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Häuserliste

Dreilindenstraße 26

04177 Leipzig-Lindenau

Frau Eva Zöllner recherchierte in den Adressbüchern der Stadt Leipzig zur Geschichte der Dreilindenstraße 26. Wir danken ihr herzlich für den folgenden Text mit den Adressbuch-Abschriften in der Datei
Dreilindenstrasse_26.pdf:

Das Haus Dreilindenstraße 26 und seine Bewohner von 1903-1949

Die Sächsische Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) hat vor einigen Jahren damit begonnen, historische sächsische Adressbücher aus der Zeit von 1701 bis 1949 auf ihrer Website http://www.slub-dresden.de im Internet zu veröffentlichen. Da die vor dem Zweiten Weltkrieg herausgegebenen Adressbücher fast ausnahmslos [auch] Straßenverzeichnisse enthielten, in denen neben den Namen der Besitzer und Bewohner auch Angaben zu ihrem jeweiligen Berufsstand gemacht wurden, sind diese Adressbücher auch eine sehr aussagekräftige Quelle zur Geschichte der Häuser - und so auch der des Hauses Dreilindenstraße 26.
Bei den folgenden Listen handelt es sich um eine Zusammenstellung der Adressbuch-Einträge für das Haus Dreilindenstraße 26 von 1903 bis 1949. Es ist ein erster Versuch, die frühe Geschichte des Hauses näher zu beleuchten. Möglicherweise lassen sich über die Namen der hier ermittelten Bewohner später noch weitere Quellen finden, die nähere Erkenntnisse über die Geschicke des Hauses liefern.
Aus den Adressbüchern geht hervor, dass das Haus Dreilindenstraße 26 (bis 1908 noch Lindenstraße) in den ersten Jahren seines Bestehens als Nr. 22 geführt wurde. Die Straße war um die Jahrhundertwende noch nicht vollständig bebaut, 1902 war die Nr. 14 beispielsweise noch ein Garten, während das Grundstück des späteren Hauses Nr. 26 (damals noch 22) bereits als Bauplatz deklariert wurde - man war wohl eifrig dabei, die letzten Baulücken in der Straße in diesen Jahren zu schließen bzw. die alte, niedrigere Bebauung zu ersetzen. Das Haus Nr. 22/26 mit der Katasteramtsnummer 381B wurde dann offenbar sehr zügig erbaut und vermietet:
Bereits ein Jahr später, 1903, war es fertig und bis unters Dach vermietet, wie das Straßenverzeichnis von 1903 belegt (siehe Abbildung rechts) - und im nahegelegenen ehemaligen Garten Nr. 14 waren schon Arbeiten zu einem Neubau in Gang.
Obwohl das Haus Nr. 22/26 in direkter Nachbarschaft zur alten Gastwirtschaft mit Festsaal Drei Linden bzw. der späteren Musikalischen Komödie stand bzw. steht, gab es offenbar keine direkte Verbindung zwischen seinen Besitzern und diesen Institutionen. Die Eckgrundstücke, die später mit der Musikalischen Komödie Drei Linden überbaut wurden, waren zunächst im Besitz des Unternehmers Emil Böbber, der einen Neubau plante, sich aber mit dem Projekt finanziell übernahm und an die Brauerei Naumann verkaufen musste. Im Erdgeschoss und/oder dem 1. Stock des Nebenhauses 20b (heute 24) unterhielt ab 1906 der Architekt und Erbauer der Musikalischen Komödie Friedrich Otto Gerstenberger sein Büro. Seine Enkel verkauften das Haus nach der Wende an die Stadt Leipzig, heute ist es im Besitz der Musikalischen Komödie.
Der Erbauer und erste Besitzer des Hauses Nr. 22/26 zwischen der Musikalischen Komödie und Dreilindenstraße 20b/24 war Franz Gehricke, ein Baugeschäftinhaber. Mit der Fertigstellung der MuKo 1913 wurde die Nummerierung der Straße neu geregelt, das Haus Dreilindenstraße 22 bekam die Nr. 26, das Nebenhaus 20b wurde zur Nr. 24. In den ersten Jahren wechselte das Haus Nr. 22/26 mehrfach den Besitzer, bis es mit dem Schlossermeister Richard Chilcott 1913 in beständigere Hände kam: Chilcott und seine spätere Witwe Auguste hatten es bis Mitte der 1940er Jahre in Besitz.
Eva Zöllner

Die Auflistung aller Mieter und der Eigentümer dieses Hausgrundstückes von 1903-1949 sehen Sie nach Anklicken der Datei
Dreilindenstrasse 26.pdf

Weitere Informationen:
Dreilindenstrasse 26.pdf


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