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Nathanaelstraße 6

04177 Leipzig-Lindenau

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In der damaligen Burgauenstraße 6 lebte Karl Friedrich Scheithauer, Stenografie-Erfinder, Stenograf, Autor, Journalist und betrieb hier vor dem Krieg seinen Verlag und nach dem Krieg ein Übersetzungsbüro. Sein Pseudonym als Schriftsteller war "Kallistophanes von Theben".

Hier der Eintrag aus "Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909", S. 728.:
Scheithauer, Karl Friedrich, Stenograph und Schriftsteller (Pseudonym Kallistophanes von Theben) in Leipzig, geb. 21. Sept. 1873 in Xions (Provinz Posen), veröffentlichte 1892 eine »Deutsche Volkssténographie« und 1896 auf neuer Grundlage ein »System der Stenographie« (6. Auflage, Leipzig 1900) nebst »System der Schriftkürzung« (3. Auflage, daselbst 1903). Vgl. Artikel »Stenographie«. Das System hat in Deutschland und Holland (Übertragung von Riënts Balt in Haag) Verbreitung gefunden.

Einige seiner Veröffentlichungen:
- Lesen: Scheithauer, Karl: Stenografie für Alle. Kurzschrift in wenigen Stunden – Anleitung zum Erlernen der Scheithauer-Kurzschrift.
- Deutsche Volksstenographie, 1892
- System der Stenographie. Nach graphologischen Erfahrungen aufgestellt, 1896
- System der Stenographie, Leipzig 1900, 6. Auflage
- System der Schriftkürzung, Leipzig 1903, 3. Auflage
- Übungsblatt für die Scheithauersche Debattenschrift. Halbmonatsblatt zur Pflege der gekürzten Schrift. Leipzig, Kockel-Verlag, Nr. 1.1912 - 35/36.1913; damit Erscheinen eingestellt.
- Alphabetische Stenographie Scheithauer 1913, Leipzig 1913
- Zur Frage der stenographischen Einheit. Eine Botschaft an die Versammlung Scheithauerscher Stenographen zu Ostern 1913. Scheithauer Stenographenbund Leipzig-Thonberg 1913, 15 S.
- Original-Stenogramme. Leipzig: Scheithauer, 1914
- Die Stenographie Stolze-Schrey - ein Werk des Stumpfsinns, Leipzig 1915
- Lehrgang der Stenographie. Leipzig 1916, 5. Auflage.
- Plena Lernolibro de Esperanta Stenografio (Rapidskribo). Leipzig: K. Scheithauer, 1926
- Handbuch der Schriftkürzung, Leipzig 1929, 2. Ausgabe
- Stenographische Fibel. Anweisung zum gründl. Erlernen der Stenographie nach dem ... einfachsten ... System durch Selbstunterricht, Leipzig 1913, 7. Aufl.; 1933, 17. Auflage; 1936, 18. Auflage
- 42 Zeichen ohne "„Dick und Dünn“" und ohne "„Sigel“" ... Für Schule und Selbstunterricht. Leipzig 1935
- Erstes Leseheft für Stenografen. Leipzig-Lindenau: Scheithauer 1938
- Stenographie für Alle, Nürnberg 1946, 20. Auflage

1915, 1918, 1920
Karl Scheithauer
Verlags-Buchhandlung
Leipzig
Burgauenstraße 6, 3. Etage
Telefon 434 38

1918, 1920, 1930, 1934-1937:
Karl Scheithauers Verlag
Leipzig W 33
Burgauenstraße 6, 3. Etage
Telefon 434 38

1947:
Karl Scheithauer
Übersetzungsbüro
Leipzig W 33
Burgauenstraße 6

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Leipziger Adressbuch 1915, 1918, 1920, 1930, 1934, 1935, 1936, 1937, 1949
- Leipziger Adreßbuch mit Markkleeberg, Böhlitz-Ehrenberg, Engelsdorf, Mölkau 1947
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.
- Scheithauer. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon, Band 17. Leipzig 1909, S. 728
- Brodthagen, Ernst: Deutsche Einheitskurzschrift. Prüfungsbuch Stenografie 2. Geschichte der deutschen Stenografie und Allgemeine Kurzschriftlehre in Frage und Antwort, Rinteln 1988
- Gessner, Ingrid: In memoriam Karl Friedrich Scheithauer, in: KMI. Bürowirtschaft – Lehre und Praxis 1/1992, S. 13–16
- Kaden, Walter: Neue Geschichte der Stenographie. Von der Entstehung der Schrift bis zur Stenographie der Gegenwart, Dresden 1999
- Mentz, Arthur, u. a.: Geschichte der Kurzschrift, Wolfenbüttel 1981, 3. Auflage
- Moser, Franz, u. a.: Lebendige Kurzschriftgeschichte. Ein Führer durch Kurzschriftlehre und Kurzschriftgeschichte, Darmstadt 1990, 9. Auflage
- Schneider/Blauert: Geschichte der deutschen Kurzschrift. Erweitert im Oktober 2006 von Dr. Eva Scheithauer-Waldron, Enkelin von Karl F. Scheithauer

Bildinhalt: Die Grabstelle von Karl Scheithauer (geboren 21. September 1873, gestorben 12. Januar 1962) befindet sich auf dem Lindenauer Friedhof Merseburger Straße 148. Der Grabstein ist mit seinem Warenzeichen, dem Stenographiekopf, auch
Die Grabstelle von Karl Scheithauer (geboren 21. September 1873, gestorben 12. Januar 1962) befindet sich auf dem Lindenauer Friedhof Merseburger Straße 148. Der Grabstein ist mit seinem Warenzeichen, dem Stenographiekopf, auch "Scheithauersches Gesicht" genannt, geschmückt und steht nun dank der Bemühungen der Stenographischen Sammlungen in Dresden unter Denkmalschutz. Das "Scheithauersche Gesicht" ist auch abgebildet in Ehm Welks Roman "Die Heiden von Kummerow". Dort heißt es unter dem "Scheithauerschen Gesicht": "Ein Gesicht - das spricht! Was steht in diesem Gesicht zu lesen? Die Worte: roh, Ohr, Tor, Ruhr. Was ist das? Das ist der Beweis für die Vortrefflichkeit des Stenographie-Systems Holzhauer. Aus diesen vier Zeichen -./ gleich: ourt setzen sich die 4 Wörter in dem Gesicht zusammen. [...] Leicht erlernbar durch Selbstunterricht. Lehrbuch 60 Pfennig, Lesebuch 60 Pfennig. Schreiben Sie an den Verlag Karl Holzhauer [...]."
 


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