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Lützner Straße 39 HausHalten-Wächterhaus

04177 Leipzig-Lindenau

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Zur Geschichte des Kulturdenkmals Lützner Str. 39

Das zweigeschossige, mit einem Krüppelwalmdach versehene, freistehende Wohnhaus zählt zu den ältesten erhaltenen Gebäuden Lindenaus.
In der Nähe des alten Ortskerns von Lindenau erhebt das Haus, durch seine Traufständigkeit und die sechsachsige Fassade, einen über ein schlichtes bäuerliches Wohnhaus hinausgehenden Anspruchs.
Das Wohnhaus ist durch einen Vorgarten von der Lützner Straße getrennt. Neben dem historischen Wert, den der Bau auf Grund seiner städtebaulichen Lage besitzt, wird er durch ein ausgewogenes Verhältnis von Wandfläche und Fensteröffnung charakterisiert. Das Erdgeschoß wird vom Obergeschoß durch ein schmales, an der Giebelseite als Profil erhalten gebliebenes Putzband getrennt. Ein umlaufendes in Höhe der Fensterbänke ausgeführtes weiteres Putzband bildet den Abschluss der horizontalen Fassadengliederung. Die Traufzone erhält eine Holzverschalung. Das Krüppelwalmdach mit drei Zwerchhäusern ist vollständig erhalten.
Dem von der Hofseite zugänglichen Haus schließt sich im Eingangsbereich eine mit Holzpaneelen verkleidete Sockelzone an. Eine filigran gestaltete, spätklassizistische Tür im Erdgeschoss trennt den Wohnbereich vom Hausflur. Das Obergeschoß ist über eine schlichte, sich in gutem Zustand befindliche Treppe zu betreten. Im Hof befindet sich ein über einem U-förmigen Grundriss massiv errichteter, eingeschossiger und mit einem Satteldach ausgestatteter Stalltrakt, der Bestandteil der Anlage ist.
Das heute prägende Erscheinungsbild des Leipziger Westens nimmt seinen Anfang mit der Erschließung durch Dr. Carl Heine am Ende der fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts und erhält seine architektonisch dominierende Gestaltung mit der gründerzeitlichen Bebauung.
Es bleibt deswegen von außerordentlicher Bedeutung, die wenigen erhaltenen Beispiele ländlicher und vorstädtischer Architektur zu bewahren.

***

1885 gehörte dieses Anwesen (Kataster-Nr. 215) in der Landgemeinde Lindenau bei Leipzig den Erben des vormaligen Hausbesitzers Vogel. Die Mieter in der damaligen Lützener Straße 17 waren:
Karoline verwitwete Burckhardt
Marie Luise verehelichte Günther, Wäscherin
Adele Vogel, Kindergärtnerin
Rosine Therese Zschausch, Witwe

1895 sind mit der Anschrift Lützener Straße 39 im Adressbuch vermerkt:
im Erdgeschoss/parterre:
A. Dorn, Thierarzt
in der 1. Etage:
H. Rochau, Copist
A. Kriehmigen, Markthelfer
in der 2. Etage:
C. Günther, Tischler
R. Kattner, Arbeiter

1900 wohnten in der Lützener Straße 39:
im Erdgeschoss/parterre:
der Hausbesitzer Adolph Dorn, Thierarzt
in der 1. Etage:
Johannes Rößler, Steindrucker
in der 2. Etage:
Franz Pellegrini, Arbeiter
dazu Friedrich August Külbel, Arbeiter (1901 wohnte er bereits in der Demmeringstraße 7)

1904 wohnten in der Lützener Straße 39:
im Erdgeschoss/parterre:
der Hausbesitzer Adolph Dorn, Thierarzt
in der 1. Etage:
Susanne Kleinert, Arbeiterin
in der 2. Etage:
Rhld. Hnr. [Abk. für Reinhold Heinrich] Kliche, Steinsetzer

Auch noch vor 100 Jahren (und schon 1908) lebte hier in der Lützner Straße 39 im Erdgeschoss und in der 1. Etage der Tierarzt Adolf Dorn (mit seiner Familie), der zugleich der Hausbesitzer war.
Dr. Karl Dorn in Leipzig, Lütznerstr. 39 war auch (mit dem Zusatz [ab] 1922) im Standard-Adressbuch der deutschen Tierärzte, tierärztlichen Behörden, Hochschulen und Vereinigungen von 1931 eingetragen.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten sieben (7!) Mietparteien im Haus. Hier ein Auszug aus dem Leipziger Adressbuch von 1949:
Johanna Baumgarten, Bauarbeiterin, Lützner Str. 39
Hulda Dorn, Lützner Straße 39
Martha Glaßer, Rentnerin, Lützner Straße 39
Elsa Müller, Lützner Straße 39
Gustav Thiele, Rentner, Lützner Straße 39
Luise Trappiel, Arbeiter, Lützner Straße 39
Paul Wagner, Vulkanis., Lützner Straße 39


Quellen/Literatur/Weblinks:
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.
- Adreßbuch für Lindenau-Plagwitz und Neu- Schleußig 1885
- Leipziger Adressbuch 1895
- Leipziger Adressbuch 1905
- Leipziger Adressbuch 1900, 1904, 1905, 1908, 1910, 1915, 1949
- Standard-Adressbuch der deutschen Tierärzte, tierärztlichen Behörden, Hochschulen und Vereinigungen, 1931
- Denkmalschutzbegründung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen vom 26.10.1994

Bildinhalt: Der große Garten mit seinen alten Obstbäumen ist bei Stadtführungen zu besichtigen.
Der große Garten mit seinen alten Obstbäumen ist bei Stadtführungen zu besichtigen.
 

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HausHalten e.V.
Lützner Straße 39
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Auch der herrliche, große Garten mit seinen alten Obstbäumen lädt zur Besichtigung ein.

Haus, Hof und Garten der Lützner Straße 39 sind während einer öffentlichen Stadtführung am Sonntagnachmittag des 12. Mai 2019 ab 14:00 Uhr zu erleben:
Rundgang durch Lindenau - Bildhauerviertel und Wächtergärten. Ein Spaziergang in das Gebiet um die Josephstraße, das "Bildhauerviertel". Mit einem Besuch im kleinsten "Wächterhaus" Deutschlands.
Treff am Sonntag, 12.5.2019 ab 14:00 Uhr:
Lindenauer Markt 21, Theaterhaus (Tram: 7, 8, 15, Busse 74, 130, 131)
Tickets zur Stadtführung direkt vor Ort am Theaterhaus Lindenauer Markt 21. Preis: 8 Euro, Schüler und Studierende ermäßigt 6 Euro, keine Anmeldung notwendig
>>> Stadtführungen in Lindenau


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