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Erich-Köhn-Straße 66

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt:

Das ist das Geburtshaus von Max Schwimmer.

Schwimmer, Max
* 9.12.1895, † 12.3.1960
Illustrator, Grafiker
Max Schwimmer zählt als expressiver Realist zu den bedeutenden Malern Sachsens aus dem vergangenen Jahrhundert. Von ihm stammen zahlreiche Buchillustrationen u. a. zu Honoré de Balzac, Beaumarchais, Theodor Fontane, Johann W. v. Goethe, Heinrich Heine, Guy de Maupassant, Alexander Puschkin, Jean-Arthur Rimbaud, William Shakespeare, Kurt Tucholsky. Er war seit 1952 Mitglied der Akademie der Künste zu Berlin.

Max Schwimmer - Meister der poetischen Buchillustration
»Dem schmetterlingsleichten, so graziösen wie souveränen Linienspiel Ihrer Zeichnungen zu folgen ist Freude und Trost. Möge viel von der Freude und Heiterkeit, die diese Blätter ausstrahlen, zu Ihnen zurück klingen!« (Hermann Hesse an Max Schwimmer, 1955)

Am 9. Dezember 1895 wird hier, in der damaligen Wettinerstraße 66 in Leipzig-Lindenau, Robert Richard Max Schwimmer als erster Sohn des Buchbinders Carl Theodor Richard Schwimmer und dessen zweiter Ehefrau Amalie Elisabeth, geborene Böhme, in Leipzig-Lindenau geboren. Es folgen die Geschwister Amalie Elisabeth Martha Schwimmer (1896-1975 , meine Großmutter), Franz Ehregott Walter (1897-1918) und Clarissa Elisabeth Johanna (1900-?). In den folgenden Jahren wechselt die Familie beinahe jährlich den Wohnsitz. Stets bezieht sie eine der im Westen Leipzigs (v. a. in Lindenau) gerade fertiggestellten Wohnungen, bis sie endlich 1903 in der Lindenauer Harkortstraße 38 (heute: Henricistraße 38) für etwa 15 Jahre seßhaft wird. 1917 dann ziehen Max Schwimmers Eltern in die Angerstraße 41 in Leipzig-Lindenau, Max Schwimmer mietet ein Atelier in der Leipziger Königin-Augusta-Straße. Max Schwimmer beteiligt sich erstmals an einer Ausstellung, der 4. Jahresausstellung des Vereins der Leipziger Jahresausstellungen (LIA). Bis 1922 wird er die Ausstellungen der LIA regelmäßig beschicken. Nach der Rückkehr aus dem Ersten Weltkrieg begann er 1919 an der Leipziger Universität mit dem Kunstgeschichts- und Philosophie-Studium. In dieser Zeit liegen die Anfänge seiner künstlerischen Tätigkeit. Außerdem fand er Anschluss an die antibürgerliche Kabarett-Szene, die von Hans Reimann, Erich Weinert, Slang und Ringelnatz dominiert war. Er arbeitet für die Satirezeitschriften "Die Aktion" und "Der Drache".
Nach einer Reise durch Frankreich und Italien begann Schwimmer seine Lehrtätigkeit an der Kunstgewerbeschule in Leipzig. 1930 heiratete er die Grafikerin Eva Schwimmer geb. Götze (1901–1986). Die beiden trennten sich bereits 1933 wieder. Nach der "„Machtergreifung“" der Nationalsozialisten wurde er 1933 sofort aus dem Lehramt entlassen. Neun seiner Werke wurden als "„entartete Kunst“" diffamiert und konfisziert. Schwimmer widmete sich nun mehr der Buchillustration, bis 1944 erschienen über 25 von ihm illustrierte Titel. 1939 wurde er in Leipzig zum Sanitätshilfsdienst eingezogen, bald darauf aber wieder entlassen. Am 24. August 1944 wurde Max Schwimmer endgültig zur Wehrmacht eingezogen. Nach einem Vorbereitungslager in Komotau im Reichsgau Sudetenland wurde er Ende September 1944 zur Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers Stalag IV B in Mühlberg/Elbe verlegt. Im April 1945 flüchtete die Wachmannschaft des Kriegsgefangenenlagers nach Lehndorf bei Altenburg/Thür. in die amerikanische Besatzungszone. Schwimmer schlug sich zu Fuß zu seiner zweiten Frau, der Malerin Ilske Schwimmer (1915-1969), nach Wohlbach im Vogtland durch.
Nach Kriegsende trat er der KPD bei und erhielt 1946 eine Berufung als Professor und Leiter der Abteilung Graphik an die Staatliche Akademie für Graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig [später: HGB]. Dort war er von 1946 bis 1950 tätig. 1951 wurde er infolge einer gezielten Kampagne von seiner Tätigkeit in Leipzig entbunden. Am 29. Oktober 1951 wurde er offiziell an die Dresdner Hochschule für Bildende Künste [HfBK/ Kunstakademie Dresden] als Leiter der Abteilung Grafik berufen, wo er bis zu seinem Tod blieb.
Schwimmer starb am 12. März 1960 infolge eines Herzinfarkts. Am 23. März 1960 fand auf dem Friedhof Leipzig-Lindenau die Urnenbeisetzung statt.

Quellen/Literatur/Weblinks:
- Katalog Max Schwimmer. Deutschen Akademie der Künste Berlin 1965
- Katalog Max Schwimmer. Das grafische Werk. Museum der bildenden Künste Leipzig, Akademie der Künste 1975 (Wissenschaftl. Bearbeit. Magdalena George)
- George, Magdalena: Max Schwimmer: Leben und Werk. Verlag der Kunst, Dresden 1981 (Veröffentlichung der Akademie der Künste der DDR).
- Biographische Angaben im Handbuch "Wer war wer in der DDR?"
- Inge Stuhr: Max Schwimmer. Eine Biographie. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Max-Schwimmer-Nachlaß der Leipziger Stadtbibliothek, Lehmstedt Verlag, Leipzig, 2010, 256 Seiten, 220 farbige Abbildungen, ISBN 978-3-937146-83-6
- Max Schwimmer: Briefe und Tagebücher. Herausgegeben von Inge Stuhr, Lehmstedt Verlag, Leipzig, 573 Seiten, ISBN 978-3-937146-14-0
- Sein Lebenslauf. Max Schwimmer. www.familie-schwappach.de
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.
- wikipedia-Eintrag Max Schwimmer


Hier befand sich die
Heißmangel Faust
Erich-Köhn-Straße 66
geöffnet Mo, Mi, Fr 15-18 Uhr

Bildinhalt: Maler und Modell. Aus: Kritzelbüchlein, 1956.
Quelle: Inge Stuhr: Max Schwimmer. Eine Biographie. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Max-Schwimmer-Nachlaß der Leipziger Stadtbibliothek, Lehmstedt Verlag, Leipzig, 2010
Maler und Modell. Aus: Kritzelbüchlein, 1956. Quelle: Inge Stuhr: Max Schwimmer. Eine Biographie. Herausgegeben in Zusammenarbeit mit dem Max-Schwimmer-Nachlaß der Leipziger Stadtbibliothek, Lehmstedt Verlag, Leipzig, 2010
 


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