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Jüdische Geschichte: Die Lindenauer Familie Held und das Fotoarchiv Abram Mittelmann
- Moritz Held und Walter Jakob Held. Foto: Stadtgeschichtliches Museum Leipzig, AM00001382.
Liebe Nachbarn, liebe Neugierige & Geschichtsfreunde,
die beiden gemeinnützigen Vereine Lindenauer KirchenCafé e.V. und Lindenauer Stadtteilverein e.V. laden regelmäßig - jeden Monat - zu gemeinsamen Veranstaltungen ein: Zu interessanten Vorträgen, Stadtrundgängen und kleinen Ausflügen oder Exkursionen etc.
Im März 2026 laden wir Sie zu folgender gemeinsamen Veranstaltung ein (Eintritt frei!):
Geschichtlicher Lichtbilder-Vortrag und Diskussion: „Die Lindenauer Familie Held und das Fotoarchiv Abram Mittelmann. Jüdische Geschichte im Leipziger Westen“
Wann: am Donnerstag 5. März 2026, um 19:00 Uhr
Wo: im Lindenauer KirchenCafé, Karl-Heine-Str. 110, 04229 Leipzig-Lindenau
Frau Dr. Johanna Sänger, Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, wird uns aus ihrer Forschungsarbeit zur jüdischen Geschichte im Leipziger Westen erzählen, wiederentdeckte historische Fotos, u.a. von Mitgliedern der Familie Held, aus dem Fotoarchiv Abram Mittelmann zeigen und die neue Sonderausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig 2026 vorstellen.
Wer sind die Gesichter auf den historischen Fotos? Helfen Sie mit!
Eine Jahrhundertgeschichte. Leipziger Fotoarchiv Mittelmann
Mehr als 2.000 Glasnegative wurden 1988 auf dem Dachboden des Wohnhauses Peterssteinweg 15 in der Leipziger Südvorstadt entdeckt, darunter etwa 1.800 Porträts von Frauen, Männern und Kindern um 1930, viele von ihnen Jüdinnen und Juden. Es handelt sich um das Archiv des jüdischen Fotografen Abram Mittelmann, der von 1909 bis 1938 in dem Haus mit seiner Familie lebte und arbeitete. Obwohl es sich meist um »Alltags«-Porträts handelt, kam ein deutschlandweit einzigartiger Foto-Schatz ans Licht. Nur wenige der Porträtierten sind bisher bekannt. Von anderen liegen die Familienverhältnisse, ihre Herkunft und Stellung, ihr Berufsbiografien und ihr Schicksal bisher im Dunkeln. Die Existenz der Fotos war jahrzehntelang vergessen. Das Archiv ermöglicht viele neue Erkenntnisse zu Leipzigs jüdischer Gemeinde und Stadtgesellschaft. Es ist erst seit kurzem nutzbar, dank der Genehmigung der Erbin des Fotoarchivs Nadia Vergne. Die digitale Sammlung der über 3.300 Fotografien steht öffentlich in der Datenbank des Museums zur Verfügung. Nur wenige der Porträts konnten bisher identifiziert werden.
In einer Sonderausstellung wird das Museum 2026 die wiederentdeckten Geschichten sichtbar machen – von Menschen, Familien, Vereinen und Firmen, die mit den Fotos verbunden sind. Begleitet wird die Ausstellung von einem umfangreichen Programm. Zudem wird eine Webseite zum Projekt entstehen.