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Häuserliste

Gießerstraße 4-6

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt: Die Gasanstalt in Leipzig-Lindenau. In: Leipzig und seine Bauten. Leipzig 1892. S. 672
Die Gasanstalt in Leipzig-Lindenau. In: Leipzig und seine Bauten. Leipzig 1892. S. 672

einst

ab 1863
Sitz der Gasanstalt für die westlichen Vororte Leipzigs, die ab Juli 1872 der 1867 gegründeten Thüringer Gasgesellschaft AG gehörte; diese verlegte danach ihren Sitz von Gotha/Thür. [im ernestinischen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha] nach Leipzig
Die Gasanstalt war ab Michaelis 1863 in Betrieb. (Quelle: Leipzigs Wasserpionier. Ein Industriebild. Von Friedrich Hofmann. In: Die Gartenlaube. Illustrirtes Familienblatt, No. 44, 1864, S. 695)
Mit dieser frühen Gasanstalt war Lindenau das erste Dorf im Königreich Sachsen mit einem Gaswerk.

1885
Gasanstalt der Thüringer Gasgesellschaft, Gießerstraße 3/4

Adressbuch-Eintrag 1887: Gasanstalt für Lindenau-Plagwitz, Moltke-Straße 14/16

Um 1910 lieferte die Gasanstalt Leipzig-Lindenau der Thüringer Gasgesellschaft Koch- und Heizgas zu einem Preis von 12 Pfennig für 1 Kubikmeter. Damit war Gas billiger als Kohlenfeuer. Die Verwaltung der Gasanstalt hielt stets Gaskoch- und Heizapparate "bestbewährter Systeme in reichlicher Auswahl" auf Lager und lieferte diese Geräte "auf Wunsch auch probeweise". Dazu betrieb sie eine eigene Installationswerkstatt.
Zahlreiche (ehem.) Aktien der Thüringer Gasgesellschaft AG sind im Internethandel zu erwerben, Sammlerpreis: zwischen 10 und 80 Euro.

Gießerstraße 4/6 in Leipzig-Lindenau (Kataster-Nr. 1003 und 1011)
Gaswerk Lindenau-Plagwitz

später
Gaswerk III Leipzig (auch in der Engertstraße)

Quellen/Literatur/Weblinks:

- Th. Weigel:
Gedenkschrift zum fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Thüringer Gasgesellschaft zu Leipzig, Leipzig: Stephan, 1893. 138 S., 21 Tafeln

- VEB Energiekombinat Leipzig (Hrsg.):
150 Jahre Gasversorgung in Leipzig 1838 bis 1988. Leipzig, 1988. 48 S., mit zahlr. Bildern

- Krüger, Ulrich:
Leipzigs Stadtwerke. Eine Skizze ihrer Entwicklung. Hrsg. Leipziger Geschichtsverein e.V. (Leipziger Hefte 3), Sax-Verlag Beucha 1995

- Vereinigung Leipziger Architekten und Ingenieure (Hg): Leipzig und seine Bauten. Zur X. Wanderversammlung des Verbandes Deutscher Architekten- und Ingenieur-Vereine in Leipzig vom 28. bis 31. August 1892. J. M. Gebhardt’s Verlag (Leopold Gebhardt), Leipzig 1892. 856 Seiten; S. 672 f.

- Adreßbuch für Lindenau-Plagwitz und Neu-Schleußig 1887

- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.

- Die Gas-Anstalt Lindenau-Plagwitz im www.leipzig-lexikon.de

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Hier, mit dem Gas der damaligen Gasanstalt in Lindenau bei Leipzig, begann der Ballonkonstrukteur und Luftschiffpionier Ernst Georg August Baumgarten im Jahre 1880 mit dem weltweit ersten Aufstieg eines (theoretisch) lenkbaren Luftschiffes in größere Höhen.
Zeitgenössische Meldungen berichten von einem Aufstieg von 1500 bis zu 3000 m Höhe!
Weil er beherrscht sei vom "Wahn, ein großer Erfinder zu sein, das Problem der Luftfahrt gelöst ... zu haben", wird er nach Krankenhausaufenthalten in Zwickau und Chemnitz 1883 in die Landes-Irrenanstalt Colditz eingewiesen, wo Georg Baumgarten am 23.6.1884 im Alter von nur 47 Jahren an Tuberkulose starb.
Erst 20 Jahre nach dem aufsehenerregenden Beginn in Lindenau konnte Graf Zeppelin, der 1898 das Reichspatent Nr. 98580 für einen "Lenkbaren Luftfahrzug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern" erworben hatte, am Bodensee seine Lösung präsentieren.

Quellen/Literatur/Weblinks:

- Laske, Claus / Teichmann, Horst / Kramer, F.:
Ernst Georg Baumgarten - ein sächsischer Flugpionier. Hrsg: Gemeinde Grüna, (Limbach-Oberfrohna: Druckhaus Karl-Marx-Stadt) Grüna 1986, 74 S. mit zahlr. Abb.

- Fritz Stengel, Heimatverein Grüna, Arbeitskreis Baumgarten:
Georg Baumgarten, der Fliegende Oberförster aus Grüna. Grüna 2012.
Im Internet:
www.gruena-online.de
www.heimatverein-gruena.de

- Olaf Beyer:
Der Traum vom Fliegen oder Ein Förster, der in die Luft fahren wollte. Ernst Georg August Baumgarten verstarb am 23. Juni 1884 in der Landes-Anstalt in Colditz. In: Leipziger Volkszeitung, Juni 2009.

- Horst Teichmann und Günter O. Schulz:
Ein Traum wird wahr - Georg Baumgarten und Dr. Wölfert. Die wichtigsten deutschen Luftschiffpioniere des 19. Jahrhunderts. Schiff- und Flugzeug-Verlagsbuchhandlung im Buchzentrum Empfingen, Empfingen 2007. 245 S. in getr. Zählung: Ill., graph. Darst. ISBN-10: 3867552061, ISBN 978-3-86755-206-6

- Horst Teichmann:
Georg Baumgarten - sächsischer Flugpionier. In: Erzgebirgische Heimatblätter 3, 1979. S. 61–70, ISSN 0232-6078

- Herbert Götze:
Der fliegende Oberförster. Ein Erfinderschicksal aus dem vorigen Jahrhundert. Aus: Betriebszeitung "ELAN" des "VEB Feinwäsche" Limbach-Oberfrohna; 1979 Quelle: http://www.ge-mo.com/Hystory2.html
www.Pleissa-Sachsen.de

- Klinckowstroem, Carl Graf von:
"„Baumgarten, Ernst Georg August“", in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 660 f. [Onlinefassung];
www.deutsche-biographie.de/pnd124887252.html

- O. Kubiecki:
Ernst Georg August Baumgarten. In: Tharandter Forstliches Jahrbuch 88, 1937, S. 221-34.

- https://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Baumgarten_%28Luftschiffpionier%29

- Hartmut Reinsberg:
Limbach-Oberfrohna: Ausstellung "Deutsche Luftschifffahrt". 100 Jahre Zeppelinluftfahrt. Limbach-Oberfrohna 2013
www.Pleissa-Sachsen.de

- Peter Kleinheins. Unter Mitwirkung von Günter Schulz und Gerhard Krüger:
Die Motorluftfahrt begann vor hundert Jahren. Doktor Friedrich Hermann Wölfert und Gottlieb Daimler sowie Georg Baumgarten. Pestalozzi-Kinderdorf Wahlwies, 1988, 73 S. mit zahlreichen historischen Abbildungen. ISBN: 3-921583-04-7, ISBN-13: 9783921583043

- Manfred Bachmann (Hrsg.):
Georg Baumgarten - Erfinder des ersten lenkbaren Luftschiffes. In: Kleine Chronik großer Meister - Erzgebirger, auf die wir stolz sind. Teil 1, Verlag Mike Rockstroh, Aue 2000, S. 50–53

- Klose-Greger, Hanna:
Der fliegende Oberförster: Georg Baumgarten. In: Hundert sächsische Köpfe. Chemnitz: Chemnitzer Verl. 2002, S. 22-23: Ill.

- Dengel, Herbert:
Auf den Spuren von Ernst Georg August Baumgarten. In: Beiträge zur Heimatgeschichte von Reichenbrand. Chemnitz: Heimatverein Reichenbrand. 2000, 3, S. 66-68: Ill.

> Fassadenrelief über der Haustür der Jahnallee 67
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Bildinhalt: Industriebrache Gießerstraße 4-6 in Leipzig-Lindenau auf der Fläche der ehemaligen Gasanstalt, Beton-Trümmer und Gebäudereste, 15. August 2018. Foto: Rainer Müller, Lindenauer Stadtteilverein e.V.
Industriebrache Gießerstraße 4-6 in Leipzig-Lindenau auf der Fläche der ehemaligen Gasanstalt, Beton-Trümmer und Gebäudereste, 15. August 2018. Foto: Rainer Müller, Lindenauer Stadtteilverein e.V.
 

jetzt

2006
Gewerbebrachenrevitalisierung Gießerstraße 4-6
Projektträger: Stadt Leipzig, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, Hochbauamt, Liegenschaftsamt und LESG mbH
Projektdauer: Mai 2006 bis Dezember 2006
Projektkosten: 259.070 €, davon 194.290 € EFRE-Mittel
Ziel der Aktion "Freiraum für Unternehmergeist" war es, die Fläche zu beräumen und zu sichern, um die Voraussetzungen für die Vermarktung nachhaltig zu verbessern. Das Projekt umfasste:
- Bauvorbereitung, fachgutachterliche Überwachung
- Beräumung und Entsorgung aller Gebäude und Grundstücksfreiflächen von Hausmüll, Sperrmüll,Schrott und Wildwuchs, Baumschutz
- Abbruch, Tiefenenttrümmerung und Entsorgung aller Gebäude und sonstiger baulichen Anlagen
- Aufbruch versiegelter Freiflächen, Entsorgung des kontaminierten Bodens, Abbau und Entsorgung von Bahngleisen, Rückbau und Entsorgung von Erdtanks einschließlich der Betonwannen einer Tankstelle, Verfüllung und Verdichtung, Geländegrobplanie
- Geländeeinzäunung und Schließung mit Toranlage, Ersatzpflanzung von Bäumen

2017
große Brachfläche (Flurstücksnummer: 586/2) zwischen Karl-Heine-Kanal und der Fa. Taschenkaufhaus an der Karl-Heine-Straße

2018
Evelyn ter Vehn schrieb in der LVZ (Artikel veröffentlicht: 09. Februar 2018):
"... In Leipzig-Lindenau beginnen ab kommendem Montag, 12. Februar, in Nachbarschaft des Jahrtausendfelds die Vorbereitungen für den Bau einer neuen Grundschule. Wie das Jugendamt mitteilt, wird an der Gießerstraße 4-6 eine vierzügige Schule für 504 Kinder entstehen. Das Grundstück zwischen Taschenkaufhaus und Karl-Heine-Kanal wird zwar erst im Frühjahr zur Baustelle, doch erste Arbeiten wie Baumschnitt sollen schon jetzt passieren. Ab Mai soll die Baustelle eingerichtet werden, danach können die Rohbauarbeiten starten.

Die rund 12.300 Quadratmeter große Industriebrache soll ihr Antlitz bis zum Schuljahr 2020/21 in ein parkähnliches Schulgelände mit Grünflächen, Sport- und Spielmöglichkeiten wandeln. ..."

August 2018
Grundsteinlegung für das zukünftige Schulgebäude

Quellen/Literatur/Weblinks:

- URBAN II im Leipziger Westen. Bilanz Europäische Gemeinschaftsinitiative URBAN II im Leipziger Westen. Herausgeber: Stadt Leipzig, Dezernat Stadtentwicklung und Bau, Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung, Leipzig 2009, 84 Seiten, hier: S. 26. Hier

- www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Industriebrache-in-Leipzig-wird-zu-parkaehnlichem-Schulgelaende


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