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Häuserliste

Lützner Straße 11 Goetz-Haus

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt: Postkarte Ferdinand Goetz, Turnvater, und sein Wahlspruch
Postkarte Ferdinand Goetz, Turnvater, und sein Wahlspruch "Herz und Hand dem Vaterland". Quelle: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, Inv. Nr. PK 1418

zur Geschichte

Lützner Straße 11=1880: "Lützenerstraße 4"
Lützner Straße 11=1885: "Lützener Straße 4"

Hier lebten Minna geb. Dornblüth (7. August 1828-12. Mai 1917) und
Dr. med. Ferdinand Goetz (24. Mai 1826-13. Oktober 1915), Arzt und Geburtshelfer, Geheimer Sanitätsrat, Herausgeber der Deutschen Turnzeitung (1859-1863), Geschäftsführer der Deutschen Turnerschaft/DT (1863-1895), Vorsitzender der Deutschen Turnerschaft/DT (1895-1915); Mitglied des Kreisausschusses der Königlichen Kreishauptmannschaft Leipzig, Mitglied des Deutschen Reichstages (1867-1870 und 1887-1893)
mit ihren Kindern
Max Goetz (1855-1936), Arzt
Paul Goetz (6. Dezember 1856-12. Oktober 1945), königl. Baurat, Eisenbahningenieur und Direktor der Leipziger Straßenbahngesellschaft
und
Fanny Goetz (3. Juli 1865-7. Mai 1947) [nicht 3.7.1864-9.5.1947!], engagierte sich für gesunde Frauenkleidung, insbesondere für das Schulturnkleid; war die erste besoldete Vorsteherin eines Armendistrikts in Leipzig, gewählte Leipziger Stadtverordnete der DDP
und
Walter Goetz (11. November 1867 in Lindenau bei Leipzig-30. Oktober 1958 in Sanatorium Adelholzen (Oberbayern), Historiker, ab 1915 Direktor des Institut für Kultur- und Universalgeschichte, Publizist, Herausgeber der Zeitschrift Archiv für Kulturgeschichte, Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, von 1946 bis 1951 Präsident der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Politiker (DDP), 1920-1928 Mitglied des Reichstages, Mitglied der Historischen Reichskommission; 1933 Entlassung von der Universität Leipzig nach Paragraph 4 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aufgrund seiner ehemaligen Mitgliedschaft in der DDP und seiner entschiedenen politischen Gegnerschaft zum Nationalsozialismus

Dr. med. Ferdinand Goetz war 1880 auch Vorsitzender des Lindenauer Bürgervereins, Vorsitzender des Lindenauer Männer-Turnvereins (MTV), Vorsitzender des Lindenau-Plagwitzer Frauenvereins, Vorsitzender des Lindenau-Plagwitzer Kranken- und Begräbnißvereins und Vorsitzender des Lindenau-Plagwitzer Spar- und Vorschußvereins; 1890 auch stellvertretender Vorsitzender des Lindenau-Plagwitzer Gewerbevereins.

Regierungsbaumeister Paul Goetz arbeitete und publizierte auch zu einer möglichen Wasserstraßenverbindung für Leipzig, so auch im Standardwerk zur Leipziger Stadtplanung und Architektur bis 1892 "Leipzig und seine Bauten". Hier der Link.


1885: Lützener Straße 4
Besitzer: Heinrich Goetz, Rechtsanwalt in Leipzig
Mieter:
Dr. med. Ferdinand Goetz, Wundarzt und Geburtshelfer
E. R. Garve, Apotheker
Fr. G. Rath, Markthelfer

1904: Lützner Straße 11
Besitzer: Goetz, verwitwet, Justizrath und Genossen
Mieter:
parterre: Dr. med. Ferdinand Goetz, pract. Arzt
1. Etage: Dr. phil. Carl Heinrich Friedrich Christian Gandert, Pastor (* 05. Oktober 1868 in Gatersleben b. Magdeburg, +† 13. Mai 1944; Ordination: 23. Januar 1897; Pfarrstellen: 1897 Nathanael 5. Stelle (Hilfsgeistlicher) in Lindenau, 1897 Nathanael 2. Stelle (Diakon) in Lindenau [lt. Grünberg (Parochien): 4. Stelle (3. Diakon)], 1906 Philippus 2. Stelle (Diakon) in Lindenau, 1.11.1919 Philippus 1. Stelle (Pfarrer) in Lindenau; Emeritierung: 1. April 1927)

1933
Eigentümer: Ausschuß der deutschen Turnerschaft e. V. (Berlin)

1943
Eigentümer: Hilfswerk des Nat.Soz. Reichsbundes für Leibesübungen

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Adreßbuch sämmtlicher Einwohner der Vororte von Leipzig, sowie aller übrigen Gemeinden der Amtshauptmannschaft Leipzig 1880
- Adreßbuch für Lindenau-Plagwitz und Neu- Schleußig 1885
- Leipziger Adressbuch 1900, 1933
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.
- Helge Dvorak: Biographisches Lexikon der Deutschen Burschenschaft. Band I: Politiker. Teilband 2: F-H. Heidelberg 1999, S. 154-156.
- Grundmann, Herbert, "Goetz, Walter" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 582-584 [Online-Version]
- Eerke U. Hamer: Dr. Goetz als Abgeordneter im Norddeutschen und Deutschen Reichstag (1867-1870 und 1887-1893), Leipzig: Selbstverlag E. U. Hamer, 2009. 41 S.
- Siegfried Hoyer: Arzt - "Turnvater" - Demokrat. Zum 175. Geburtstag von Ferdinand Goetz. In: Stadtgeschichte. 2, Leipzig 2001, S. 54 f.
- Hugo Ruehl: Ferdinand Goetz: Ein deutsches Turnerleben. Leipzig 1921.
- Otto Vogt: Goetz, Ferdinand Hermann Wilhelm. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 6, Duncker & Humblot, Berlin 1964, ISBN 3-428-00187-7, S. 581 f.
- Weigand, Wolf Volker: Walter Wilhelm Goetz 1867-1958. Eine biographische Studie über den Historiker, Politiker und Publizisten. Boppard am Rhein 1992.
- Ingeburg Zeidler: Goetz, Fanny. In: 1000 Jahre Leipzig - 100 Leipziger Frauenporträts. Hrsg.: Referat für Gleichstellung von Frau und Mann der Stadt Leipzig und Louise-Otto-Peters-Gesellschaft e. V. Online-Portal
- de.wikipedia.org/Ferdinand_Goetz
- de.wikipedia.org/Walter_Goetz
- pfarrerbuch.de
> Goetz-Familiengrab auf dem Lindenauer Friedhof in der Merseburger Straße 148

Bildinhalt: Bildnis Dr. Ferdinand Goetz, Fotografie um 1910, Familienarchiv der Nachkommen. Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv.
Bildnis Dr. Ferdinand Goetz, Fotografie um 1910, Familienarchiv der Nachkommen. Aus Wikimedia Commons, dem freien Medienarchiv.
 

zur Gegenwart

Restaurant im Goetzhaus

Schnitzel-Restaurant
SCHNIZZ LEIPZIG
Lützner Straße 11
04177 Leipzig-Lindenau

Fon: 0341 - 92605044
Fax: 0341 - 92605049

Täglich geöffnet: 11 bis 23 Uhr
Küchenschluss 22 Uhr

Goetz-Haus
Das zweigeschossige Wohnhaus in der Lützner Straße zählt zu den wenigen erhaltenen Biedermeierhäusern aus der vorgründerzeitlichen Epoche Leipzigs. Das ältere Hauptgebäude entstand etwa 1823. Es ist eines der letzten Zeugnisse der ehemals dörflichen Besiedlung von Leipzig-Lindenau. Der Bau sowie sein um 1860 entstandener Anbau liegen an der Hauptausfallstraße in Richtung Westen und damit in einer städtebaulich signifikanten Lage. Das Gebäude war Wohn- und Wirkungsstätte von Dr. Ferdinand Goetz (1855-1915), einer wichtigen bürgerlichen Persönlichkeit der deutschen Turngeschichte. Goetz leitete die weltgrößte Turnorganisation, die Deutsche Turnerschaft, von 1860 bis zu seinem Tode als deren Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender. Während dieser Zeit entwickelte sich das Haus in der Lützner Straße zum Mittelpunkt des Geschäftslebens der Deutschen Turnerschaft und wurde Ort der Begegnung. Das von Goetz 1877 eingerichtete Archiv der Deutschen Turnerschaft, später Bibliothek, wurde lange Jahre in Lindenau geführt und betreut.
2001/2002
hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz die Instandsetzung des Daches und der Außenfassaden des Gebäudes gefördert und sich an der Wiederherstellung der historischen Paneele und der einstigen Farbgebung im Inneren des Hauses finanziell beteiligt.

Übersicht aller Förderprojekte der Deutschen Stiftung Denkmalschutz


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