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Häuserliste

Odermannstraße 4

04177 Leipzig-Lindenau

1938

Schureparaturen Stock & Söhne

Der Kaufmann Leon Kohs (seine Wohnung: Kaiserstraße 3 [jetzt Endersstraße 3]) besaß einen Altwarenladen [An- und Verkauf] in der Odermannstraße 4 in Leipzig-Lindenau, der ein bescheidenes Einkommen ermöglichte. Durch die Abschiebung nach Polen am 28. Oktober 1938 verloren er und seine Familie jeglichen Besitz.
Aus Josef Kohs Nachkriegsaufzeichnungen entsteht ein Bild vom Grauen jener Tage:

"Es war am 28. Oktober 1938, an einem Freitag, als ich schon 6 Uhr früh ein starkes Klopfen an meiner Tür vernahm. Ich öffnete die Tür und blickte auf zwei Polizisten, die mir mit Taschenlampen ins Gesicht leuchteten... Wir seien ausgewiesen. Unser Zug stehe schon bereit."

Die verzweifelten Menschen wurden zu bereitstehenden Zügen gebracht und zur Grenze gefahren. In Beuthen wurden sie mit Waffengewalt über die Grenze getrieben. Wie viele andere irrte die Familie durch verschiedene polnische Städte. Von der weitverzweigten Familie konnten sich nur wenige retten.

Laura und Leon Kohs fanden in Dabrowa bei Tarnow Unterkunft bei Verwandten. Hier fanden regelrechte Massenerschießungen statt. Wer nicht erschossen wurde, wurde in das Vernichtungslager Belzec deportiert.

Vermutlich im Juli 1942 wurden Laura (62 Jahre) und Leon Kohs (70 Jahre) ermordet.

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Leipzig Adreßbuch 1938, 1940
- Dr. Uta Larkey: Eine Familiengeschichte - Polnische Juden in Leipzig (unveröffentlicht)
- www.stolpersteine-leipzig.de

Bildinhalt: Ein Stolperstein für den Kaufmann Leon Kohs, der in der Odermannstraße 4 einen Altwarenladen betrieb, liegt in der Nachbarstraße vor der alten Post, Endersstraße 3.
Ein Stolperstein für den Kaufmann Leon Kohs, der in der Odermannstraße 4 einen Altwarenladen betrieb, liegt in der Nachbarstraße vor der alten Post, Endersstraße 3.
 


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