Jüdisches Leben in Lindenau

In der Angerstraße 49 befand sich eine Betstube

Annäherung an eine jüdische Geschichte Lindenaus
(einzelne Nachträge bis Mai 2018)

Es fällt nicht leicht, sich an die Geschichte der jüdischen Bewohner Lindenaus heranzutasten, einerseits weil man aus Mangel an Zeitzeugen gezwungen ist, auf Adressbücher und Akten der Archive zurückzugreifen, andererseits weil es ja auch verwirrend ist, gerade die Definition der Nationalsozialisten, wer jüdischer Abstammung ist, für die jüdische Geschichte zu übernehmen. Mitunter waren die Familien ja im eigentlichen Sinne nicht mehr jüdischen Glaubens, sondern schon lange eingebürgert und eingeheiratet... In dem Buch "Davidstern und Weihnachtsbaum" von Bernd-Lutz Lange finden sich mehrere Berichte von Zeitzeugen der jüdischen Schicksale im Dritten Reich in Lindenau: Gespräche mit Karoline Scherf, einer Überlebenden Jüdin, die 1991 in einem Altersheim in der Bornaischen Str. in Leipzig gestorben ist, mit Martha Klapisch, der Tochter eines jüdischen Lindenauer Kaufmanns aus der Birkenstraße, die vor den Nazis fliehen konnte. Gespräche mit Josef Gülden vom Leipziger Oratorium aus der katholischen Liebfrauengemeinde, mit dem Sohn des Kaufhaus-Inhabers Hans Joske, ein Bericht über Schuh-Baer, ein Bericht von Sascha Hammerstein, dessen Familie in der Merseburger Str. wohnte und Gespräche mit ehemaligen Mitarbeiterinnen des Kaufhaus Held. Es scheint sinnvoll, die jüdische Geschichte der Stadt Leipzig in den Stadtteilen zu betrachten, um sie persönlicher fassbar zu machen. Es erscheint als Aufgabe, den ehemaligen jüdischen Bewohnern Leipzigs wieder zu einer Geltung als Individuen zu verhelfen, derer sie die Massenideologie des nationalsozialistischen Regimes beraubte, und die sie noch als Opfer oder Überlebende in der Erinnerung in Auflistungen gefangenhält. So erscheint die Erinnerung näher und einfacher, wenn man sie auf Wohnhäuser oder Straßen bezieht, auch wenn die Betreffenden dort vielleicht nur kurze Zeit wohnten.

Im jüdischen Adressbuch von 1933 waren es etwa 75 Einträge, die Auskunft über jüdische Familien, Einzelpersonen und Gewerbetreibende in Lindenau gaben. Das umfasst selbstverständlich nicht alle Bewohner Lindenaus, die jüdischer Herkunft waren, es berücksichtigt auch nicht den Zuzug oder Wegzug aus dem Stadtteil Lindenau. Oft ist nur das männliche Familienoberhaupt angegeben und nicht seine Frau oder die Kinder. Zu den Leipziger Juden, die noch rechtzeitig emigrieren konnten, ist oft recht wenig Material vorhanden. Zudem handelte es sich um eine Zeit, in der es gute Gründe gab, öfters den Wohnsitz oder gleich das Land zu verlassen, auch gab es später noch einen Zuzug, der sich erst ab 1939 auf die von der Stadtverwaltung festgelegten "Judenhäuser" beschränkte.
Da also in dieser Übersicht unweigerlich ehemalige jüdische Bewohnerinnen und Bewohner Lindenaus fehlen dürften, bitten wir an dieser Stelle auch um Hinweise und ergänzende Angaben an
lindenauerstadtteilverein@gmx.de


Jüdische Bewohner Lindenaus aus der Zeit zwischen 1900 und 1945 (Quellen: siehe unten), nach Straßennamen geordnet:

Angerstraße

In der Hausnummer 5 wohnte Lieselotte Geyer, eine Verkäuferin. In der Nummer 13/15 hatte laut einer Anzeige der Tapezierer, Polsterer und Dekorateur J. Tänzer sein Geschäft. In der Angerstr. 18 wohnte Adolf Weigler, von Beruf Kaufmann. In der Angerstraße 49 befand sich eine Betstube.

Aurelienstraße

Hier befand sich in der Hausnummer 14 ein Bethaus. Hausbesitzer der Aurelienstraße 14 war 1933 der Kaufmann Isaak Boritzer. Dort waren zeitweilig auch Georg Boritzer (von Beruf Schneider) und Salomon Schlomo Boritzer (*7.10.1893 in Borzecin, Österr.-Polen - umgekommen, vermutlich in Krakau/Krakow; Handelsmann; mit einer Weißwarenhandlung in Kleinzschocher, Dieskaustraße 8, auch Wohnung in der Gießerstraße 67) gemeldet, mit den Kindern Arno Boritzer (*19.1.1918) und Sulamid Renate Boritzer (*23.9.1934). In der Aurelienstraße 37, 3. Etage, wohnte 1931-1934 Samuel Wasserlauf, ein Dekorationsmaler. 1921-1930 wohnte er in der Aurelienstraße 46, 3. Etage (1918 wohnte er noch in L.-Plagwitz, Naumburger Straße 57).

Birkenstraße

Mit ihren Töchtern Ester Ptaschek, Gusta Schagrün und Helene Markowitsch wohnte in der Birkenstraße 8 Frau Salomea Scheindel Markowitsch, geb. Friedmann (*16. März 1878 in Pabianice/Piotrkow, Russ.-Polen), die am 28./29.10.1938 (oder am 1.8.1938) nach Bentschen (Zbaszyn), Polen abgeschoben wurde und dort (1939?) im Ghetto Litzmannstadt (Lodz) umgekommen ist. Helene Haupt (recte Igel), geb. Markowitsch (*7.7.1912 in Leipzig) wurde mit ihrem Sohn Manfred Haupt (recte Igel) am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben, wo sie 1942 umgekommen ist. Ihr Sohn Manfred ist verschollen. Gusta Schagrün, geb. Markowitsch (*15.4.1906 in Leipzig, Verkäuferin) wurde ebenfalls am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben, wo sie 1942 in Lodz umkam. In der Birkenstraße 8 wohnte auch Dr. med. Simon Schilem Ptaschek (*24.4.1893 in Kowno, Litauen, Rußland - 1941 umgekommen), ein praktizierender Arzt, mit seiner Frau Ester Ptaschek, geb. Markowitsch (*13.8.1893 in Lodz, Russisch-Polen - 15.12.1943 im Ghetto Kauen). Beide waren litauische Staatsangehörige und zogen am 1.6.1934 nach Litauen. Auch Malke Markowitsch (Geschäftsinhaber) und Samuel Markowitsch (Kaufmann) mit Familie lebten in der Birkenstraße 8. Es gibt einen Bericht seiner Tochter Martha Klapisch (geb. Markowitsch), sie lebte mit ihrem Mann in Reichenbach bei Plauen und hatte dort einen Textilladen. Da ihr Mann in der KPD war und gesucht wurde, kam sie mit ihrem Sohn Jascha 1933 in das Reichenbacher Gefängnis. Der 5jährige Sohn starb im Gefängnis, Martha Klapisch konnte später in die Tschechoslowakei, dann nach Frankreich fliehen und überlebte. Auch ihr Bruder überlebte in der Sowjetunion, arbeitete in Moskau als Geiger in einer Jazzkapelle. Ihre Schwester lebte in den USA, ihr Sohn wurde von den Nazis umgebracht (*DuW, S.206). In der Nummer 30 wohnte Jacques Sander, eingetragen als Kaufmann. [3 Einträge im Leipziger Adreß-Buch 1924: - Erna Markowitsch, Händlerin, Lindenau, Birkenstraße 8, siehe Geschwister Markowitsch; - Geschwister Markowitsch, Weiß- und Wollwaren, Lindenau, Lützner Straße 49, Inhab: Erna Markowitsch; - Samuel Markowitsch, Kaufmann, Lindenau, Birkenstraße 8]

Calvisiusstraße

In der Nr. 20 a parterre wohnten (mind. 1921-1935, 1936 nicht mehr im Leipziger Adressbuch verzeichnet) Curt Löwe (* 10.6.1897 in Gröbzig, Anhalt - zu Tode gekommen 1942 im KZ Auschwitz), ein Kaufmann, Inhaber der Tabakwarengroßhandlung Löwe & Geuß in der Königstraße 23, Vertreter, und seine Ehefrau Alwine Löwe, geb. Arjan (* 21.10.1913 in Leipzig - zu Tode gekommen 1943 im KZ Auschwitz) mit ihrer Tochter Renate Petra Löwe (* 26.7.1938 in Leipzig - zu Tode gekommen 1943 im KZ Auschwitz). In der Calvisiusstr. 31 wohnte Käthe Kirschbaum (Kontoristin).

Demmeringstraße

In der Hausnummer 9 wohnten Jakob Salberg (* 22.5.1885 in Warszawa - zu Tode gekommen im KZ Auschwitz), Kaufmann, Kürschner, Händler, und seine Ehefrau Jetti Salberg, geb. Prinz ( * 19.1.1894 in Czechy b. Brody, Österreich.-Polen), von Beruf Kauffrau, sowie die beiden Schüler Adolf und Georg Salberg. Jakob und Jetti Salberg wurden als polnische Staatsangehörige am 28. 10.1938 nach Polen abgeschoben und sind dort zu Tode gekommen: Jetti Salberg in Warschau, Jakob Salberg im KZ Auschwitz. In der Demmeringstr. 19 wohnte Martha Schmerl. In der Demmeringstraße 21 betrieb der Kaufmann Aron Sieradzki seine Weißwarenhandlung. In der Demmeringstraße 58 lebte bis Anfang 1934 Dr. phil. Lazar Gulkowitsch (* 20. Dezember 1898 in Zirin bei Nowogrudok, Gouvernement Minsk; 1927-1932 Privatdozent, 1932-1933 ao. Professor für Wissenschaft vom späten Judentum an der Historisch-Philologischen Abteilung der Philosophischen Fakultät der Universität Leipzig), bevor er - nach seiner Entlassung 1933 - am 24. Januar 1934 an die Universität Dorpat (Tartu) berufen wurde. Gemeinsam mit seiner Frau Frieda Gulkowitsch, geb. Rabinowitz, (* 27.1.1900 in Bobruisk, Gouvernement Minsk) Zahnärztin, und der Tochter Lea Riwka Gulkowitsch, Schülerin (* 2.9.1926 in Königsberg, Ostpreußen), emigrierte er 1934 nach Estland. Im Juli 1941 wurde die Familie Gulkowitsch in Tartu (Estland) ermordet. In der Demmeringstraße 79 wohnte Anna Adler (Witwe).

Diakonissenstraße

In der Diakonissenstr. 4 lebte Walter Alexander (*1.9.1899 in Leipzig), von Beruf Kaufmann und Kürschner, der mit einer nichtjüdischen Ehefrau verheiratet war und schließlich in der Heil- und Pflegeanstalt in Leipzig-Dösen am 24.2.1940 Opfer der "Euthanasie" wurde (bzw. am 24. Februar 1940 ab Heil-und Pflegeanstalt Leipzig-Dösen nach einem unbekannten Deportationsort verlegt wurde?).

Endersstraße, siehe Kaiserstraße

Gellertplatz

Die Kontoristin Lola Elena Schwarz, geboren am 9.11.1913 in Königsberg/Ostpreußen, litauische Staatsangehörige, wohnte am Gellertplatz 2. Am 13.3.1943 wurde sie ins KZ Auschwitz deportiert, wo sie ums Leben kam.

Georg-Schwarz-Straße, siehe Gundorfer Straße, siehe Schlageterstraße

Gundorfer Straße

Hier befand sich an der Ecke zur Holteistraße 28 die Fa. Schuh-Baer, das Schuhgeschäft von Isidor Baer. Nach der "Arisierung" war das Ladengeschäft bekannt als "Schuh-Schäfer".

Hahnemannstraße

Hier lebte Abraham Meyer in der Hausnummer 2, ein Abteilungsleiter (scheint 1940 gestorben zu sein). Auch seine Ehefrau Bertha Meyer (*26.5.1867 in Elbogen/Böhmen, geb. Steiniger) lebte dort, musste dann in das Judenhaus Humboldstr.13 ziehen, seit 1940 Witwe, wurde am 19.9.1942 deportiert nach Theresienstadt, wo sie am 9.2.1943 starb. (Abschluss eines Heimeinkaufsvertrages für Theresienstadt). Ihre Töchter sind emigriert. Eine Tochter wurde 1942 nach Riga deportiert und überlebte.


Henricistraße

Der Rohproduktenhändler Anschel Adolf Adler (*29.12.1885 in Polen) und seine Ehefrau Fanny Adler, geb. Davidson (*10.5.1895 in Nürnberg in Franken), beide polnische Staatsangehörige, die in der Henricistraße 13 lebten, mussten erst in die Taubestraße 41 umziehen, wurden dann am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben und am 26.3.1942 aus dem Ghetto Litzmannstadt nach Kulmhof deportiert. Im Vernichtungslager Kulmhof kam Anschel Adolf Adler 1941 ums Leben, Fanny Adler 1942. Auch ihre gemeinsame Tochter Erika Amalie Wetzer, geb. Adler (*31.12.1913 in Leipzig) wurde mit Mann Israel Nathan Wetzer (*13.3.1912 in Leipzig) [und dessen Mutter Breindel Bertha Wetzer, geb. Blumenkranz] am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben und dann ins Ghetto Litzmannstadt deportiert. Dort sind sie verschollen.


Holteistraße

In der Holteistraße 28 wohnte zeitweilig Isidor Baer, der Inhaber des bekannten Schuhgeschäftes Schuh-Baer in der Gundorfer Straße (spätere Schlageter- bzw. Georg-Schwarz-Straße). Eine Tochter [oder Schwester ?] von Isidor Baer, Sophie Baer, war mit dem Lindenauer Arzt Dr. Gustav Rosenthal verheiratet. Dr. Gustav Rosenthal wurde am 26.6.1872 in Burgdorf bei Hannover geboren und ist am 5.6.1944 in Rio gestorben. In Rio konnte der Todestag von Sophie Rosenthal bisher nicht gefunden werden. Gisela (Gella) Baer war eine Schwester von Isidor Baer/Schuh-Baer.


Josephstraße >>> weiter: www.gedenkort-josephstrasse.org

Hier lebten in der Josephstraße 7 Anna Lotrowsky (Händlerin) und Aisik Lotrowsky (Bäcker), in Menschen ohne Grabstein ist noch Ida Jetty Lotrowsky (*13.3.1890 in Lodz/Polen, geb. Jakubowitsch) genannt, ebenfalls Händlerin, getrennt lebend, deren Ehemann und Kinder emigriert sind. Sie wurde am 21.1.42 nach Riga deportiert und ist verschollen. In der Hausnummer 51 wohnte Dina Dora Menn (*12.11.1879 in Neu-Sandec/Österreich-Polen, geb. Zimetbaum). Sie hatte mit einem nichtjüdischen Ehemann zusammengelebt, war aber damals schon Witwe, wurde wahrscheinlich am 13.1.1944 nach Theresienstadt deportiert und ist dort verschollen.

Kaiserstraße, (1907-1947 Name der Endersstraße)

In der Kaiserstr. 3 lebte Leon Kohs (Kaufmann). Im selben Haus wohnte Friedel Ornstein. In der Kaiserstr. 9 wohnten Rosa Wittelson (Geschäftsinhaberin) und Sally Wittelson (Kürschner). Sally Wittelson (*17.12.1907 in Leipzig, tot 1942 KZ Auschwitz), polnischer Staatsangehöriger, war Kürschner, dann Angestellter der "Roten Hilfe". 1934 wurde er ausgewiesen und emigrierte am 8.10.1934 nach Italien, weiter nach Frankreich. Aus dem Lager Le Vernet kam er in das Lager Drancy. Am 7.9.1942 wurde er nach Auschwitz deportiert.

Karl-Heine-Straße - ab Hausnummer 40 gehört die Nordseite der Karl-Heine-Straße (gerade Hausnummern) zu Lindenau, ab Nr. 107 auch die Südseite

In der Karl-Heine-Str. 29 wohnte Julius Joske, ein Kaufmann und Mitinhaber des Kaufhaus Joske, er ist der Sohn von Max Joske. Dort in der Nähe befand sich auch das Kaufhaus Joske (Nr.43-45), daß Max Joske, später Hans und Julius Joske leiteten. Hans Joske wohnte mit seiner Frau Clara Joske (*11.1.1894 in Leipzig, geb. Nordheimer, Tochter von Charlotte Nordheimer). Sie wurde am 19.4.1938 aus politischen Gründen verhaftet und einen Tag später wieder freigelassen, musste Zwangsarbeit als Pelznäherin leisten. Hans Joske konnte noch mit dem Sohn Gideon fliehen, Clara Joske und die Tochter Ruth Joske wurden am 13.7.1942 nach Auschwitz deportiert und sind dort verschollen. In der Hausnummer 43 lebte Isaak Goldmann (Handlungsgehilfe). In der Karl-Heine-Str. 47 lebten Meier Rosenfeld (Kaufmann), Henny Rosenfeld (Witwe) und Israel Rosenfeld (Kaufmann). Israel Rosenfeld, polnischer Staatsbürger, geboren am 20.1.1883 in Grodek, Österreich-Polen, wurde am 28.10.1938 nach Polen abgeschoben und ist dort (in Tarnow?) umgekommen. In der Hausnummer 56b wohnte Moritz Weiss, der jedoch anscheinend 1935 verstarb und seine Witwe Meta Anna Weiss (*12.6.1872 in Hirschberg/Riesengebirge, geb. Salomon). Sie war Verkäuferin, musste in das Judenhaus Gustav-Adolf-Str. 7 umziehen und wurde dann am 19.9.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 15.1.1943 zu Tode kam. In der Nummer 57 wohnte Josef Weinwurzel (Kaufmann). Im selben Haus wohnten Werner Pergamenter (Vertreter) und Gerda Pergamenter (Filialleiterin) sowie Johanna Chana Rosenbaum, geb. Pergamenter (*14.2.1902 in Leipzig). Sie war Verkäuferin, emigrierte am 14.6.1933 nach Frankreich, wurde aus den Niederlanden nach Auschwitz deportiert, wo sie am 6.10.1944 zu Tode kam. Im Umfeld der katholischen Liebfrauenkirche in der Karl-Heine-Str.110 arbeitete seit 1936 die Schauspielerin und "Halbjüdin" Gerda Gottschalk beim Kaplan des Leipziger Oratoriums Josef Gülden als Sekretärin. Sie wurde 1941 wegen Nichttragens des "Judensterns" in der Wohnung verhaftet, kam mit ihrer Schwester Helga ins Gefängnis, später in das "Arbeitshaus" in der Riebeckstr. und wurde am 21.1.1942 nach Riga deportiert, konnte im November 1944 aus dem Konzentrationslager Stutthoff fliehen und mit Hilfe des katholischen Pfarrers der Liebfrauenkirche Theo Gunkel schließlich nach Dänemark fliehen. In der Bibliothek des Leipziger Oratoriums konnte auch der Philosoph, Schriftsteller und Übersetzer Paul Stern (*10.12.1888 in Köln) arbeiten, er wurde 1944 verhaftet, zuerst nach Theresienstadt, dann nach Auschwitz deportiert und ist dort verschollen. Durch die Hilfe von Pfarrer Theo Gunkel konnte auch Karoline Scherf gerettet werden, eine Jüdin aus der Lützner Straße die bei den katholischen Geschwistern Spitzer, gegenüber dem Plagwitzer Bahnhof (Friedrich-August-Str.29) versteckt wurde. In der katholischen Liebfrauengemeinde in Lindenau wurden gegen Kriegsende auch noch weitere gefährdete Menschen versteckt, ein jüdisches Ehepaar mit Kindern, mehrere Einzelpersonen, drei geflohene Ausländerinnen und geflohene Soldaten (*DuW, S.97).

Leutzscher Straße (seit 1. August 1945 William-Zipperer-Straße)

In der Leutzscher Straße 38 pt. lebte (mindestens von 1927-1934) Rudolf Kormes (*28.12.1885 in Leipzig) mit Familie, 1927-1928 Taxator, 1930-1933 Kürschner, Inhaber eines Auktionshauses, auf den Transportlisten vom 21.1.1942 und 17.2.1943 wurde die Familie gestrichen, aber dennoch deportiert? Seine Frau Ida Frieda Kormes (*30.12.1888 in Bremen, geb. Petzon) war Verkäuferin, musste Zwangsarbeit leisten als Pelznäherin im Leipziger Pelzwaren-Spezialhaus G. Nauck am Brühl 41/43. Ihr Bruder und ihr Sohn (?) Julius Manfred Kormes (*11.3.1923 in Hannover, Auswanderung nach England am 10.5.1939) konnten emigrieren, sie selbst wie ihr Mann ist 1943 verschollen. In der Leutzscher Straße 59 wohnte Elsa Heilmann. In der Hausnummer 69 wohnte Viktor Borchheim (*27.8.1896 in Nörenberg, Pommern), ein Kaufmann. Er musste als Zwangsarbeiter in der Gartenbaufirma Hartmut Neu arbeiten, wurde am 10.11.1938 im Rahmen einer "Sonderaktion" verhaftet, am 11.11.1942 wegen "Vergehens gegen die Kriegswirtschaftsverordnung" verhaftet (tatsächlich als Geisel für die geflohene Familie Leopold) und am 19.12.1942 nach Auschwitz deportiert, wo er drei Wochen später am 14.1.1943 starb. Er war mit einer nichtjüdischen Ehefrau verheiratet.

Lindenauer Markt

In der Hausnummer 10 wohnte Selmar Kraft, ein Kaufmann. Am Lindenauer Markt 12 wohnte Isaak Dessau (Kaufmann) mit Familie, den Kindern Joachim Dessau (*21.6.1923) und Manfred Dessau (*9.8.1926). Im selben Haus wohnte Hans Juliusberger, ein Geschäftsführer. Kurzzeitig wohnten dort auch Josef Kohs (*31.12.1900 in Krakau) und Elvira (?) Kohs (geb. Fischel, Tochter von Moses Fischel?) zur Untermiete (bei Cohn), mit ihren Kindern Heinz Detlef (*29.10.1927 in Lindenau) und Michael (*22.5.1936 in Lindenau), die am 28.10.1938 nach Polen deportiert wurden (fehlt in MoG?). Josef Kohs besuchte die 43. Volksschule in der Uhlandstraße 8. In der Nummer 19a wohnte Max Moses Melmann (*30.1.1896 in Berlin) mit Familie, ein Kaufmann und Vertreter für Nahrungsmittel und Textilwaren, später als Zwangsarbeiter in Leipzig. Max Melmann musste schließlich in das Judenhaus Walter-Blümel-Str.21, wurde am 10.2.1941 wegen “Betretens einer arischen Gaststätte” verhaftet und am 21.1.1942 nach Riga deportiert. Seine geschiedene Ehefrau Elisabeth Melmann (*1.11.1904 in Leipzig, gesch. Wobad geb. Berg), die später als Textilhändlerin in der Hainstr.8 wohnte, wurde ebenfalls am 21.1.1942 nach Riga deportiert. Im Haus wohnten noch Moses Melmann (Reisender), vermutlich der Bruder von Max Melmann (der später in Theresienstadt überlebte) und seine Mutter Flora Melmann (*26.11.1868 in Leipzig, geb. Gerson), die seit 1918 verwitwete Vermieterin. Ihr Bruder konnte emigrieren, sie war die Schwägerin der in Auschwitz verschollenen Erna Gerson (Wirtschaftsleiterin im Judenhaus Humboldstr.13/ Altersheim). Einer ihrer Söhne wurde 1945 nach Theresienstadt deportiert und überlebte. Sie selbst wurde am 19.9.1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort am 9.4.1944. Im Haus Nr. 22 lebte Richard Oelsner, geb. am 9.1.1871 in Breslau, Schlesien (Geschwister: Hermann, Selma, Georg, Franziska Fanny und Wolfgang; Eltern: Salomon Oelsner aus Breslau und Mathilde Oelsner, geb. Jaffé [7. September 1832 in Schwerin - 3. März 1931 (98 J.) in Breslau]) mit Familie. Er war Kaufmann und Vertreter, leistete später Zwangsarbeit in der Städtischen Arbeitsanstalt. Er musste schließlich in das Judenhaus Färberstr. 11 umziehen und wurde am 19.9.1942 nach Theresienstadt deportiert, wo er am 10.5.1943 mit 72 Jahren starb. Er war verheiratet mit Johanna Anna Oelsner, geb. Schiftan (*25.4.1871 in Oppeln, Schlesien), die ebenfalls am 19.9.1942 nach Theresienstadt deportiert wurde und am 10.12.1944 dort starb. Sohn Wilhelm Baruch Oelsner (*30.7.1903 in Oppeln) war Kaufmann, später Zwangsarbeiter im Gartenbau, kam schließlich in das Judenhaus Packhofstr. 1, wurde am 11.11.1942 wegen "Vergehens gegen die Kriegswirtschaftsverordnung" (in Wirklichkeit als eine der sechs Geiseln für die geflohene Familie Leopold) verhaftet und am 16.1.1943 nach Auschwitz deportiert, wo er am 1.3.1943 starb.

Lionstraße

In der Lionstr. 9-11 wohnte Sidonie Bacher, eine Witwe.

Lützner Straße

In der Nummer 7 wohnte Karoline Scherf (*1899 in Berlin), war verheiratet mit Paul Scherf, einem nichtjüdischen Lindenauer Lehrer, sie arbeitete bis 1944 bei der Firma Theuerkauf & Scheibner in der Mariannenstraße, sollte am 10.2.1945 noch nach Theresienstadt deportiert werden, wurde jedoch durch den katholischen Pfarrer Theo Gunkel bei den Geschwistern Spitzer in der Friedrich-August-Str. 29 III, gegenüber dem Plagwitzer Bahnhof (später Engertstr. 29) versteckt. Sie überlebte dort den Krieg und lebte weiter in Leipzig, wo sie am 2.7.1991 in einem Altersheim in der Bornaischen Straße starb (*DuW,S.88). Ihr Mann Paul kam, weil er gegenüber den Nazis zu ihr stand, 1944 ins Konzentrationslager Osterode und überlebte dort. In der Lützner Str. 17 lebte Selma Dennhardt. Im gleichen Hause Rywka Lemdon (Hausdame). In der Nummer 27 Hugo(?)/Heinz(?) Bannaß (geb. 23.8.1906 in Leipzig, deutscher Staatsbürger), von Beruf Kaufmann, tätig als Vertreter. Er emigrierte am 30.10.1938 in die Tschechoslowakei und ist dort nach 1942 verschollen. In der Gotzkowskystr. 1 (ab 1.4.1915), später in der Lützner Str. 133 (ab 1.2.1924) lebte Hermann Mosberg (*20.6.1879 in Wien) mit seiner Frau Corinna (?) Mosberg (*4.3.1890 in Leipzig, geb. Wiedemann) und den Kindern Johanna (*21.10.1912, 1914 gest.?) und Walter (*15.12.1916). Walter Mosberg besuchte in Lindenau die 45. Volksschule. Die Familie Mosberg wurde am 28.10.1938 nach Krakau/Polen abgeschoben. Dokumentiert ist die Deportation von Walter Mosberg in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz, wo er am 24. Mai 1942 zu Tode kam. In der Lützner Str. 129 lebte die Schneiderin Helene Lea Beer (*6.6.1891 in Chotin, Österreich-Polen, geb. Reig). Sie musste als Zwangsarbeiterin arbeiten, kam in das Judenhaus Humboldtstraße 10 und wurde am 21.1.1942 nach Riga, am 1.1.1944 nach Stutthof deportiert, wo sie verschollen ist. Sie war geschieden, eine Tochter konnte noch emigrieren.

Luppenstraße

In der Luppenstr. 9 wohnte Abraham Leder (Kaufmann). In der Hausnummer 26 wohnte Ernestine Adler, eine Witwe. In der Nummer 28 in der 2. Etage lebte (lt. Adressbuch 1925-1937) Heinrich Ardel (Kaufmann, Rauchwaren, Kürschnerei, Nikolaistraße 39-45). Dort in der 2. Etage lebte auch der Kaufmann Elias Broder (Inhaber der Metallwarenfabrik Broder & Sohn in der Luppenstr. 28), in Judaica Lipsiensa (S. 202) wird über seine Verhaftung am 10.11.1938 berichtet. Im selben Haus wohnte Leib Berger, ebenfalls Kaufmann von Beruf. Auch lebten dort Sophie Exelbirt (Witwe) und Samuel Metzger (recte Bernstein), ein Vertreter.

Merseburger Straße

In der Merseburger Str. 27 (später im Ranstädter Steinweg 49) lebte Arnold Hammerstein (*15.3.1892 in Berlin), ein Kaufmann und Bücherrevisor. Er musste als Zwangsarbeiter in Leipzig beim Baubetrieb Böhmelt arbeiten, kam schließlich in das Judenhaus Packhofstraße 1. Er war mit einer nichtjüdischen Ehefrau verheiratet, seine Geschwister konnten noch emigrieren. Er wurde am 10.11.1938 im Rahmen einer "Sonderaktion" verhaftet und nach Buchenwald deportiert, wurde jedoch Ende November 1938 wieder entlassen, da er im 1. Weltkrieg ausgezeichnet worden war. Er wurde schließlich am 22.3.1943 verhaftet und am 10.4.1943 nach Auschwitz deportiert, wo er umkam. Sein Sohn Sascha Hammerstein wurde 1945 nach Theresienstadt deportiert und überlebte. Eine Tochter, Ester Sonja Hammerstein (*13.5.1925 in Leipzig), musste Zwangsarbeit als Pelznäherin leisten, wurde auf der Transportliste vom 10.5.1942 gestrichen, aber dennoch nach Belzyce deportiert und ist dort gestorben. Die andere (Halb-)Schwester, als Tochter der Mutter mit einem nichtjüdischen Mann, sollte schließlich aus der Familie gerissen werden, zog dann zu den Eltern der Mutter nach Plagwitz und floh schließlich aus Deutschland mit einem jüdischen Freund nach Ungarn, dann nach Griechenland. Ihr Mann und ihr Kind wurden später von den Nazis umgebracht, sie selbst nach Auschwitz und Bergen-Belsen deportiert, sie überlebte (*DuW, S.157). In der Hausnummer 41 wohnte der Tierarzt (1935 der Kaufmann) Ignaz Pester mit Familie. Die Kinder lebten vermutlich auch dort (früher gemeldet in der Merseburger Str. 35): Ruth Pester (*12.10.1924) und Sigmar Pester (*11.1.1929). In der Merseburger Str. 82 lebte Ilse Hamburger (Verkäuferin). Im selben Haus wohnte Max Silberstein (*13.4.1874 in Berlin) mit seiner Frau. Er war Kaufmann und Inhaber eines Kaufhauses, musste Zwangsarbeit leisten als Lederstrecker. Sein Bruder konnte emigrieren. Seine Frau und er wurden am 19.9.1942 nach Theresienstadt deportiert (vorher Abschluss eines Heimeinkaufsvertrags), wo Max Silberstein am 4.5.1943 umkam. Seine Frau Margarete Silberstein (*20.4.1886 in Strelno, Provinz Posen, geb. Markowitz) arbeitete auch zuerst als Zwangsarbeiterin, wurde dann nach Theresienstadt und später, am 9.10.1944 nach Auschwitz deportiert, wo sie verschollen ist. In der Merseburger Str. 84 befand sich seit 1913 das Kaufhaus Held, gegründet durch die Brüder Albert und Moritz Held. Sie hatten schon seit 1906 ein Geschäft in der Albertstr. 65. Von 1913 bis 1926 lebten und arbeiteten sie im Kaufhaus Held in der Merseburger Straße 84. Im Jahre 1918 heiratete Albert Held die Frankfurterin Bedina Held (sie bekamen später 2 Kinder, Peter und Edith), Moritz Held heiratete 1921 Hilde Kleeblatt aus Warburg. Weitere Brüder zogen ebenfalls nach Leipzig, Max und Leopold. Ihr Bruder Max Held eröffnete ebenfalls 1931 ein Kaufhaus in der Hirzelstr. 1a. Nachdem die Kinder der Helds schon ab 1935 nach England zur Schule gingen, folgten die Eltern bald. Sie mussten das Kaufhaus 1938 verkaufen und emigrierten im April 1938. Max Held wurde noch während des Novemberpogroms verhaftet, konnte jedoch ebenfalls noch im April 1939 nach England emigrieren, zusammen mit Leopold Held zog er bald weiter nach Chile. Der Sohn Peter Held (*1922-2016 in London) eröffnete in England eine Schnürsenkelfabrik, später Industrietextilunternehmen. 1935 als Junge aus Leipzig durch die Nationalsozialisten vertrieben, kehrte er nach 1990 mehrfach in seine Geburtsstadt zurück. Hier unterstützte er engagiert historische und Kulturprojekte, den Bau des Ariowitsch-Hauses durch die Israelitische Religionsgemeinde sowie die Kirchgemeinde St. Thomas. Er fühlte sich, ebenso wie andere jüdische Leipziger, seiner Heimatstadt eng verbunden. Auf der Liste "Nichtarische Zahnärzte in Leipzig", die zur Kassentätigkeit nicht mehr zugelassen wurden, war auch die Zahnärztin Dr. Helene Hempel aus Leipzig W 33, Merseburger Straße 92 (an der Ecke zur Schlageterstraße) vermerkt. Im prächtigen Eckgebäude Merseburger Straße 94 (1935, 1925 in der 1. Etage) lebte und arbeitete der Arzt Dr. Gustav Rosenthal, seine Frau Sophie Rosenthal, geb. Baer, war wohl eine Tochter oder [wahrscheinlicher] Schwester des Schuhwarenhändlers Isidor Baer (der auch ein Geschäft in Lindenau hatte, im Eckgebäude Holteistraße 28) und die Familie war mit Albert Held (dem Inhaber des Kaufhaus Held in Lindenau) gut befreundet. Gustav Rosenthal konnte wohl 1939 noch emigrieren (*JuL). Dr. Gustav Rosenthal wurde am 26.6.1872 in Burgdorf bei Hannover geboren und ist am 5.6.1944 in Rio gestorben. In Rio konnte der Todestag von Sophie Rosenthal bisher nicht gefunden werden. In der Merseburger Straße 103-105 lebten Felix Cohn (Kaufmann) und Johanna Cohn (Witwe).

Odermannstraße

Der Kaufmann Leon Kohs (Wohnung: Kaiserstraße 3, jetzt Endersstraße 3) besaß einen Altwarenladen in der Odermannstraße 4 (jetzt NaSch-Kindergarten) in Leipzig-Lindenau, der ein bescheidenes Einkommen ermöglichte. Durch die Abschiebung nach Polen verloren er und seine Familie jeglichen Besitz.

Oststraße (Zschochersche Straße)

In der Oststraße 2 (heute Zschochersche Straße) lebte 1880 der Rauchwarenfärber Abraham Posin mit seiner christlichen (evangelisch-lutherischen) Frau Minna geb. Lange aus Bahr in Pommern und den vier Kindern. Rosa Posin, verheiratete Grünberg, geboren am 26. November 1880 in Lindenau b. Leipzig, wurde am 13. Januar 1942 ab Berlin ins Ghetto Riga deportiert.

Rietschelstraße

In der Rietschelstr. 51 wohnte Johanna Litmanowitsch.

Roßmarktstraße

In der Roßmarktstr. 9 lebte Siegfried Samuel (*17.8.1883 in Neumittelwalde, Schlesien), ein Kaufmann und Angestellter. Er musste Zwangsarbeit bei der Müllentsorgung und im Tiefbau in Leipzig leisten, musste schließlich in das Judenhaus in der Humboldtstr. 10 umziehen. Er wurde am 12.11.1938 im Rahmen einer "Sonderaktion" verhaftet, danach freigelassen, aber am 21.1.1942 nach Riga deportiert. Er war dort Ältestenrat der Sachsen im Ghetto von Riga. In >>Der letzte Weg<< wird erwähnt, wie er Gerda Gottschalk hilft (*DlW,S.62). Nach 1943 gilt er als verschollen. Seine Frau Kunigunde Samuel (*4.11.1884 in Breslawitz, Schlesien, geb. Jacobowitz) war Putzmacherin. Ihre Schwester war Julie Pincus, Angestellte bei der Kleiderkammer der Israelitischen Religionsgemeinde, die 1943 in Auschwitz verschollen ist. Ein Sohn von Siegfried und Kunigunde Samuel konnte emigrieren. Kunigunde Samuel wurde wie ihr Mann am 21.1.1942 nach Riga deportiert und ist dort verschollen.

Schlageterstraße (von 1886 bis 1933 Gundorfer Straße, von Mai-Juli 1945 wieder Gundorfer Straße, seit August 1945 Georg-Schwarz-Straße)

Auf der Liste "Nichtarische Zahnärzte in Leipzig", die zur Kassentätigkeit nicht mehr zugelassen wurden, wurde auch der Zahnarzt Dr. Otto Rosenthal aus Leipzig W 33, Schlageterstraße 3 vermerkt. In der Schlageterstraße 5 wohnte (noch 1938 und 1940, aber nicht mehr 1941) der Kaufmann Alexander Simon Schwartz, geboren am 13.10.1893 in Budapest. Als "Protektoratsangehöriger" musste er in das Judenhaus Packhofstraße 1 umziehen. Auf einer Transportliste vom 21.1.1942 wurde sein Name wieder gestrichen. Nach dem großen Bombenangriff auf Leipzig am 4.12.1943, bei dem er schwer verletzt wurde, kam er nach Berlin, am 10.3.1944 nach Theresienstadt. Von dort wurde er am 28.10.1944 nach Auschwitz deportiert. Im KZ Auschwitz verliert sich die Spur von Alexander Simon Schwartz. Es ist davon auszugehen, dass er dort 1944 ums Leben kam.

Siemeringstraße

In der Siemeringstr. 2 (später im Judenhaus Lortzingstr. 12) wohnte Carl Lennhoff (*12.8.1881 in Frankfurt a.M.). Er war Kaufmann und Angestellter der Israelitischen Religionsgemeinde. Er wurde am 11.11.1938 im Rahmen einer "Sonderaktion" verhaftet und nach Buchenwald deportiert, wo er am 27.11.1938 umkam. Seine Frau Toni Lennhoff (*5.2.1891 in Wreschen, Provinz Posen, geb. Engelmann) kam erst nach 1935 aus Breslau nach Leipzig und wurde am 21.1.1942 nach Riga deportiert, wo sie verschollen ist.

Uhlandstraße

In der Uhlandstr. 2 b wohnte Moses Fischel (Kaufmann), zeitweilig zusammen mit seiner Tochter Elvira und deren Mann Josef Kohs und Sohn Heinz Detlef Kohs.

Zschocherstraße (Zschochersche Straße)

Der als Handelsmann in Lindenau tätige Michaelis Bauer wohnte 1881 mit seiner Frau Dorothee Bauer, geb. Pinner, die aus Halle an der Saale kam, und Tochter und Sohn in der Zschocherstraße 4.

Verzeichnis der Personennamen:

Jüdische Bewohner in Leipzig-Lindenau [bzw. Leipzig-Plagwitz] aus der Zeit zwischen 1900 und 1945 (Quellen: siehe unten)
Wir bitten um Hinweise und ergänzende Angaben an lindenauerstadtteilverein@gmx.de

Adler, Anna ; Witwe ; Demmeringstraße 79

Adler, Anschel Adolf ; Rohproduktenhändler ; Henricistraße 13

Adler, Ernestine ; Witwe ; Luppenstraße 26

Alexander, Walter ; Kürschner ; Diakonissenstraße 4

Ardel, Heinrich ; Kaufmann, Kürschner ; Luppenstraße 28

Bacher, Sidonie ; Witwe ; Lionstraße 9-11

Gisela (Gella) Baer ; Schwester von Isidor Baer ; Holteistraße 28

Baer, Isidor ; Inhaber Schuhgeschäft ; Holteistraße 28

Bannaß, Hugo ; Kaufmann ; Lützner Straße 27

Bannaß, Heinz ; Kaufmann ; Lützner Straße 27, II. Etage

Bauer, Dorothee, geb. Pinner, aus Halle an der Saale ; Zschocherstraße 4

Bauer, Michaelis ; Handelsmann ; Zschocherstraße 4

Beer, Helene Lea ; Schneiderin ; Lützner Straße 129

Berger, Leib ; Kaufmann ; Luppenstraße 28

Bethaus ; Aurelienstraße 14

Böhme, Otto Paul Max, geboren am 08. November 1907 in Leipzig-Lindenau, am 14. Februar 1944 erfolgte seine Deportation aus Leipzig ins Generalgouvernement (besetztes Polen)

Borchheim, Viktor ; Kaufmann ; Leutzscher Straße 69 (William-Zipperer-Straße)

Boritzer, Georg ; Schneider ; Aurelienstraße 14

Boritzer, Salomon ; Handelsmann ; Aurelienstraße 14

Boritzer, Arno ; Schüler ; Aurelienstraße 14

Boritzer, Sulamid Renate ; Kind ; Aurelienstraße 14

Broder, Elias ; Kaufmann ; Luppenstraße 28

Cohn, Felix ; Kaufmann ; Merseburger Straße 103-5

Cohn, Johanna ; Witwe ; Merseburger Straße 103-5

Dennhardt, Selma ; Lützner Straße 17

Dessau, Isaak ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 12

Dessau, Joachim ; Schüler ; Lindenauer Markt 12

Dessau, Manfred ; Schüler ; Lindenauer Markt 12

Exelbirt, Sophie ; Witwe ; Luppenstraße 28

Fischel, Moses ; Kaufmann ; Uhlandstraße 26

Förster, Selig ; Händler ; Lützner Straße 106

Geyer, Lieselotte ; Verkäuferin ; Angerstraße 5

[Goldmann, Isaak ; Handlungsgehilfe ; Karl-Heine-Straße 43]

Gottschalk, Gerda ; Sekretärin des Oratoriums an der Liebfrauenkirche ; Karl-Heine-Straße 110 (Arbeitsort)

Gulkowitsch, Frieda, geb. Rabinowitz ; Zahnärztin ; Demmeringstraße 58

Gulkowitsch, Lazar Dr. phil. ; Privatdozent ; Demmeringstraße 58

Gulkowitsch, Lea Riwka ; Schülerin ; Demmeringstraße 58

Held, Albert ; Kaufhaus-Inhaber ; Merseburger Straße 84 (bis 1926, später Springerstraße 18)

Held, Bedina ; Frau von Albert Held ; Merseburger Straße 84

Held, Edith ; Tochter von Albert und Bedina Held

Held, Hilde ; Frau von Moritz Held ; Merseburger Straße 84

Held, Leopold ; Bruder von Albert und Moritz Held ; Stieglitzstraße

Held, Max ; Bruder von Albert und Moritz Held, ab 1931 Kaufhaus-Inhaber Hirzelstraße ; Wettiner Straße

Held, Moritz ; Kaufhaus-Inhaber ; Merseburger Straße 84 (bis 1926, später Karl-Heine-Straße 26a)

Held, Peter ; Sohn von Albert und Bedina Held ; Merseburger Straße 84

Held, Samuel ; Vater von Albert und Moritz Held ; Stieglitzstraße

Held, Werner ; Sohn von Max Held

Hempel, Helene Dr. ; Zahnärztin ; Merseburger Straße 92

Hamburger, Ilse ; Verkäuferin ; Merseburger Straße 82

Hammerstein, Arnold ; Kaufmann ; Merseburger Straße 27

Hammerstein, Ester Sonja ; Schülerin ; Merseburger Straße 27

Hammerstein, Sascha ; Kind ; Merseburger Straße 27

Heilmann, Elsa ; Leutzscher Straße 59

Heinemann, Rudolf Dr. jur. ; Kaufmann ; Lützner Straße 70

Hoffmann, Jakob ; Kaufmann ; Karl-Heine-Straße 71

[Joske, Clara ; Frau von Hans Joske ; Ziegelstraße 1]

[Joske, Gideon (später Bar-Joseph, Gideon) ; Sohn von Hans und Clara Joske ; Ziegelstraße 1]

[Joske, Hans ; Kaufhaus-Inhaber ; Ziegelstraße 1]

[Joske, Julius ; Kaufmann ; Karl-Heine-Straße 29]

[Joske, Max ; Bäcker, Kaufhaus-Inhaber ; Karl-Heine-Straße 43]

[Joske, Ruth ; Tochter von Hans und Clara Joske ; Ziegelstraße 1]

Juliusberger, Hans ; Geschäftsführer ; Lindenauer Markt 12

Kaufhaus Held ; Merseburger Str.84

Kirschbaum, Käthe ; Kontoristin ; Calvisiusstraße 31

Kohs, Elvira (geb.Fischel) ; Uhlandstraße 26 (bei Fischel), später Lindenauer Markt 12 (bei Cohn)

Kohs, Josef (*1900) ; Uhlandstraße 26 (bei Fischel), später Lindenauer Markt 12 (bei Cohn)

Kohs, Heinz Detlef (*1927) ; Uhlandstraße 26 (bei Fischel), später Lindenauer Markt 12 (bei Cohn)

Kohs, Michael (*1936) ; Uhlandstraße 26 (bei Fischel), später Lindenauer Markt 12 (bei Cohn)

Kohs, Leon ; Kaufmann ; Kaiserstraße 3 ; Odermannstraße 4 (Arbeitsort)

Kormes, Ida Frieda ; Verkäuferin ; Leutzscher Straße 38

Kormes, Julius Manfred ; Schüler ; Leutzscher Straße 38

Kormes, Rudolf ; Kürschner/Geschäftsinhaber ; Leutzscher Straße 38

Kraft, Selmar ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 10

Leder, Abraham ; Kaufmann ; Luppenstraße 9

Lemdon, Rywka ; Hausdame ; Lützner Straße 17

Lennhoff, Carl ; Angestellter ; Siemeringstraße 2

Lennhoff, Toni ; Judenhaus Lortzingstraße 12

Litmanowitsch, Johanna ; Rietschelstraße 51

Löwe, Alwine , geb. Arjan ; Calvisiusstraße 20a

Löwe, Curt ; Kaufmann, Vertreter ; Calvisiusstraße 20a

Löwe, Renate Petra ; Calvisiusstraße 20a

Lotrowsky, Anna ; Händlerin ; Josephstraße 7

Lotrowsky, Aisik ; Bäcker ; Josephstraße 7

Lotrowsky, Ida Jetty ; Händlerin ; Josephstraße 7

Markowitsch, Erna ; Händlerin ; Birkenstraße 8

Markowitsch, Gusta ; Verkäuferin ; Birkenstraße 8

Markowitsch, Malke ; Geschäftsinhaber ; Birkenstraße 8

Markowitsch, Martha (später verh. Klapisch) ; Birkenstraße 8

Markowitsch, Samuel ; Kaufmann ; Birkenstraße 8

Melmann, Max ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 19a

Melmann, Flora ; Witwe ; Lindenauer Markt 19a

Melmann, Moses ; Reisender ; Lindenauer Markt 19a

Menn, Dina Dora ; Witwe ; Josephstraße 51

Metallwarenfabrik Broder & Sohn ; Luppenstraße 28

Metzger recte Bernstein, Samuel ; Vertreter ; Luppenstraße 28

Meyer, Abraham ; Abteilungsleiter ; Hahnemannstraße 2

Meyer, Bertha ; Witwe ; Hahnemannstraße 2

Mosberg, Hermann ; Lützner Straße 133

Mosberg, Corinna ; Lützner Straße 133

Mosberg, Johanna ; Kind ; Lützner Straße 133

Mosberg, Walter ; Kind ; Lützner Straße 133

Münzer, Hans ; Abteilungsleiter ; Lützner Straße 70

Oelsner, Johanna Anna ; Lindenauer Markt 22

Oelsner, Richard ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 22

Oelsner, Wilhelm ; Portefeuiller ; Lindenauer Markt 22

Ornstein, Friedel ; Kaiserstraße 3

[Pergamenter, Gerda ; Filialleiterin ; Karl-Heine-Straße 57]

[Pergamenter, Werner ; Vertreter ; Karl-Heine-Straße 57]

Pester, Ignatz ; Tierarzt, Kaufmann; Merseburger Straße 41

Pester, Ruth ; Schülerin ; Merseburger Straße 35

Pester, Sigmar ; Schüler ; Merseburger Straße 35

Posin, Abraham ; Rauchwarenfärber ; Oststraße 2 (Zschochersche Straße)

Posin, Minna geb. Lange ; Oststraße 2 (Zschochersche Straße)

Posin, Rosa, verheiratete Grünberg; Oststraße 2 (Zschochersche Straße)

Ptaschek, Ester , geb. Markowitsch ; Birkenstraße 8

Ptaschek, Simon Schilem Dr. med. ; Arzt ; Birkenstraße 8

Richheimer, Theodor ; Bankbeamter ; Lützner Straße 60

Rimmler, Salomon ; Kaufmann ; Lützner Straße 106

[Johanna Chana Rosenbaum, geb. Pergamenter; Verkäuferin ; Karl-Heine-Straße 57]

[Rosenfeld, Meier ; Kaufmann ; Karl-Heine-Straße 47]

[Rosenfeld, Henny ; Witwe ; Karl-Heine-Straße 47]

[Rosenfeld, Israel ; Kaufmann, Karl-Heine-Straße 47]

Rosenthal, Gustav Dr. ; Arzt ; Merseburger Straße 94 (1930)

Rosenthal, Otto Dr. ; Zahnarzt ; Schlageterstraße 3 ; 1930: Zahnarzt-Praxis Gundorfer Straße 13 ; Wohnung: Leutzscher Straße 54 (1930, 1935)

Sophie Rosenthal, geb. Baer, war mit dem Lindenauer Arzt Dr. Gustav Rosenthal verheiratet ; Merseburger Straße 94

Salberg, Jakob ; Händler ; Demmeringstraße 9

Jetti Salberg, geb. Prinz ; Kauffrau ; Demmeringstraße 9

Salberg, Adolf ; Schüler ; Demmeringstraße 9

Salberg, Georg ; Schüler ; Demmeringstraße 9

Samuel, Kunigunde ; Putzmacherin ; Roßmarktstraße 9

Samuel, Siegfried ; Angestellter ; Roßmarktstraße 9

Sander, Jacques ; Kaufmann ; Birkenstraße 30

Scherf, Karoline ; Lützner Straße 7

Scherf, Paul ; Lehrer ; Lützner Straße 7 (früher Schadowstraße 3)

Schmerl, Martha ; Demmeringstraße 19

Schuh-Baer ; Schuhgeschäft ; Holteistraße 28 (Ecke zur heutigen Georg-Schwarz-Straße)

Schwartz, Alexander Simon ; Photograph, Kaufmann ; Gundorfer Straße 5/Schlageterstraße 5 (heutige Georg-Schwarz-Straße 5)

Schwarz, Lola Elena ; Gellertplatz 2

Sieradzki, Aron ; Kaufmann ; Demmeringstraße 21

Silberstein, Margarete ; Merseburger Straße 82

Silberstein, Max ; Kaufmann ; Merseburger Straße 82

Stern, Paul ; Bibliothekar, Übersetzer ; Karl-Heine-Straße 110 (Arbeitsort)

Stern, Willi ; Bürochef ; Lützner Straße 70

Tänzer, I. ; Tapezierer ; Angerstraße 13 ; Anzeige

Wasserlauf, Samuel ; Dekorationsmaler ; Aurelienstraße 37 / Aurelienstraße 46

Weigler, Adolf ; Kaufmann ; Angerstraße 18

[Weinwurzel, Josef ; Kaufmann ; Karl-Heine-Straße 57]

Weiss, Meta Anna ; Karl-Heine-Straße 56b

Weiss, Moritz ; Schneidermstraße ; Karl-Heine-Straße 56b

Wittelson, Rosa ; Geschäftsinhaberin ; Kaiserstraße 9

Wittelson, Sally ; Kürschner ; Kaiserstraße 9

Literaturverzeichnis

Bertram, Ellen: Menschen ohne Grabstein : die aus Leipzig deportierten und ermordeten Juden / Ellen Bertram. Hrsg. von Rolf und Brigitte Kralovitz in Verbindung mit der Ephraim Carlebach Stiftung und der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig.- Leipzig: Passage-Verl., 2001.- 255 S.-
ISBN 3-932900-51-0

Verzeichnis der aus Leipzig deportierten Juden 1942-1945

Enth.: S.20 Gunkel, Theodor ; Gottschalk, Hermann ; Verhaftung ; Geschichte 9.11.1939 / S.21 Gottschalk, Gerda ; Verhaftung ; Geschichte 1941 / S.23 Gunkel, Theodor ; Gülden, Josef ; Gottschalk, Gerda ; Oratorium des Heiligen Philipp Neri ; Fluchthilfe ; Geschichte 1944 / S.31 Gottschalk, Gerda ; Riga ; Deportation ; Geschichte 1942 / S.32 Samuel, Siegfried ; Riga ; Ghetto ; Ältestenrat ; Geschichte 1941 / S.33 Gottschalk, Gerda ; Lager Strasdenhof ; Hansen, Dora ; Tagebuch ; Geschichte 1943 / S.34 Gottschalk, Gerda / S.46 Stern, Paul ; Bibliothek ; Oratorium des Heiligen Philipp Neri ; Geschichte 1944 / S.56 Alexander, Walter ; Diakonissenstr.4 ; Kurzbiografie / S.60 Baltuch? / S.63 Beer, Helene Lea ; Lützner Str.129 ; Kurzbiografie / S.72 Borchheim, Viktor ; Leutzscher Str.69 / S.111 / S.117f Hammerstein, Arnold ; Hammerstein, Ester Sonja ; Merseburger Str.27 ; Kurzbiografie / S.144 Kormes, Ida Frieda ; Kormes, Rudolf ; Leutzscher Str.38 / S.153 Lennhof, Carl ; Lennhof, Toni ; Siemeringstr.2 ; Kurzbiografie / S.162 Lotrowsky, Ida Jetty ; Josephstr.7 ; Kurzbiografie / S.168 Melmann, Flora ; Lindenauer Markt 19 ; Kurzbiografie ; Melmann, Max M. ; Lindenauer Markt 19 ; Kurzbiografie / S.169 Menn, Dina Dora ; Josephstr.51 ; Kurzbiografie / S.169 Meyer, Bertha ; Hahnemannstr.2 ; Kurzbiografie / S.182 Oelsner, Richard ; Lindenauer Markt 22 ; Kurzbiografie ; Oelsner, Wilhelm B. ; Lindenauer Markt 22 ; Kurzbiografie ; Oelsner, Johanna ; Lindenauer Markt 22 ; Kurzbiografie / S.207 Samuel, Siegfried ; Roßmarktstr.9 ; Kurzbiografie ; Samuel, Kunigunde ; Roßmarktstr.9 ; Kurzbiografie / S.219 Silberstein, Max ; Merseburger Str.82 ; Kurzbiografie ; Silberstein, Margarete ; Merseburger Str.82 ; Kurzbiografie / S.242 Weiss, Meta A. ; Karl-Heine-Str.56b ; Kurzbiografie

Buch der Erinnerung: Die ins Baltikum deportierten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. Bearb. von Wolfgang Scheffler und Diana Schulle. Hrsg.: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V., Riga-Komitee der deutschen Städte. K. G. Saur München 2003, 1096 Seiten

Das Buch der Erinnerung enthält ca. 31.400 Namen der zwischen 1941 und 1945 ins Baltikum - nach Riga, Kowno/Kauen und Reval/Tallin - verschleppten deutschen, österreichischen und tschechoslowakischen Juden. Die Namen, mit Angabe des Geburtsnamens, -datums und -orts, der letzten Adresse und des letzten Lebenzeichens oder des Todesdatums, sind nach den aus den verschiedenen Städten abgegangenen Transporten aufgeführt. Soweit es die noch existierenden Materialien der einzelnen Gedenkstätten zuließen, sind auch die Wege der einzelnen Menschen nachvollzogen.

Geteilte Erinnerungen : Jugend in Leipzig unterm Hakenkreuz ; Schüler fragen – Zeitzeugen berichten / Hrsg.: Schulmuseum.- Leipzig : Passage-Verl., 2006.- 319 S. : zahlr. Ill.

Briefwechsel von Leipziger Schülern mit ehemaligen jüdischen Bewohnern Leipzigs und Interviews mit deutschen Zeitzeugen

Enth.: S.85 Nachbarschaftsschule Lindenau / S.99 Nachbarschaftsschule Lindenau / S.112 Nachbarschaftsschule Lindenau / S.161 Kralovitz, Rolf ; Busdepot Lindenau ; Geschichte 17.5.1945 / S.199 Brückner, Hannelore ; Saalfelder Str. ; Katholische Schule ; Schliessung ; BDM-Heim ; Geschichte 1933-1945 / S.201 Kaufhaus Held ; Enteignung ; Kaufhaus Gohlisch / S.203 Baumwollspinnerei ; Saalfelder Str. / S.214 Angerbrücke ; Kriegsgefangene ; Geschichte 1945 / S.215 Elten, Gerda / Westbad / S.216 Kindergarten ; Demmeringstr.

Gottschalk, Gerda: Der letzte Weg / Gerda Gottschalk.- Konstanz : Südverl., 1991.- 168 S.
ISBN 3-87800-010-3

Gerda Gottschalk arbeitete als Schauspielerin und konnte 1936 als Tochter eines jüdischstämmigen Vaters nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten, trat eine Stelle als Sekretärin beim damaligen Kaplan an der (katholischen) Liebfrauengemeinde Josef Gülden an, wurde 1941 verhaftet und 1942 nach Riga deportiert, schliesslich gelang ihr 1944 durch Vermittlung Güldens die Flucht nach Dänemark.

Enth.: S.5-8 Gülden, Josef ; Gottschalk, Gerda ; Vorwort ; Geschichte 1936-1945 / S.5 Gottschalk, Gerda ; Liebfrauengemeinde ; Sekretärin ; Geschichte 1936 / S.6 Katholische Polizistin ; SS ; Gülden, Josef / Hansen, Dora ; Deportation / S.8 Gottschalk, Gerda ; Der letzte Weg ; St.-Benno-Verlag ; Geschichte 1962 / S.12 Gottschalk, Gerda ; Arbeit ; Oratorium des Heiligen Philipp Neri ; Sekretärin /S.18 Gülden, Josef ; Katholische Polizistin ; Brief ; Arbeitshaus ; Riebeckstraße ; Geschichte 1941 / S.21 Riga ; Deportation ; Geschichte 21.1.1942 / S.22 Fleischer, Curt ;Deportation / S.28 Eisen, Helga ; Eisen, Irmgard ; Gottschalk, Helga ; Ilberg, Ernst ; Zickmann, Cilly ; Hansen, Dora ; Kommando Kriegsweg / S.34 Sachsenhaus ; Tote ; Geschichte Februar 1942 / S.38 Ilberg, Ernst ; Fleischer, Hans ; Fleischer, Curt ; Konzentrationslager Salaspils ; Geschichte 1942 / S.50 Riga ; Ghetto ; Aufstand ; Geschichte 1942 / S.52 Weihnachten ; Hansen, Dora ; Geschichte 1942 / S.59 Kasernierung Lenta ; Sch. ; Tarnunternehmen ; Geschichte 1943 / S.62 Samuel, Siegfried ; Riga ; Ältestenrat / S.63 Gewerbebetrieb Straßdenhof ; Zwangsarbeit / S.76 Jüdische Kinder ; Ermordung ; Kaiserwald ; Kern, Hella ; Kern, Sara ; Kern, Max ; Geschichte März 1944 / S.82 Gottschalk, Helga ; Brief ; Geschichte Februar 1944 / S.96 Konzentrationslager Straßdenhof ; Massenmord ; Geschichte Juli 1944 / S.101 Deportation ; Konzentrationslager Stutthoff bei Danzig ; Geschichte August 1944 / S.107 Gülden, Josef ; Stutthoff ; Brief / S.110 Gülden, Josef ; Brief / S.113 Gülden, Josef ; Mittnacht, Karl ;Pfürtner, Hubertus ; Gottschalk, Gerda ; Flucht / S.115 Gottschalk, Gerda ; Stutthoff ; Flucht / S.128-139 Hansen, Dora ; Tagebuch / S.140 Lange, Bernd-Lutz ; Gunkel, Theodor ; Scherf, Karoline ; Gottschalk, Gerda ; Gülden, Josef ; Bekanntschaft / S.141f Gottschalk, Gerda ; Oper ; Wigman, Mary ; Geschichte 1945-1952 / S.150 Pfürtner, Stephan ; Gülden, Josef ; Brief ; Geschichte 1944 / S.156 Pfürtner, Stephan ; Gottschalk, Gerda ; Stutthoff ; Treffen

Judaica Lipsiensa : zur Geschichte der Juden in Leipzig / Hrsg. von der Ephraim-Carlebach-Stiftung.[Red.: Manfred Unger].- Leipzig: Ed. Leipzig, 1994.- 322 S. : Ill.
ISBN 3-36100423-3

Umfassender Sammelband zu verschiedenen Themen der Leipziger jüdischen Geschichte.

Enth.: S. 47 Held, Betty / S.117 Rosenthal, Gustav ; Merseburger Str. 94 ; Arzt ; Emigration ; Geschichte 1939 / S. 189 Held, Albert ; England ; Geschichte 1938 / S.202 Broder, Elias ; Luppenstr.28 ; Metallwarenfabrik Broder & Sohn ; Verhaftung ; Geschichte 10.11.1938 / S. 206 Fussnote 49 ; KZ Buchenwald ; Ermordung ; Lennhoff, Karl (?Carl?) ; Geschichte 1939 / S.265 Stern, Paul

Juden in Leipzig : eine Dokumentation zur Ausstellung anläßlich des 50. Jahrestages der faschistischen Pogromnacht ; im Ausstellungszentrum der Karl-Marx-Universität Leipzig, Kroch-Hochhaus, Goethestr. 2, vom 5. November bis 17. Dezember 1988 / Hrsg.: Rat des Bezirkes Leipzig…Bearb.: Manfred Unger ; Hubert Lang.- Leipzig : Rat des Bezirkes Leipzig, 1989.- 239 S. : zahlr. Ill.

Dokumentation zu Schicksalen und Widerstand, mit vielen Abbildungen anläßlich des 50. Jahrestags der Pogromnacht.

Enth.: S. 22 KJVD ; Kommunistischer Jugendverband ; Gruppe Stadtteil Zentrum ; Kleinmesse ; Geschichte 1934 ; Gottschalk, Erica / S.26 Leipziger Baumwollspinnerei ; Zwangsarbeit ; Geschichte 1939 / S. 83 Kaufhaus Gebr. Held ; Eröffnung ; Anzeige / S. 109 Kaufhaus Held ; Kaufhaus Joske ; Foto <1933> ; Boykott / S. 141 Betstuben ; Angerstr. 49 / Firmenverzeichnis ; Kaufhaus Gebr. Held ; Merseburger Str. 84 / Kaufhaus Joske ; Karl-Heine-Str. 44 / S. 177 Polizeibericht ; Geschichte November 1938 ; Gleitsmann, Otto ; Demmeringstr. 61 ; Festnahme ; Scheibner, Maria ; Leipziger Baumwollspinnerei ; Lützner Str. 8 / S. 191 Gottschalk, Gerda ; Gülden, Josef ; Flucht ; KZ Stutthoff ; Geschichte 1944 / S. 194 Gottschalk, Gerda ; Foto ; Gottschalk, Helga / S. 199 Stern, Paul ; Biografie ; Gülden, Josef ; Bibliothek ; Gedicht

Lange, Bernd-Lutz: Davidstern und Weihnachtsbaum : Erinnerungen von Überlebenden / Bernd-Lutz Lange.- Leipzig : Forum Verl., 1994.- 270 S. : zahlr. Ill.
ISBN 3-86151-034-0

Enth.: S. 65 Konzentrationslager Buchenwald ; Rückkehr ; Geschichte 1945 / S.72 Glaser, Alfred ; Biografie ; Kleinmesse ; Seifert, Oskar / S.75 Felsenkeller ; Geschichte 1930-1935 / S.88ff Scherf, Karoline ; Biografie; Scherf, Paul ; Lehrer ; Schadowstr.3 ; Gunkel, Theodor ; Karl-Heine-Str. 110 ; Spitzer, ; Friedrich-August-Str. 29 / S. 90 Scherf, Karoline ;Eltern ; Emigration ; USA ; Geschichte 12.7.1939 / S. 91 Scherf, Paul ; Verhaftung ; Konzentrationslager Osterode ; Geschichte 1944 / S. 93ff Liebfrauenkirche ; Gunkel, Theodor ; Gülden, Josef ; Gottschalk, Gerda / S. 94 Jüdin ; Ärztin ; Selbstmord / S. 95 Stern, Paul ; Deportation / Littauer, Käthe ; Breidert, Paul ; Bibliothek ; Diebstahl / S. 97 Pfarrchronik ; Oratorium des Heiligen Philipp Neri ; Geschichte April 1945 / S. 98 Gunkel, Theodor ; Tagebuch / S. 157ff Hammerstein, Sascha ; Hammerstein, Arnold ; Hammerstein, Ester ; Pogromnacht / S. 159 Hammerstein, Arnold ; Hammerstein, Ester ; Deportation / S. 160 Hammerstein, Sascha ; Deportation ; Geschichte 12.2.1945 / S. 165ff Kaufhaus Gebrüder Held; Geschichte 1920-1988 ; Panther / S. 166 Weihnachten ; Queckstr. ; Spende / Charlottenhof / S. 167 Held, Albert ; Held, Moritz ; Abschiedsrede ; Geschichte 1938 / S. 169 Held, Leopold ; Matthes, Martin ; Betriebsfussballmannschaft ; Biografie / S.170 ff Warenhaus M. Joske & Co. ; Bar-Joseph, Gideon ; Joske, Max ; Karl-Heine-Str. 43-45 ; Geschichte 1900-1941 / Bäckerei ; Joske, Max ; Karl-Heine-Str. 43 / Joske, Julius ; Joske, Hans ; Mitinhaber ; Geschichte 1925 / Haller, Wilhelm ; Neubau ; Geschichte 1929 / Pogrom ; Boykott ; Geschichte 1.4.1933 / S.171 Kaufhaus Joske ; Zwangsliquidation ; Geschichte 1934 / Joske, Julius ; Joske, ; Joske, Hans ; Emigration ; Geschichte 1939 / Joske, Kläre (Joske, Clära) ; Joske, Ruth ; Deportation ; Geschichte 13.7.1941 / S. 187 Wenzel, Liane ; Schwimmer, Max ; Polizeipräsident ; Geschichte 1945 / S. 203ff Markowitsch, Samuel ; Emigration ; Russland ; Birkenstr. 8 ; Klapisch, Martha ; Biografie / S. 206 Klapisch, Jascha ; Kind ; Ermordung / S. 176 Baer, Isidor ; Schuhladen ; Holteistr. 28 ; Stühle ; Schuhladen ; Georg-Schwarz-Straße
im Text als “DuW” zitiert

Leipziger jüdisches Jahr- und Adressbuch 1933 / mit einem Vorw. von Rolf Kralowitz.- Reprint der Ausg. Leipzig 1933.- Berlin : arani-Verl., 1994.- [3], 90 S.
ISBN 3-7605-8663-5

Jüdisches Adressbuch aus Leipzig 1933 mit Namen, Adresse, Berufsbezeichnung

Enth.: S. 9 Adler, Anna ; Witwe ; Demmeringstr. 79 / Adler, Ernestine ; Witwe ; Luppenstr. 26 / Alexander, Walter ; Kürschner ; Diakonissenstr. 4 / S.10 Ardel, Heinrich ; Kaufmann ; Luppenstr. 28 / Bacher, Sidonie ; Witwe ; Lionstr. 9-11 / S.11 Bannaß, Hugo ; Kaufmann ; Lützner Str. 27 / S.12 Berger, Leib ; Kaufmann ; Luppenstr. 28 / S.14 Boritzer, Georg ; Schneider ; Aurelienstr. 14 / Boritzer, Salomon ; Handelsmann ; Aurelienstr. 14 / S.15 Broder, Elias ; Kaufmann ; Luppenstr. 28 / S.16 Cohn, Felix ; Kaufmann ; Merseburger Str. 103-5 / Cohn, Johanna ; Witwe ; Merseburger Str. 103-5 / S. 17 Dennhardt, Selma ; Lützner Str. 17 / Dessau, Isaak ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 12 / S. 19 Exelbirt, Sophie ; Witwe ; Luppenstr. 28 / S. 20 Fischel, Moses ; Kaufmann ; Uhlandstr. 26 / S. 21 Förster, Selig ; Händler ; Lützner Str. 106 / S.23 Geyer, Lieselotte ; Verkäuferin ; Angerstr. 5 / S.24 Goldmann, Isaak ; Handlungsgehilfe ; Karl-Heine-Str. 43 / S.26 Gulkowitzsch, Lazar Dr. phil. ; Privatdozent ; Demmeringstr. 58 / S.27 Hamburger, Ilse ; Verkäuferin ; Merseburger Str. 82 / Hammerstein, Arnold ; Kaufmann ; Merseburger Str. 27 / S.28 Heilmann, Elsa ; Leutzscher Str. 59 / Heinemann, Rudolf Dr. jur. ; Kaufmann ; Lützner Str. 70 / S.30 Hoffmann, Jakob ; Kaufmann ; Karl-Heine-Str. 71 / S. 32 Joske, Julius ; Kaufmann ; Karl-Heine-Str. 29 / Juliusberger, Hans ; Geschäftsführer ; Lindenauer Markt 12 / S. 34 Kirschbaum, Käthe ; Kontoristin ; Calvisiusstr. 31 / S.35 Kohs, Leon ; Kaufmann ; Kaiserstr. 3 / S.36 Kraft, Selmar ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 10 / S. 38 Leder, Abraham ; Kaufmann ; Luppenstr. 9 / Lemdon, Rywka ; Hausdame ; Lützner Str. 17 / Lennhoff, Carl ; Angestellter ; Siemeringstr. 2 / S. 40 Litmanowitsch, Johanna ; Rietzschelstr. 51 / S. 41 Löwe, Curt ; Vertreter ; Calvisiusstr. 20a / Lotrowsky, Anna ; Händlerin ; Josephstr. 7 / Lotrowsky, Aisik ; Bäcker ; Josephstr. 7 / S. 42 Markowitsch, Gusta ; Verkäuferin ; Birkenstr. 8 / Markowitsch, Malke ; Geschäftsinhaber ; Birkenstr. 8 / S.43 Mehlmann, Max ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 19a / Melmann, Flora ; Witwe ; Lindenauer Markt 19a / Melmann, Moses ; Reisender ; Lindenauer Markt 19a / Menn, Dina ; Josephstr. 51 / Metzger recte Bernstein, Samuel ; Vertreter ; Luppenstr. 28 / S. 44 Meyer, Abraham ; Abteilungsleiter ; Hahnemannstr. 2 / S. 45 Münzer, Hans ; Abteilungsleiter ; Lützner Str. 70 / S. 47 Oelsner, Richard ; Kaufmann ; Lindenauer Markt 22 / Oelsner, Wilhelm ; Portefeuiller ; Lindenauer Markt 22 / S. 48 Ornstein, Friedel ; Kaiserstr. 3 (???) / Pergamenter, Gerda ; Filialleiterin ; Karl-Heine-Str. 57 / Pergamenter, Werner ; Vertreter ; Karl-Heine-Str. 57 / Pester, Ignatz ; Tierarzt ; Merseburger Str. 41 / Ptaschek, Schilem Dr. ; Arzt ; Birkenstr. 8 / S. 51 Richheimer, Theodor ; Bankbeamter ; Lützner Str. 60 / Rimmler, Salomon ; Kaufmann ; Lützner Str. 106 / S. 52 Rosenfeld, Meier ; Kaufmann ; Karl-Heine-Str. 47 / Rosenfeld, Henny ; Witwe ; Karl-Heine-Str. 47 / Rosenfeld, Israel ; Kaufmann, Karl-Heine-Str. 47 / Rosenthal, Gustav Dr. ; Arzt ; Merseburger Str. 94 / S. 54 Salberg, Jakob ; Händler ; Demmeringstr. 9 / Samuel, Siegfried ; Angestellter ; Roßmarktstr. 9 / Sander, Jacques ; Kaufmann ; Birkenstr. 30 / S. 55 Scherf, Karoline ; Lützner Str. 7 / S. 56 Schmerl, Martha ; Demmeringstr. 19 / S. 59 Sieradzki, Aron ; Kaufmann ; Demmeringstr. 21 / Silberstein, Max ; Kaufmann ; Merseburger Str. 82 / S. 62 Stern, Willi ; Bürochef ; Lützner Str. 70 / S. 67 Wasserlauf, Samuel ; Maler ; Aurelienstr. 37 / Weigler, Adolf ; Kaufmann ; Angerstr. 18 / S. 68 Weinwurzel, Josef ; Kaufmann ; Karl-Heine-Str. 57 / Weiss, Moritz ; Schneidermstr. ; Karl-Heine-Str. 56b / S.69 Wittelson, Rosa ; Geschäftsinhaberin ; Kaiserstr. 9 / Wittelson, Sally ; Kürschner ; Kaiserstr. 9 / S.75 Bethaus ; Aurelienstr. 14 / S. 82 Tänzer, I. ; Tapezierer ; Angerstr. 13 ; Anzeige

ein Verzeichnis ehemaliger jüdischer Schüler der Leipziger Schulen
findet sich als (unveröffentlichtes?) Manuskript im "Taschentuchzimmer" des Schulmuseums Leipzig

Enth.: Boritzer, Arno ; Boritzer, Sulamid Renate ; Dessau, Joachim ; Dessau, Manfred ; Gerzon, Friedrich Josef (Lindenau?); Gerzon, Lothar Herbert Walter (Lindenau?) ; Kohs, Josef ; Kohs, Elvira ; Kohs, Heinz Detlef ; Kohs, Michael ; Kormes, Rudolf ; Kormes Julius Manfred ; Mosberg, Hermann ; Mosberg, Corinna ; Mosberg, Johanna ; Mosberg, Walter ; Pester, Ruth ; Pester, Sigmar ; Salberg, Adolf ; Salberg, Georg

Da zur Rekonstruktion von vergangener Wirklichkeit manchmal auch die Roman-Literatur von Nutzen ist, sei hier noch auf die bekanntesten Darstellungen des jüdischen Alltags in Leipzig in den zwanziger und dreissiger Jahren hingewiesen:

Agnon, Samuel: Herrn Lublins Laden : Roman / Schmu’el Josef Agnon. Aus dem Hebr. und mit einem Glossar von Inken Kraft.- Frankfurt am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1997.- 411 S.
Roman über einen jungen jüdischen Schriftsteller im Leipzig der frühen 20er Jahre

Qroytner, Simson Ya‘aqov: Die Ehrlichs : die Geschichte
einer jüdischen Familie / Simson Jakob Kreutner.- Frankfurt
am Main : Fischer-Taschenbuch-Verl., 1998.- 207 S. (Fischer; 13673)
Biografischer Roman über die ehemals in Gohlis ansässige, jüdische Familie Ehrlich; zum Verständnis für die aufstrebende Familie Held (Kaufhaus Held) in Lindenau

weitere Quellen/Literatur/Weblinks:

- Leipziger Adressbücher, z. B. 1925, 1933, 1935, 1940 adressbuecher.sachsendigital.de
- https://lindenaubibliografie.wordpress.com/2008/07/13/annaherung-an-eine-judische-geschichte-lindenaus/
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e.V.
- www.geni.com/family-tree
- Stadtarchiv Leipzig, Kapitel 1, Nr. 122 (Liste "Nichtarische Zahnärzte in Leipzig")
- Lazar Gulkowitsch
https://de.wikipedia.org/wiki/Lazar_Gulkowitsch
http://research.uni-leipzig.de/catalogus-professorum-lipsiensium/leipzig/Gulkowitsch_418/markiere:lazar/
- Peter Held
www.stadtgeschichtliches-museum-leipzig.de/ausstellungen/archiv/archiv-2018-2017/aus-leipzig-fuer-leipzig-der-maezen-peter-held-und-das-kaufhaus-held
- Sächsisches Staatsarchiv, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 2111 (Archivalie betr. Mosberg, Hermann, geb. 20.06.1879 in Wien; wegen Aufenthaltsverbots im Reichsgebiet, Datierung 1924-1943)
- Sächsisches Staatsarchiv, 20031 Polizeipräsidium Leipzig, Nr. PP-S 2289 (Archivalie betr. Mosberg, Walter, geb. 15.12.1916 in Leipzig; wegen Verkehrsübertretung, Datierung 1938)
- Fam. Johanna, Richard und Wilhelm Oelsner
www.geni.com/family-tree
- Gedenkbuch "Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"
Otto Paul Max Böhme, geboren am 8. November 1907 in Leipzig-Lindenau
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1584644
Rosa Grünberg, geb. Posin, geboren am 26. November 1880 in Lindenau b. Leipzig
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1063267
Walter Mosberg, geboren am 15. Dezember 1916 in Leipzig-Lindenau
http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de999869