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Häuserliste

Dreilindenstraße 30 Musikalische Komödie

04177 Leipzig-Lindenau

Gasthof und Theaterhaus "Drei Linden"

Die Anfänge
Bereits im Mittelalter gegründet, war der alte Lindenauer Gasthof "bei den drei Linden" jahrhundertelang ein beliebtes Ausflugsziel der Leipziger. Schon vor 1900 wurde hier Sommertheater im Garten des Hauses gespielt. Der „alte Gasthof” war bekannt als „Ort der Galanterie”.

1907
Besitzer Emil Böbber bietet in seinem Lokal "Drei Linden", Lindenstraße 28, folgende vermietbare Säle an:
Großer Saal 1200 Plätze mit Tischen (mit Bühne, Orchester usw.)
Wintergarten 300 Plätze mit Tischen (mit Klavier)
Kleiner Saal 200 Plätze mit Tischen für Hochzeiten und Vereinsversammlungen
Vereinszimmer 60 Plätze mit Tischen (mit Klavier)

1912 Concert- und Ballsaal
1912 erfolgte der Umbau zu einem prunkvollen Concert- und Ballsaal, genannt „Drei Linden”. Er hatte eine kleine Bühne für künstlerische Darbietungen, sowie eine Bierschwemme und ein Weinlokal auf den Emporen. Der Gesamtkomplex besteht aus einer hufeisenförmigen, viergeschossigen Randbebauung, in deren Zentrum ein Festsaal liegt. Eine architektonische Besonderheit ist die freitragende, tonnenförmig
gewölbte Decke mit Stahlbeton-Rippenschale über
dem Saal.

1918 Varietetheater
Am Ende des Ersten Welkrieges erfuhr das Haus dann eine Umgestaltung und Eröffnung als großstädtisches Varietetheater, welches sich großer Beliebtheit erfreute. Der Architekt war Friedr. Otto Gerstenberger und seine große Stahlbeton - Rippenschale des Saalbaus mit der heute wieder sichtbaren, freitragenden Spannbetondecke mit Kassettenelementen war eine damals vielbeachtete und bewunderte Meisterleistung.

1944-1960 Spielstätte der Oper Leipzig
Nachdem das Opernhaus bei der Bombardierung Leipzigs im Dezember 1943 zerstört worden war, bot das Haus Dreilinden ab Februar 1944 eine Behelfsspielstätte für Oper und Konzert.

1960 Auszug der Oper, Einzug der Operette
Nach der Fertigstellung des neu errichteten Opernhauses am damaligen Karl-Marx-Platz wurde das Haus Dreilinden in "Kleines Haus" umbenannt und etablierte sich als zweites Musiktheater innerhalb des Verbandes der Leipziger Theater. Die Operetten-Sparte zog vom Theaterhaus am Lindenauer Markt in die Dreilindenstraße 30. Damit werden hier seit 1960 Operetten- und Musicaltheater gespielt.

1968 Musikalische Komödie
Im Jahr 1968 bekam das "Kleine Haus" den neuen Namen "Musikalische Komödie".

1992/1993 Bauarbeiten
Jahrzehntelange Versäumnisse während der Zeit der DDR machten es notwendig, dass das Theater für die dringend notwendig gewordenen Sanierungsarbeiten gut ein Jahr geschlossen werden musste. Im Zuge der Baumaßnahmen wurde der Rang für das Publikum gesperrt und der Saal bekam die heutigen (nur) 529 Sitzplätze. Außerdem wurde die Spannbetondecke wieder freigelegt, so dass die Kassettenelemente wieder zu sehen sind. Die Stahlbetondecke bekam außen ein Überdach, da die originale Betonrippenschale nicht mehr hunderprozentig wetterfest zu bekommen war. Darüber hinaus umfassten die Baumaßnahmen die Erfüllung von Sicherheitsauflagen, technische Neuerungen und denkmalpflegerische Arbeiten. Die endgültige Farbfassung und die Freilegung der Wandmalereien sowie der plastischen Medaillons harren noch immer der Fertigstellung.

2014/2015
Ein benachbartes Gründerzeitgebäude in der Dreilindenstraße 24 wurde zum neuen Gebäude für Chor- und Orchestergarderoben umfunktioniert. Dort wurde auch Platz für eine Probebühne im Dachgeschoss und den Kostümfundus auf dem Dachboden geschaffen. Außerdem gibt’s dazu einen Zwischenbau mit Cafeteria, der als Verbindung zum Haus Dreilinden dient.

2016
Am 23.2.2016 konnte das neue Funktionsgebäude mit Garderoben und einer Probebühne in der Dreilindenstraße 24 eingeweiht werden.

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Leipziger Adreß-Buch 1907
- www.freundeundfoerdererdermusikalischenkomoedieleipzig.de/index.php

- Czernetzki, Leonhard; Doris Fischer: 150 Jahre Operette in Leipzig. Leipzig: Edition Leipzig, 2009

- Czernetzki, Leonhard; Wallmüller, Helga: 100 Jahre Theaterbau Haus "Dreilinden". Spielstätte der Musikalischen Komödie. Leipzig: Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig, 2012

- Czernetzki, Leonhard: Ausbau des Gründerzeit-gebäudes Dreilindenstraße Nr. 24 zu einem Funktionsgebäude für die Musikalische Komödie Leipzig. Dokumentation des Bauverlaufs und die Geschichte des Hauses. Hrsg.: Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig, 2015

Bildinhalt:

 

Operetten- und Musicaltheater

Die Musikalische Komödie ist eines der letzten kommunalen Operetten- und Musicaltheater in Deutschland. Ursprünglich als repräsentatives Großstadtvarieté eröffnet, ist das traditionsreiche Haus Dreilinden heute die Spielstätte der Musikalischen Komödie. Das Ensemble besitzt große Sympathien des Leipziger und eines überregionalen Publikums. Das Haus verfügt heute über 529 Plätze und ist als Spezialtheater für diese Genre ein wahrer Publikumsmagnet.

Theaterhaus Musikalische Komödie
Dreilindenstraße 30
04177 Leipzig
Fon + 49 (0)341 - 12 61 19
Fax + 49 (0)341 - 12 61 150

www.oper-leipzig.de/de/musikalische-komoedie
Trailer der Stücke in der Mediathek


Förderverein "Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie Leipzig e.V."

Mit dem Ziel, sich für die materielle und ideelle Unterstützung der Musikalischen Komödie Leipzig zu engagieren, wurde 1999 im Venussaal dieses traditionsreichen Theaters ein Förderverein gegründet. Der Verein unterstützt mit finanziellem Engagement und mit eigenen Aktivitäten die Außenwerbung für das Theater und wichtige künstlerische Vorhaben.

Freunde und Förderer der Musikalischen Komödie e.V.
Vorsitzender: Leonhard Czernetzki
Geschäftsführer: Volker Brandt
Schatzmeister: Jens Geßner
Schriftführerin: Dagmar Pierel

Kontaktadressen:

Vorsitzender
Leonhard Czernetzki
Schkeuditzer Str. 30
04178 Leipzig
Tel./Fax. 0341-4419566

oder

Musikalische Komödie
Förderverein
Dreilindenstraße 30
04177 Leipzig
Tel. 0341-126119
Fax. 0341-1261150

postmaster@freundeundfoerdererdermusikalischenkomoedieleipzig.de


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