentenräte an den Hochschulen der DDR und war einer der wenigen Studenten, die sich trotz bereits erfolgter Verhaftungen in Leipzig (der Liberaldemokrat Wolfgang Natonek war festgenommen und wegen "Spionage" zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden) öffentlich zu liberalen Positionen bekannten.

Günter Kröber, geboren am 12. Januar 1928 in Leipzig,
1946 Abitur,
1946-1950 Jurastudium an der Universität Leipzig,
1946-62 Mitglied der LDP, Ausschluß wegen »staatsfeindlichen Verhaltens«,
#1955 Verhaftung wegen angeblicher politischer Verbrechen,
1956 Rehabilitation,
#1962 erneut Verhaftung und Verurteilung wegen Verstoßes gegen das Passgesetzes zu zwei Jahren Gefängnis,
bis 1963 in Haft,
1963-66 Absatzleiter im Montagewerk Leipzig;
1966-90 Justitiar der Centrum-Warenhäuser Leipzig
1989 Gründungsinitiator der FDP in Sachsen,
1990 Mitglied FDP-Kreisvorstandess Leipzig und des FDP-Landesvorstandes Sachsen,
1990 als Rechtsanwalt rehabilitiert.
Nach dem 3. Oktober 1990 Mitglied des Landtages bis 1994,
1995-1998 Mitglied des Sächsischen Verfassungsgerichtshofs in Leipzig,
1998-2003 Mitglied des Stiftungsrats der Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.
Er wurde ausgezeichnet mit dem Bundesverdienstkreuz und 1998 mit dem Sächsischen Verdienstorden. Ihm wurde die Sächsische Verfassungsmedaille verliehen.
Günter Kröber war Präsident der Rechtsanwaltskammer Sachsen und Mitglied des Bundesvorstandes und Vorsitzender des Landesverbandes Sachsen des Bundes der Stalinistisch Verfolgten e. V. (VOS).

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Biographische Angaben aus dem Handbuch "Wer war wer in der DDR? Ein Lexikon ostdeutscher Biographien". Herausgegeben von Helmut Müller-Enbergs, Jan Wielgohs, Dieter Hoffmann, Andreas Herbst, Ingrid Kirschey-Feix. 5. Auflage, März 2010. Berlin: Ch. Links Verlag 2010, 1604 Seiten. S. 728.
- Klaus-Jürgen Holzapfel (Hrsg.): Sächsischer Landtag: 1. Wahlperiode, 1990-1994. Volkshand- buch. NDV Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Rheinbreitbach 1991, S. 41.
- Günter Kröber bei wikipedia


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