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Häuserliste

Marktstraße 2 Westbad

04177 Leipzig-Lindenau

Bildinhalt: Bauarbeiten für das zukünftige Westbad im Frühjahr 1929, Blick zum Lindenauer Markt. Quelle: SGML, GOS-Nr. s0016885
Bauarbeiten für das zukünftige Westbad im Frühjahr 1929, Blick zum Lindenauer Markt. Quelle: SGML, GOS-Nr. s0016885

Das Westbad - ein herausragendes Zeugnis der Bauhausarchitektur in Leipzig

Das Westbad in Leipzig-Lindenau wurde in den Jahren 1928 bis 1930 errichtet (August 1929: Schachtarbeiten im Hochbau-Rohbau für das untere Becken). Geplant wurde das Gebäude durch den bekannten Bauhaus-Architekten und seinerzeitigen Stadtbaudirektor Hubert Ritter (1886-1967).
Es ist eines der bedeutendsten Bauwerke seiner frühen Schaffensepoche. Auf beengtem Raum wurde mit dem Westbad eine moderne Schwimmhalle mit den dazu gehörenden Einrichtungen geschaffen, die an die Tradition der Volksbäder der Jahrhundertwende anknüpfte und bis heute noch als vorbildlich gelten kann.

Mit der Anordnung eines Uhrturmes an der Marktstraße wurde eine signalhafte Wirkung des Gebäudes zum Lindenauer Markt baukörperlich meisterhaft erreicht. Hinter den klaren Strukturen der Fassaden wurde ein komplexes und kompaktes Raumgefüge geschaffen, welches durch Stapelung der Funktionsbereiche und eine raffiniert angelegte Zwangswegeführung gekennzeichnet ist. Das Kernstück der Erschließung bildet die großzügige Haupttreppe im Gebäudekomplex an der Marktstraße, die auf allen Ebenen sowohl den Zugang zu den Schwimmsport- und Gymnastikabteilungen als auch zu den Brausebädern und den Saunabereichen ermöglichte. Die Wannen- und Brausebäder sowie Dampf-, Schwitz- und medizinische Bäder waren im Gebäudekomplex an der Marktstraße über mehrere Ebenen verteilt untergebracht. Im hinteren Gebäudeteil bis zur Odermannstraße waren die Schwimmsport-, Sauna- und Gymnastikbereiche angeordnet.

Zeit der Schwimmwettkämpfe

In den 50-er Jahren waren die Schwimmwettkämpfe noch gesellschaftliche Groß-Ereignisse.
Mit sportlicher Einstellung und Atmosphäre traten hier Europarekordler aus Leipzig gegen internationale Konkurrenz im Schwimmsport an. Die Zahl der ursprünglich nur auf der Empore untergebrachten Zuschauerplätze wurde zu dieser Zeit durch den Einbau einer provisorischen Holztribüne auf der Beckenebene erheblich erweitert.

Zwischen 1930 und 1990 lernten viele der Leipziger hier das Schwimmen (z. B. Frank Schöbel, der am 5. August 1955 hier noch als Lothar Schöbel das Freischwimm-Zeugnis erhielt, nachdem seine Oma geduldig mit ihm ins Westbad ging und er hier eine Schwimmprobe von ununterbrochen 45 Minuten abgelegt hatte).

Verfall, Schließung, Umbau, Neueröffnung

Aufgrund der desolaten Haustechnik und des Sanierungsrückstaus an der Bausubstanz wurde das Bad zwar zum Tag der Währungsunion am 1.7.1990 stillgelegt, aber einige Jahre später im Rahmen der Neugestaltung des Lindenauer Marktes zum Stadtteilzentrum wieder zunehmend in das öffentliche Interesse gerückt. In enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Leipzig entstand die Idee für die Schaffung eines Integrierten Gesundheits-, Wellness- und Fitnesszentrums.
Nach umfangreichen Vorarbeiten wurde im Jahr 2003 der zum Lindenauer Markt zeigende Gebäudetrakt grundhaft saniert umgebaut. Seither beherbergt er neben der altehrwürdigen Lindenauer Carola-Apotheke und dem SB-Bereich einer Bank insgesamt acht verschiedene Arztpraxen von Allgemeinmedizin bis zur Physiotherapie sowie die Direktion eines ambulanten Pflegedienstes.

Quellen/Literatur/Weblinks:
- www.westbad.info
- Sammlung Lindenauer Stadtteilverein e. V.


Bildinhalt: Kinowerbung von Kunstmaler Kurt Opitz für das Westbad. Quelle: SGML, GOS-Nr. z0045009
Kinowerbung von Kunstmaler Kurt Opitz für das Westbad. Quelle: SGML, GOS-Nr. z0045009
 


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