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Block Roßmarktstraße

Text geht, Bild auch - wenn Text da ist

Block Musikalische Komödie

Stadtteilentwicklung von unten an der Lützner Straße

Foto: Christina Weiß

Nach der Jahrtausendwende wurde in Stadtverwaltung und Politik der Umgang mit der nicht mehr wachsenden Stadt kaum diskutiert.
Konzepte gab es keine, allenfalls Abrissdebatten - denn das hatte die Stadtentwicklung bisher einfach nicht in diesem Maße erlebt: Schrumpfung auch im Kernbereich, innerstädtische Brachen und Ruinen. Für den Block Musikalische Komödie schwirrte bald der Gedanke von Abriss durch die ideenlose Planungsluft.
Der Lindenauer Stadtteilverein hat seit 2002 die betroffenen Gebäude aufnehmen lassen: Zustandsbericht, ein paar Fotos ... und bald war klar, dass hier sehr stark differenziert werden musste - von "nur nicht bewohnt" bis "stark in der Substanz gefährdet" war eigentlich alles dabei.
Prof. Ronald Scherzer-Heidenberger von der HTWK hat mit einem Seminar zum kreativen Umgang und studentischen Entwürfen dann ebenso die Diskussion befeuert wie das Leipziger Planungsbüro Stadtlabor, das die "perforierte Stadt" anhand des MuKo-Blocks visualisierte ... und damit eine bundesweite Debatte zum Stadtumbau auslöste.
Mit dem Stadtratsbeschluss zum Konzeptionellen Stadtteilplan (KSP West) wurde im Sommer 2004 dann der Erhalt der Blockrandbebauung an der Lützner Straße im MuKo-Block festgelegt.
Politik wie Verwaltung hatten aber immer noch keine Konzepte zur Umsetzung.

Astrid Heck (URBAN-II-Beauftragte), Kerstin Gall (ASW-Mitarbeiterin) und Christina Weiß (Lindenauer Stadtteilverein e.V.) hoben dafür im Sommer 2004 an einem Lindenauer Küchentisch die Idee zum "Hauserhalt durch Nutzung" aus der Taufe. Im MuKo-Block gab es bereits einen Hauseigentümer, der durch einen einzigen Nutzer Nebenkosten und Vandalismusschäden im Zaum hielt. Er war unwissentlich Vorbild für das Modell Wächterhaus.

ASW-Amtsleiter Karsten Gerkens hielt zum Hauserhalt eine "Balkonrede" im Haus Lützner Straße 16 - das eigentlich das erste Wächterhaus des HausHalten e.V. werden sollte. Da der Eigentümer aber letztendlich nicht mitspielte, wurde ein anderes der erfassten Gebäude im MuKo-Block erstes Wächterhaus: Die Lützner Straße 30.

Die Protokolle der Workshops finden Sie hier:

Bildhauerviertel und Nachbarschaftsgärten

Stadtteilentwicklung von unten rund um die Josephstraße

Logo: Andrea Bibas (2004)

2003 mit dem Bezug des familienfreundlichen Wohnprojekts in der Roßmarktstraße 30 wurde die erste Gestattungsvereinbarungsfläche in Lindenau schnell ein beliebter Treffpunkt. So beliebt, dass bald ein "Ableger" in der Josephstraße Gestalt annahm: Mit den ersten Baulagern 2004 eroberten neue Nutzerinnen und Nutzer die Brachflächen. 2008 gründete der Lindenauer Stadtteilverein den Nachbarschaftsgärten e.V. aus. Auch mit der Bebauung eines Großteils der Flächen wird hier weiter ein Treffpunkt im Stadtteil existieren.
Das Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung (ASW) hat 2016 eine Broschüre mit einer Dokumentation zu den Entwicklungen im Bildhauerviertel rund um die Josephstraße beauftragt.

Die Protokolle zu den städtebaulichen Workshops seit 2006 finden Sie hier.

Weitere Informationen:
01_josephstr_2006_14oktober.pdf
01a_josephstr_2007_8mai_aemter.pdf
02_josephstr_2007_19juli.pdf
03_josephstr_2007_1november.pdf
04_josephstr_20080918.pdf
05_josephstr_20090507.pdf
06_091016_Protokoll_6._Workshop.pdf
07_protokoll_anwohnerwsJosephstr20100930.pdf
08_protokoll_wsJosephstr20110908.pdf