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Häuserliste

Lindenauer Markt 5

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt: Lindenauer Markt 5 mit Ladengeschäft An- und Verkauf, Foto: Archiv Gerd Horn
Lindenauer Markt 5 mit Ladengeschäft An- und Verkauf, Foto: Archiv Gerd Horn

Hier wurde am 29. April 1886 Kurt Kluge geboren.

1885 Markt 3
Besitzer: Karl Emil Schäfer, Leinwand- und Wollwaarenhandlung, wohnt im Haus bei B. Schäfer, Markt 9 (K. 366), Leinen-, Schnittwaaren- und Posamentenhandlung.

1887 Markt 7, vorher Markt 3
Besitzer: K. E. Schäfer, Leinwand- und Wollwarenhandlung
Mieter: Fr. Aehlig, verwitwete Näherin
R. Dunckel, Lehrer
E. Dutschky, verwitwete Näherin
Fr. G. Hanke, Tischler
Friedr. Herm. Otto Kluge, Lehrer
Felix Heinze, Lehrer
W. M. R. Winkler, Barbiergehilfe

Hier wohnte Familie Kluge.
Lehrer Friedr. Herm. Otto Kluge (1853-1910) war als Oberlehrer an der 12. Bürgerschule, Friedensrichter und Organist im Dorf Lindenau tätig (Lehrer Otto Kluge war Sohn des Müllers und Getreidehändlers Friedrich Kluge aus Zappendorf b. Eisleben und der Leopoldine Emilie Baumgarte). Ottos Frau, Amanda Kluge, 1853 geb. Koch, Tochter des Gutsbesitzers und Schmiedemeisters Robert Koch in Nietleben b. Halle und der Friederike Emilie Fritzsche, gebar am 29. April 1886 in der damaligen Landgemeinde Lindenau bei Leipzig den Sohn Kurt Kluge (+ 26. Juli 1940 in Fort Eben-Emael bei Lüttich).
Kurt Kluge wurde als der Dichter der "Zaubergeige" berühmt. Er war Schüler von Max Klinger und Alois Kolb, um sich als Graphiker, Maler, Bildhauer und vor allem als Erzgießer auszubilden. Es entstanden Porträtbüsten von Richard Dehmel (1913) und Arthur Nikisch. Bei Kriegsbeginn 1914 wurde Kurt Kluge eingezogen und bereits am 21.10.1914 bei Becelaere in Belgien schwer verwundet. Nach seiner Genesung arbeitete er als Zeichenlehrer und richtete in seinem Leipziger Atelier eine Erzgießerei ein. 1921 erhielt er durch Vermittlung von Arthur Kampf in Berlin eine Professur an der Hochschule für freie und angewandte Kunst und leitete dort in Berlin bis zu seinem Tod eine Klasse für Erzplastik.
Ende der 1920er Jahre fasste Kurt Kluge den Entschluss, sich vermehrt der Schriftstellerei zu widmen.

Kurt Kluges preisgekrönter Roman "Zaubergeige" (1940)
Mit dem kurz vor Kluges Tod erschienenen heiteren Roman "Die Zaubergeige", der die Geschichte eines verkannten Geigenvirtuosen erzählt, der mit Hilfe einer entwendeten Stradivari über zahlreiche Verwicklungen und Hindernisse zu höchstem Ruhm gelangt und die Frau seines Lebens erobert, gelang Kluge ein zweites Werk, das ihm ähnlich wie "Der Herr Kortüm" (1938) höchste Aufmerksamkeit sowohl von Seiten der Kritik als auch in der Leserschaft einbrachte. Mit einer Auflage von über 400.000 Exemplaren war der Roman zu seiner Zeit ein Bestseller. 1940 wurde Kurt Kluge für die Zaubergeige der Literaturpreis der Stadt Berlin zugesprochen. 1942 wurde ihm für die Zaubergeige posthum auch der Wilhelm-Raabe-Preis zugesprochen. 1944 wurde das Buch verfilmt.
... mehr zu Kurt Kluge bei wikipedia

1943 Lindenauer Markt 5
Eigentümer: Schaefersche Erben

2009 bis Juni 2020
Ladengeschäft An- und Verkauf

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Adreßbuch für Lindenau-Plagwitz und Neu- Schleußig 1885, 1887
- Leipziger Adressbuch
- Kutzbach, Karl August, "Kluge, Kurt" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1980), S. 142-144, [Online-Version]
- Archiv Gerd Horn
- Kurt Kluge in wikipedia
> Merseburger Straße 69

Bildinhalt: Hier, am Lindenauer Markt, wurde am 29. April 1886 Kurt Kluge geboren.
Hier, am Lindenauer Markt, wurde am 29. April 1886 Kurt Kluge geboren.
 


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