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Häuserliste

Luppenstraße 24 Alte Krügerolfabrik

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt: Auf dem Lindenauer Friedhof befindet sich die gemeinsame Grabanlage von acht Angehörigen der Familien Pauling und Schrauth.
Auf dem Lindenauer Friedhof befindet sich die gemeinsame Grabanlage von acht Angehörigen der Familien Pauling und Schrauth.

Geschichte

1885 sind hier (Cataster-Nr. 503; damals: An der Luppe 10) als Mitinhaber der Seifen- und Parfümfabrik Fa. Pauling & Schrauth vermerkt:
Gustav Ludwig Wilhelm Pauling, Fabrikant,
Wilhelm Ad. Schrauth, Kaufmann und Fabrikant.

1889 (im Adreß-Buch für Lindenau 1889):
Seifen- und Parfümerie-Fabrik Wilh. Pauling & Schrauth, Dampf-Seifenfabrik (Inhaber: Kaufmann G. L. Wilhelm Pauling und Anna verwitwete Schrauth) damals: Luppenstraße 18 (Cataster-Nr. 503). Der Kaufmann Wilhelm Pauling wohnte zugleich in der Luppenstraße 18.

Im Leipziger Adressbuch des Jahres 1895 ist der Hausbesitzer und Fabrikbesitzer Wilhelm Pauling wie folgt eingetragen: "Firma: Pauling & Schrauth. Seifenfabrik. Lindenau, Luppenstraße 24" Zugleich hatte er hier seine Wohnung im I. Stock.
Erhalten ist auch der Antrag seines Sohnes Curt Pauling auf Erteilung der sächsischen Staatsangehörigkeit und des Leipziger Bürgerrechts vom 6.6.1900. Auf diesem Schreiben ist im Briefkopf das Fabrikgelände an der Luppenstraße 24 abgebildet.
Der Fabrikbesitzer-Sohn Willi Pauling aus Leipzig-Lindenau (evangelisch, geboren am 16.9.1873 in Zerbst), der am 31.10.1895 in der Universität Rostock im Studienfach Chemie immatrikuliert wurde, besaß noch die Staatsangehörigkeit des Herzogtums Anhalt.
Vor dem Studium in Rostock studierte er an der Universität Leipzig. Die Hochschulreife hatte er auf dem Realgymnasium Leipzig erworben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg waren hier auch die 1920 gegründete Firma Curt Langhammer (Piano-Mechanik- und Piano-Klaviatur-Reparaturen) und die Fa. Telefon- und Signal-Anlagen Rudolf Weber ansässig.

Im 20. Jahrhundert war die Luppenstraße 24 Produktionsstandort der Fa. Richard Krüger. 1866 gründete Richard Krüger sein Kolonialwaren- und Spezialitätengeschäft in Leipzig und produzierte später in Lindenau nach eigener Rezeptur. Hier in der Luppenstraße 24 wurden die legendären Krügerol-Bonbons hergestellt. Die "Krügerol"-Fabrik G.m.b.H. (ZuckerwarenFabrik GmbH) mit ihrer Spezialität "Krügerol"-Hustenmittel wurde verstaatlicht und firmierte als VEB Zuckerwarenfabrik in der Luppenstraße 24.
Zu DDR-Zeiten kam man mit der Bonbon-Produktion kaum nach, um die hohe Nachfrage zu decken. Im Jahr 1990 erreichten die Produktionsanlagen jedoch einen Zustand, der trotz der großen Nachfrage erst einmal das Aus in der Luppenstraße bedeutete.
Anfang der 1990er Jahre wurde die Krügerolfabrik in der Luppenstraße 24 geschlossen und verfiel. Die Produktion der Krügerolbonbons ging später weiter: zunächst im Leipziger Norden, dann in Sachsen-Anhalt.

Ansicht der Krügerolfabrik in der Luppenstraße 24

Quellen/Literatur/Weblinks zur Geschichte dieses Grundstückes:
u.a.
- Staatsarchiv Leipzig, Bestand 20242 Kreis-Industrie- und Handelskammern Nordwest- sachsens, Nr. 0557 (betr. Richard Krüger GmbH, Bonbon-Fabrik, Leipzig, 1945-1954)
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.
- Adreßbuch für Lindenau-Plagwitz und Neu- Schleußig 1885
- Adreß-Buch für Lindenau 1889
- Leipziger Adreßbuch 1895
- Leipziger Adreßbuch mit Markkleeberg, Böhlitz-Ehrenberg, Engelsdorf, Mölkau von 1949
- Leipziger Industrie. Amtliches Firmen- und Bezugsquellen-Verzeichnis. Nach Unterlagen der Industrie- und Handelskammer Leipzig bearbeitet von Hans Rückert. Verkehrsamt der Stadt Leipzig 1946, 199 S.
- http://matrikel.uni-rostock.de/id/200026374
- http://www.kruegerol.de/
- http://digital.slub-dresden.de/werkansicht/dlf/90001/1485/0/
1895

Bildinhalt: Fa. Telefon- und Signal-Anlagen Rudolf Weber, Leipzig W 33, Luppenstraße 24; Anzeige im     Leipziger Adreßbuch mit Markkleeberg, Böhlitz-Ehrenberg, Engelsdorf, Mölkau von 1949
Fa. Telefon- und Signal-Anlagen Rudolf Weber, Leipzig W 33, Luppenstraße 24; Anzeige im Leipziger Adreßbuch mit Markkleeberg, Böhlitz-Ehrenberg, Engelsdorf, Mölkau von 1949
 

aktuell

Nach Verkauf und "Entkernung" wurden die Gebäude der alten Fabrikanlage zu Wohnungen umgebaut. Der alte Fabrikschornstein blieb erhalten.


Echte Krügerol® Halsbonbons werden bis heute
nach unveränderter Leipziger Originalrezeptur hergestellt.

1994 übernahm die Firma Klosterfrau die Markenrechte und verantwortet seitdem auch den Vertrieb des traditionsreichen Halsbonbons. Die Krügerol GmbH nahm die Produktion wieder auf. "Echte Krügerol® Halsbonbons" sind wieder zu haben - selbstverständlich in der Originalrezeptur von 1866. Seitdem kann die beliebte Marke aus Leipzig ihre lange Erfolgsgeschichte weiter fortschreiben.

Krügerol® erfreut sich vor allem in den neuen Bundesländern ungebrochener Beliebtheit und hat inzwischen auch eine Fangemeinde in der ganzen Bundesrepublik aufbauen können.

Für die hohe Qualität spricht, dass die Bonbons noch heute nach der Originalrezeptur hergestellt werden. Die spezielle, einzigartige Komposition aus Menthol, Minz-, Salbei-, Latschenkiefer-, Thymian-, chinesischen Kampfer- und Anisöl macht Echte Krügerol® Halsbonbons speziell auch bei Halskratzen zum echten Genuss für Hals und Rachen.

1997 folgte Krügerol® den veränderten Wünschen seiner Kunden und brachte das zuckerfreie Krügerol® Original Halsbonbon auf den Markt. 2007 erweiterte man noch einmal das Sortiment und führte die neue Geschmacksrichtung Wildapfel ein.

Tipp:
Echte Krügerol® Halsbonbons lassen sich in jeder Apotheke bestellen. In den Neuen Bundesländern bereits flächendeckend im sonstigen Einzelhandel vorhanden, findet man Krügerol® in den Alten Bundesländern u.a. auch bei Fa. Rossmann.

"Nimm Krügerol zur rechten Zeit
bei Husten und bei Heiserkeit."

"Fühl dich wohl mit Krügerol®."

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